
- Kameltrekking in Israel - Pixelio
Israel ist ein Staat der Paradoxe - besonders seine Hauptstadt Jerusalem. Übersetzt „Ort des Friedens“, wurde diese bereits 30 Mal durch Kriege zerstört. Heiligen Boden, heilpraktische Bedingungen und einen Heidenspaß bietet der hessengroße Staat Israel zwischen Ägypten und Jordanien.
Jerusalem: Flaniermeile und Leidensweg
14 Stationen umfasst der Leidensweg Jesu über die „Via Dolorosa“ zur Grabeskirche, den abertausend Pilger Jahr für Jahr beschreiten. Sie laufen barfuß durch die Altstadt Jerusalems, weinen an den Stellen, an denen Jesus unter der Last des Kreuzes zusammenbrach und tragen selbst Holzkreuze auf den Schultern.
Zur gleichen Zeit flanieren Touristen zwischen modernen Gebäuden durch die Fußgängerzonen der Neustadt Jerusalems. Sie trinken Café, besichtigen Galerien und shoppen sich in Vorbereitung auf den abendlichen Discothekenbesuch den Leidensweg ihrer Geldbörse entlang: vom Bell Shopping Center (Ha-Melekh George 3) über die Ha-Achim Yisrael Shopping Mall (Yad Kharutsim 18) weiter in Richtung Ha-Mashbir Mall (Ha-Melekh George 20), Hadar Mall (General Pierre Koenig 26), Jerusalem Mall (größtes Einkaufszentrum Jerusalems), Midrechov-Ben Yehuda St. (Ben Yehuda), Nahalat Ha-Shiv'ah - City Walk (Nakhalat Shiv'a), Rav-Mecher Talpiot (Ha-Uman 17), The Mahane Yehuda Marketplace (Yafo 120) - und ihren Zehnten lassen sie zu guter Letzt in der Center One Shopping Mall (43 Yirmiyahu St.).
Galiläa: Per Wasserski auf den Spuren Jesu
Zog Jesus seinerzeit durch Galiläa, lehrte und heilte, erleben Touristen diese Gegend noch heute als heilsam: Fruchtbarer als das übrige Land, ist es besonders grün und quellenreich. Zwischen den Wundern der galiläischen Natur begeben sich Touristen in geführten Gruppen oder individuell auf Wanderschaft und folgen den Spuren Jesu bis zum See Genezareth – der See, den Jesus zu Fuß bewanderte. Ist es da denn wegzudenken, dass nun auch Wasserskiläufer die Wogen betreten?
Doch nicht nur Wasserski und Wandern, auch Radfahren, Reiten und Rudern, Rafting im Taufwasser Jesu Christi, Kajaking und Drachenfliegen sorgen für einen gesegneten Ausflug nach Galiläa.
Totes Meer belebt den Geist
Wellness, Kur und Reinigung – das Tote Meer ist bekannt für seine belebende Wirkung auf Körper, Geist und Seele. Besonders Hautkrankheiten, Astma und Rheuma sowie Nervosität, Migräne und Schlafstörungen werden mit Reisen ans Tote Meer gezielt behandelt, oft kuriert. Grund dafür ist der hohe Salz- und Mineralstoffgehalt im Wasser und der hohe Sauerstoffgehalt in der Luft. Gespeist wird das Tote Meer vom Jordan-Fluss, in dem Jesus seinerzeit getauft wurde. Nach biblischen Prophezeiungen „wird dieser das salzige Wasser süß machen und Leben in ihm gedeihen lassen“ (Ez. 47: 8-9).
Doch noch ist es nicht soweit: Wegen des Auftriebs durch über 30% Salz (zum Vergleich: Nordsee ca. 3%) ist es selbst bei größerem Bemühen kaum möglich, im Toten Meer zu ertrinken - aber leider auch, zu tauchen. Es sei denn, man nimmt Blei mit. Dafür können Badeurlauber – abwechselnd am Strand und im Meer – in bequemster Position liegend Zeitung lesen.
Negevwüste – Kameltrekking und Infrastruktur-Fasten
Wie Mose auf dem Berg Sinai, fastete auch Jesus in der Wüste 40 Tage, bevor er sein Wirken durch Wunder und Lehre aufnahm. Freiwilligen Verzicht auf die erreichbaren Dinge des Lebens – Essen, Fernsehen, Alkohol – praktizieren heute nicht nur Christen. Selbst Atheisten zieht es in die Negevwüste, um bei Kameltrekking und Camping im Beduinenzelt Infrastruktur zu fasten. Zwar gibt es in dem künstlich bewässerten und grün blühenden Wüstenteil natürlich auch Hotels der Luxusklasse, doch eine besondere Meditationserfahrung prophezeit gerade der Verzicht auf solche.
Neben Klettern an steilen Kraterwänden, Jeep-Safaris und Mountainbiking können Touristen in der Negevwüste auch die Handelswege der Gewürzstraße und Weihrauchroute erkunden.
Das Sodom und Gomorrha unserer Zeit
Leider warnt das Auswärtige Amt nachdrücklich vor Reisen nach Israel. In der Vergangenheit gab es immer wieder terroristische Anschläge auf das Urlaubsparadies. Die Sicherheitslage ist instabil. Waffenruhe schließt Raketenbeschuss offensichtlich nicht aus. Besonders Städte mit hohem touristischen Zulauf gelten als erhöht sicherheitsgefährdet.
Terrorhölle und Urlaubsparadies - das sind die Stühle, zwischen denen die Touristen auf der Reise nach Jerusalem sitzen.
