
- Mercedes 300 SL 1952 W194 Karl Kling - Daimler AG
Es waren glorreiche Zeiten für das Haus Mercedes-Benz im Jahre 1952, denn in Sachen Motorsport zeigte die Marke mit dem Stern ihren Konkurrenten meistens das formschöne Heck. So auch bei der 3. Carrera Panamericana, die im November 1952 abgehalten wurde und als eines der wichtigsten Rennen überhaupt galt. Der Doppelsieg, den Mercedes-Benz mit seinen Fahrern Karl Kling mit Hans Klenk sowie Hermann Lang mit Erwin Grupp einfuhr, blieb den Motorsportfans als einer der bedeutsamsten Siege des Hauses in Erinnerung. Zur Markteinführung des SLS AMG belebte Mercedes den Mythos neu.
Die 3. Carrera Panamericana, Mexico, 1952
Das Langstreckenrennen des Jahres 1952 lief über eine Distanz von über 3.111 Kilometern. Sein Durchschnittstempo betrug 165,011 Kilometer pro Stunde. Mercedes-Benz trat mit einem 300 SL Renncoupé und einem Roadster der Baureihe W194 an. Das Rennen wurde seinerzeit auf öffentlichen Straßen Mexikos ausgetragen und zählte damals ebenso zur Sportwagen-Weltmeisterschaft, wie die Mille Miglia sowie die Targa Florio Italiens. Die Carrera Panamericana wurde 1950 erstmalig ausgetragen und von einem Oldsmobile 88 gewonnen. 1951 siegte ein Ferrari 212.
Das Rennen 1952 verlief für das Team von Mercedes nicht ohne Zwischenfälle
Am spektakulärsten dabei darf der Zusammenprall mit einem Geier gelten, der bei einem Tempo von knapp 250 Stundenkilometern die Frontscheibe des Wagens von Karl Kling durchschlug und Hans Klenk am Kopf verletzte. Neben einer neuen Scheibe montieren die Mechaniker daraufhin acht vertikale dünne Stäbe, um Fahrzeug und Fahrer bei eventuellen ähnlichen Kollisionen zu schützen. Bis heute blieb diese Konstruktion das besondere Merkmal des dann auch dieses Rennen gewinnenden Fahrzeugs und hielt die Erinnerung an den Zwischenfall wach.
1954 wurde die Carrera Panamericana eingestellt
Im Jahr 1953 siegte Juan-Manuel Fangio auf einem Rennwagen des Typs Lancia D24; im Jahr darauf gewann Umberto Maglioli auf Ferrari 375. Doch das war es dann auch mit der Carrera Panamericana, denn zu viele tödliche Unfälle führten zu einer Einstellung des Straßenrennens. Aber 1988 wurde es wiederbelebt und wird seitdem als Rallye für Oldtimer ausgetragen; weit ungefährlicher, als zu den Zeiten von Karl Kling, jedoch an alte Traditionen und Regeln anknüpfend. Und letztlich ist es auch Namensgeber des Porsche 911 Carrera, denn die Wagen aus Stuttgart erzielten schon damals Klassensiege und waren damit erfolgreich mit dabei.
Die Fotos des 300 SL vom Typ W194 aus 1952
Mit dem zweiten Schnappschuss zu diesem Artikel wurde die damalige Rennmannschaft von Mercedes-Benz fotografiert. Von links sind Hermann Lang, dessen Beifahrer Erwin Grupp, Karl Klink und Beifahrer Hans Klenk am Mercedes-Benz 300 SL Renncoupé sowie John Fitch und Eugen Geiger am Mercedes-Benz 300 SL Roadster zu erkennen. Der Siegerwagen 300 SL aus dem Jahr 1952 startete nun einen Ausflug aus dem Mercedes-Benz Museum nach Mexiko, verließ daher für kurze Zeit die Ausstellung "Rennen und Rekorde“ und fuhr einen Teil der Strecke nach.
Der 300 SL und der SLS AMG auf der ruhmreichen Route
Begleitet wurde er dabei von einem weiteren Flügeltürer, dem Mercedes-Benz SLS AMG aus dem Jahre 2009, der nicht nur als Pacecar in der Formel 1 2010 startet, sondern auch in einer eigenen Rennversion präsentiert wurde, dem SLS AMG GT3. Der SLS AMG GT3 geht in der Gruppe GT3 an den Start, nimmt damit künftig weltweit am seriennahen Kundensport teil und schreibt die Geschichte des Hauses Mercedes-Benz in Sachen Motorsport fort.
