Reiseführer Innsbruck: Museen & Ausstellungen

Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck - © 2004 | TVB Innsbruck
Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck - © 2004 | TVB Innsbruck
Die Museen der Landeshauptstadt Innsbruck bieten interessante Ausstellungen zu Geschichte, Kultur, Kunstgeschichte, Volkskunst und vieles mehr.

Als kulturelles Zentrum Tirols bietet die Landeshauptstadt Innsbruck zahlreiche Museen zu Geschichte, Kultur und Kunst des Landes Tirols und ganz Europas.

Das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum

Das größte und meistbesuchte Museum in Innsbruck ist das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, ein Gebäude im Zentrum von Innsbruck (Museumstraße), das durch seine klassizistische Fassade im Stil der Neurenaissance sofort ins Auge sticht. Seit seiner Erbauung im Jahr 1823 wurden die Sammlungen zu Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie sowie Kultur- und Naturwissenschaften regelmäßig erweitert, und so bietet das Tiroler Landesmuseum heute einen guten historischen Überblick von der Frühgeschichte bis hin zur Gegenwart. Dabei wird nicht nur der Tiroler und österreichischen Kulturgeschichte Beachtung geschenkt, sondern auch der europäischen Entwicklung, wie die bedeutende Niederländersammlung und die zahlreichen Ausstellungsstücke aus dem europäischen Raum beweisen. Für Furore sorgen auch immer wieder die Sonderaustellungen.

Das Tiroler Volkskunstmuseum

Das Tiroler Volkskunstmuseum besteht seit 1929 und wurde durch den kürzlichen Umbau zusätzlich aufgewertet. Es zeigt Exponate aus verschiedenen Gesellschaftsschichten des ehemaligen Landes Tirol, das auch das heutige italienische Trentino und die ladinischen Täler rund um die Dolomiten umfasste. Nach den umfangreichen Umbauten 2009 präsentiert sich das Museum mit einem neuen Konzept: Luzifer fungiert als „Ver“-Führer durch das Volkskunstmuseum und hinterfragt, zweifelt und untergräbt: Was ist Kunst? Was ist Handwerk? Was ist echt und was ist Schein? Das neue Museum besteht aus mehreren Ausstellungsbereichen mit Namen wie die „Miniaturen des Evangeliums“, welche die Krippen zeigen. In „Das pralle Jahr“ werden die Strukturierung des Lebens durch die Gliederung des Jahres und der sich wiederholende Festtags- und Arbeitskreislauf gezeigt. „Das prekäre Leben“ soll die Sorgen, Ängste und Gefahren zeigen, die unter anderem zum Glauben an überirdische Mächte führten. In der „Studiensammlung“ werden Objekte zu den Themen Hausindustrie, Handwerk, Heiratsgut und Erben vom 15. bis zum 21. Jahrhundert gezeigt. Im Bereich „Stuben“ sind originale Tiroler Stuben zu bestaunen, während die Trachten als wichtiger Ausdruck Tiroler Identität unter dem Motto „Schein und Sein“ ausgestellt werden. Eine multimediale Vorschau stimmt auf die Hofkirche als Grabdenkmal mit den berühmten Schwarzen Mandern ein, die sich direkt neben dem Volkskunstmuseum befindet.

Die Hofkirche - „Schwarz-Mander-Kirche“

In der Innsbrucker Hofkirche befindet sich das wohl bedeutendste Denkmal Tirols, das Grabmahl des berühmten Kaisers Maximilian I. aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts. Es ist Zeugnis einer europäischen Hofkunst, für die berühmte Künstler der Zeit wie Albrecht Dürer, Alexander Colin oder Peter Vischer d.Ä. engagiert wurden. Die 28 überlebensgroßen Bronzestatuen, auch „Schwarze Mander“ (schwarze Männer) genannt, zeigen die Habsburgischen Verwandten Maximilians I. und am Sarkophag sind künstlerische Marmorreliefs mit Szenen aus dem Leben des berühmten Kaisers angebracht. Weitere Sehenswürdigkeiten in der Hofkirche sind die Ebert-Orgel (1558) und die Silberne Kapelle.

Kunsthistorisches Museum Schloss Ambras

Das Schloss Ambras thront weithin sichtbar über der Landeshauptstadt Innsbruck und beherbergt heute das Kunsthistorische Museum. Die Geschichte dieses Museums beginnt im 16. Jahrhundert, als der Tiroler Landesfürst Erzherzog Ferdinand II. (1529-1595) veranlasste, die ursprünglich im mittelalterlichen Stil erbaute Burg Ambras zum prächtigen Renaissanceschloss umbauen zu lassen. Bereits zu Lebzeiten begründete er dort als Förderer der Künste und Wissenschaften die Ambraser Sammlungen. Als Visionär seiner Zeit entwickelte er hierfür bereits eine Art Museums-Konzept, bei dem durch systematischen Erwerb ein guter Überblick geschaffen wurde und auch ästhetische Gesichtspunkte (Licht, Farbe) beachtet wurden. Die heutige Präsentation der Exponate in den Rüstkammern (Rüstungen, Waffen und Porträts von Feldherren) sowie den Kunst- und Wunderkammern und im Antiquarium entspricht in ungefähr dem Museum Ferdinands II. in seiner ursprünglichen Form.

Die Kunst- und Wunderkammern im Museum Schloss Ambras sind deshalb so beachtenswert, weil es die einzige Sammlung dieser Art handelt, die noch als Ganzes an ihrem Ort erhalten ist. Alle anderen berühmten manieristischen Kunstkammern, die versuchten, das gesamte Wissen der Zeit in einer enzyklopädischen Universalsammlung zu erfassen, wurden mit der Zeit aufgelöst. Die vielseitige Sammlung zeigt Beispiele für Memento Mori Kunst, wissenschaftliche Gegenstände, Tiere, Porträts, Spiele, Musikinstrumente und als besonderes Highlight Porträts von Menschen mit außergewöhnlichem Aussehen, wie den Haarmenschen. Die wohl beeindruckendsten kunstgeschichtlichen Zeugnisse im Schloss Ambras befinden sich in der Porträtgalerie der Habsburger, die als bedeutende Dynastie die Geschichte Europas vom 15. bis ins frühe 20. Jahrhundert geprägt haben. Unter den mehr als 200 Bildnissen befinden sich unter anderem Werke von berühmten Künstlern wie Cranach, van Dyck, Tizian, Rubens und Velázquez.

Kulturgeschichtliches Museum im Innsbrucker Zeughaus

Das Innsbrucker Zeughaus wurde um 1500 als Waffendepot für den Habsburger Kaiser Maximilian I. errichtet, der die zentrale Stellung Tirols als Ausgangspunkt für militärische Unternehmungen erkannte. In diesem historischen Gebäude ist heute ein Museum zur Kulturgeschichte Tirols untergebracht. Die Wanderung durch das Museum beginnt mit prähistorischen Funden und zeigt dann chronologisch geordnet wichtige Stationen aus der Geschichte des Landes Tirols. Dabei stehen Themen wie die Salzgewinnung und der Silberbergbau, die für die Entwicklung des Landes ausschlaggebend waren, ebenso am Programm wie spezifische Tiroler Kultur (z.B. das Bergsegnen). Eine sehr wichtige Station dieser Ausstellung stellt auch der Tiroler Freiheitskampf von 1809 dar, bei dem sich die Tiroler unter Andreas Hofer gegen das napoleonische Heer zur Wehr setzten. Durch die chronologische Ordnung zeigt die Sammlung, welche geistigen Voraussetzungen zur Ablehnung der aufklärerischen Tendenzen führten, die Napoleon in ganz Europa verbreiten wollte. Weitere wichtige historische Stationen sind die beiden Weltkriege, und in der Neuzeit wird ein besonderes Augenmerk auf den Tourismus als wichtigem Tiroler Wirtschaftsfaktor gelegt.

Museum Goldenes Dachl

Auch Innsbrucks Wahrzeichen, das Goldene Dachl in der Altstadt, beherbergt ein Museum, das vom Leben und der Zeit des Erbauers Kaiser Maximilian I. (1459 – 1519) erzählt, der eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte Europas darstellt. Ein Schauraum befasst sich mit der Geschichte des Goldenen Dachls und es werden Installationen zum Leben im spätmittelalterlichen Tirol gezeigt.

Museum Tirol Panorama

Innsbrucks jüngstes Museum und somit Geheimtipp ist das sogenannte Tirol Panorama, das nun neben einem sensationellen Rundblick über Innsbruck und das Inntal einen Beitrag zur Geschichte Tirols liefert. Das berühmte Riesenrundgemälde, das die Ereignisse von 1809 zeigt und einst an der Talstation der ehemaligen Hungerburgbahn lokalisiert war, ist nun hier untergebracht, Außerdem zu sehen sind hier Exponate des Tiroler Kaiserjägermuseums und eine Dauerausstellung, die Einblicke in die außergewöhnlichen Facetten Tirols gewährt.

Auch aufgrund ihres gastronomischen Angebots und wegen der architektonischen Highlights ist die Stadt Innsbruck immer eine Reise wert.

Quelle: Innsbruck Information

Manuela Weiß, Manuela Weiß

Manuela Weiß - Manuela Weiß hat nach einer Ausbildung im Bereich Grafik-Design das Studium der Germanistik begonnen und im Jahr 2007 mit dem Diplom ...

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