
- Innere Einkehr auf dem Jakobsweg - Spanisches Fremdenverkehrsamt
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, auf dem gut ausgeschilderten Jakobsweg zu pilgern: zu Fuß, mit dem Rad und auch zu Pferd. Sie alle eignen sich gleich gut, den Reichtum Spaniens an Kultur- und Naturgütern kennen zu lernen. Das Gros der Pilger legt die Strecke allerdings per pedes zurück.
Der Jakobsweg ist mit gelben Pfeilen ausgeschildert. Diese können an vielen Stellen angebracht sein: an Mauern, auf dem Boden, an Bäumen, Steinen, Pfosten. Manchmal helfen auch von anderen Pilgern aufgeschichtete Steinhaufen („Steinmännchen“) weiter. Die festgelegten Etappen umfassen generell 20 bis 30 Kilometer Fußmarsch sowie 60 bis 70 Kilometer Radweg.
Unterkünfte am Jakobsweg
Am Jakobsweg gibt es mannigfaltige Unterkünfte, unter denen Reisende je nach Vorliebe, Bedarf und Geldbeutel wählen können. Besonders beliebt sind dabei die Pilgerherbergen. Diese Herbergsplätze können allerdings nicht reserviert werden. Plätze werden in der Reihenfolge des Eintreffens vergeben. Fußwanderer genießen dabei Vorrang, danach Reiter und zuletzt Radwanderer.
Die öffentlichen Herbergen für Pilger sind kostenlos. Manche verlangen zur Deckung der Unterhalts- und Reinigungskosten einen kleinen Obolus. Es gibt aber auch private Herbergen, die kostenpflichtig sind.
Da der Pilgerandrang im Heiligen Compostelanischen Jahren enorm sein wird, werden Notunterkünfte in Sporthallen, Kirchen etc. eingerichtet, wo die Pilger die Nacht verbringen können.
In den Herbergen kann man jeweils eine Nacht verbringen. Sie öffnen gewöhnlich um die Mittagszeit. Zwischen 21.00 und 22.00 Uhr beginnt die „Nachtruhe“. Morgens muss die Herberge zwischen 8.00 und 9.00 Uhr verlassen werden, damit sie für die nächsten Pilger vorbereitet werden kann. Bei einigen Herbergen ist das Frühstück inbegriffen.
Pilgerpass und Compostela
Zur Übernachtung in den Pilgerherbergen wird ein „Pilgerpass“ benötigt. Dieser wird in der Herberge ausgestellt, wo der Reisende seinen persönlichen Jakobsweg beginnt. Unterwegs stellten die lokalen „Vereinigungen der Freunde des Jakobswegs“ ebenfalls einen Pilgerpass aus.
Eine andere Bescheinigung ist die „Compostela“. Dieses Souvenir wird denjenigen Pilgern ausgestellt, die aus religiösen oder spirituellen Gründen unterwegs sind und mindestens die letzten 100 Kilometer bis Santiago zu Fuß oder zu Pferd oder mindestens 200 Kilometer mit dem Rad zurückgelegt haben.
Erlass von Sündenstrafen
Der als Beherbergungsausweis dienende Pilgerpass gewährleistet ebenso wie die Compostela aus katholischer Sicht allerdings nicht den vollständigen Ablass zeitlicher Sündenstrafen.
Zur Erlangung dieses vollkommenen Ablasses müssen die Pilger die Kathedrale von Santiago de Compostela besuchen, dort an einem Gottesdienst teilnehmen, bestimmte Gebete verrichten sowie nach vorheriger Beichte (bei der die Sünden vergeben und Strafen verhängt werden) die Kommunion empfangen.
Radwandern auf dem Jakobsweg
Für Radwanderer auf dem Jakobsweg sind bestimmte Abschnitte und Etappen mit gesonderter Streckenführung ausgeschildert. Häufig folgen sie Landstraßen. Empfohlen werden Mountainbikes für die Tour.
Im Zielort Santiago de Compostela können Radwanderer im Pilgerbüro (Rúa do Vilar) eine Rucksack- und Fahrradaufbewahrung in Anspruch.
Mit dem Pferd auf dem Jakobsweg
Den Jakobsweg zu Pferd ist ebenfalls möglich und durchaus üblich. Immer wieder sind pilgernde Reiter anzutreffen. Das Reittier muss natürlich zuvor tierärztlich untersucht und geimpft werden und benötigt eine Versicherung. Ställe sollten ebenso wie Futtersäcke unbedingt im Voraus bestellt werden
Der Ritt in die Innenstadt von Santiago de Compostela muss im Voraus bei der Lokalpolizei angemeldet werden. Es gibt für die Reiter dann bestimmte Zeiten und eine vorgeschriebene Route im Ort. Die Policia Local stellt eine Erlaubnis aus, um mit dem Reittier bis zum Plaza del Obradoiro zu gelangen und einige Augenblicke vor der Kathedrale verweilen zu können.
Hintergrund und Strecken des Jakobsweges sind hier beschrieben: „Pilgern auf dem Jakobsweg“
