Reisen in den Nordkaukasus

Der russische Teil des Kaukasus – Eldorado für Abenteurer

Der Kaukasus - Eine faszinierende Landschaft - Public Domain
Der Kaukasus - Eine faszinierende Landschaft - Public Domain
Der Kaukasus mit dem Elbrus ist ein faszinierendes Reiseziel, besonders für Bergsteiger. Im russischen Nordkaukasus kann man relativ gefahrlos reisen

Der russische Teil des Kaukasus, ein Eldorado für Naturliebhaber und Bergsteiger, ist ein noch fast unbekanntes Reiseziel, dabei besitzt die Gegend eine Reihe von Mineralbädern und ist nicht weit von der Schwarzmeerküste entfernt – ein kombinierter Aufenthalt bietet sich an.

Der Kaukasus - Region unter Spannung

Keine Region der ehemaligen Sowjetunion birgt so viel politischen, religiösen und ethnischen Sprengstoff, wie der an der Südflanke gelegene Kaukasus. Obendrein führten reichliche Öl- und Gasvorkommen zu einem Wettlauf der Interessen in der kaspischen Region.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion entstanden in diesem Gebiet acht selbständige Staaten mit teils undemokratischen Verhältnissen, großen Minderheitsproblemen, Religionskonflikten und krassem Einkommensgefälle. Seitdem kommt das Pulverfass nicht zur Ruhe, die Zahl der kriegerischen Auseinandersetzungen ist groß.

Dennoch ist eine Reise in den Kaukasus reizvoll, es gibt vor allem im Norden durchaus Gebiete, die als nicht gefährlich gelten, nämlich die Regionen, die zur Russischen Föderation gehören. Es lohnt sich, weil die Region von außerordentlicher Schönheit ist. Landschaftlich ist der Kaukasus ein alpenähnliches Gebirge mit gemäßigtem, ja mildem, kontinentalem Klima, die beste Reisezeit sind die Monate September und Oktober.

Bäder und Berge

Eine Reise in den Nordkaukasus startet man sinnvoller Weise in Mineralnyje Vody, dem Zentrum, von dem aus alle nordkaukasischen Bäder zu erreichen sind. Hier gibt es über 130 Mineralquellen, die Herz- und Kreislaufkrankheiten, Stoffwechselstörungen und Hautkrankheiten heilen sollen, die bekanntesten Badeorte sind Jessentuki, Kislovodsk und Pjatigorsk.

Schon im 18. Jahrhundert entstanden hier erste Bäder, eine Eisenbahnlinie nach Rostow am Don schaffte den Anschluss an die großen russischen Städte. Noch heute stehen über 70 Sanatorien, Hotels und Erholungsheime den Besuchern offen.

Einer der ältesten Kurorte Russlands ist Pjatigorsk, das in 550 m Höhe malerisch am Fuße des Maschuk-Berges liegt und über mehr als 50 verschiedene Mineralquellen sowie den Heilschlamm des Tambukan-Sees verfügt. Pjatigorsk ist auch die Stadt des russischen Dichters Michail Lermontow, der am Maschug-Berg 1841bei einem Duell starb. Hierüber und über das Werk des Dichters berichten die Exponate im Lermontow-Museum.

Dombai ist besonders unter Bergsteigern und Skiläufern beliebt und liegt im westlichen Teil der Kaukasischen Hauptgebirgskette auf dem Territorium eines staatlichen Naturschutzgebietes, sein höchster Gipfel, der Dombai-Ulgen ist 4047 m hoch.

Hier kann man in ausgedehnten Bergwanderungen, besonders zum Mussa-Achitara, die beeindruckende Gletscherwelt des Nordkaukasus erleben.

Kislowodsk verdankt seine Entstehung einer heilkräftigen Mineralquelle, deren Wasser mit dem Namen Narsan über die Grenzen der Region hinaus berühmt ist. Viele Größen aus Literatur, Kunst und Wissenschaft waren in Kislowodsk, wie die zahlreichen Gedenktafeln belegen. Vor allem Puschkin und Lermontow haben diese Kaukasusgegend geprägt. Eindrucksvoll ist auch die Bergwelt um Kislowodsk.

Der Elbrus

Ein touristisches Ziel jedoch lockt im Kaukasus besonders – der Elbrus, an dem kein Bergsteiger vorbeikommt. Nur dreihundert Kilometer von Grosny entfernt liegt ein friedliches Paradies am Elbrus, dem König des Kaukasus und mit 5642 m höchsten Berg Europas – ja, Europas!

Auf der Normalroute von Norden aus starten die meisten Gruppen von Baksan Valley aus und planen genügend Zeit für die Akklimatisation bei etwa 4000 m Höhe ein. Alpinistisch ist der Elbrus keine große Schwierigkeit, sodass auch ein Reisender diese Tour mitmachen kann, der kein Reinhold Messner ist. Bei den meisten Anbietern ist diese Tour gleichzeitig eine Art alpinistischer Ausbildung, in der die nötigen Techniken in Ruhe geübt werden können, bevor es in die großen Höhen geht.

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