Bis vor nicht allzu langer Zeit hat die Aussicht auf eine sechsmonatige Quarantäne viele Hundebesitzer davon abgehalten, ihren Hund mit nach England zu nehmen. Dank des Pet Travel Scheme (PETS), zu Deutsch 'Haustier-Reiseverkehrsregelung', ist eine Quarantäne jetzt eher die Ausnahme als die Regel. Damit Sie und Ihr Vierbeiner einen stressfreien England-Urlaub genießen können, sollten Sie die Vorschriften genau beachten und die Reise rechtzeitig planen.

PETS - Einreisebestimmungen für Hunde nach England

Die Einhaltung der folgenden Vorschriften ist zwingend notwendig, denn sonst landet Ihr geliebter Hund doch noch in Quarantäne.

1. Ihr Hund muss einen Mikro-Chip implantiert bekommen haben.

2. Sie müssen Ihren Hund gegen Tollwut impfen und eine Blutprobe zum Nachweis der Antikörperbildung machen lassen. Ein erfolgreicher Nachweis muss mindestens sechs Monate! vor der Einreise nach England erfolgen.

3. Ihr Hund braucht einen EU-Heimtierausweis.

4. 24-48 Stunden vor Überfahrt nach England muss Ihr Hund von einem Tierarzt mit einem Serum gegen Zecken und Bandwürmer behandelt werden. Ein Zeckenhalsband reicht nicht aus. Versichern Sie sich, dass alles mit Datum und Zeitangabe dokumentiert ist.

5. Die Einreise der von den britischen Behörden als Kampfhunde eingestuften Tiere und deren Kreuzungen ist nicht erlaubt.

Informationen zu aktuellen Vorschriften finden Sie auf der Website der Britischen Botschaft.

Reiserouten: Mit der Fähre nach England

Abhängig davon, in welchem Teil Englands Ihr Reiseziel liegt, bieten sich unterschiedliche Reiserouten und Reedereien an, die gemäß des PETS zur Einreisebeförderung von Hunden autorisiert sind.

Die kürzeste Route an die englische Ostküste ist die Fährverbindung von Hook van Holland nach Harwich. Die Überfahrt mit einer Fähre der Stena-Line dauert zwischen 6,5 und 7 Stunden, je nachdem, ob Sie die Nachtfähre nehmen oder bei Tage fahren. Sie können Ihren Hund während der Überfahrt entweder im Auto lassen oder in einem der Zwinger an Bord des Schiffes unterbringen.

Wollen Sie nach Südengland, empfiehlt sich die Fährverbindung der P&O Ferries vom französischen Calais nach Dover. Die Überfahrt dauert nur 90 Minuten, während der Ihr Hund im Wagen bleiben muss.

Die Fähren der DFDS Seaways bringen Sie in den Norden Englands. Die Überfahrt von Amsterdam nach Newcastle dauert 18 Stunden. Ihr Hund darf während dieser Zeit Ihr Auto nicht verlassen. Sie können ihn aber zu von der Reederei festgesetzten Zeiten besuchen.

Fragen Sie bei der jeweiligen Reederei nach, wann Sie am Hafen sein müssen, damit alle Formalitäten rechtzeitig erledigt werden können, denn Sie müssen Ihren Hund schon am Auslaufhafen den britischen Behörden vorführen. Im Einlaufhafen wird das Ganze dann noch einmal wiederholt.

Tipps für das Reisen mit Hunden

1. Nicht jeder Hund fährt gerne Auto. Fahren Sie immer mal wieder kürzere Strecken, damit er sich ans Autofahren gewöhnt.

2. Unterbrechen Sie lange Autofahrten. Ein Hund braucht besonders im Sommer mindestens alle zwei Stunden eine Trink-Pause und ein bisschen Auslauf.

3. Sorgen Sie dafür, dass es nicht zu warm im Auto ist. Hunde überhitzen schnell. Die beste Reisezeit für Hunde ist abends oder morgens.

4. Ein Hund hat auf dem Beifahrersitz nichts zu suchen. Das kann gefährlich sein und ist in einigen Ländern verboten.

5. Füttern Sie Ihren Hund mindestens zwei Stunden vor Abreise nicht.

6. Lassen Sie Ihren Hund niemals in einem in der Sonne geparkten Auto, das hat schon so manchen Hund das Leben gekostet. Die Innentemperatur eines Wagens erhitzt sich schneller als Sie vielleicht meinen.

Was Hunde in England dürfen und was nicht

England zählt zu den hundeliebsten Ländern Europas. Es gibt allerdings einige Gebote, die Sie unbedingt beachten sollten. Den Kot Ihres Hundes müssen Sie aufsammeln und in eigens zu diesem Zweck aufgestellten Mülltonnen entsorgen, sonst kann es sein, dass Sie zur Kasse gebeten werden.

In Restaurants, Geschäfte und Museen dürfen Sie Ihren Hund im Allgemeinen nicht mitnehmen, in den Pubs ist das allerdings anders. Gut erzogene Hunde sind dort meistens gern gesehen.

Wollen Sie in der Hauptsaison (Mai - September) mit Ihrem Hund am Strand spazieren gehen, muss er an die Leine, es sei denn, Sie gehen früh morgens oder abends, wenn die Badegäste weg sind.

Ganz tabu ist das Hetzen von Schafen. Sollte Ihr Hund daran große Freude haben, droht Lebensgefahr. Ein Schafe hetzender Hund ist zum Abschuss freigegeben.

Im Wald lassen die meisten Besitzer ihre Hunde frei laufen. Solange Ihr Hund folgsam ist und kommt, wenn Sie ihn rufen, haben Sie nicht viel zu befürchten.