Potsdam, die ehemalige Lieblingsresidenz vieler preußischer Könige und Prinzen aus dem Haus der Hohenzollern, bietet heute eine interessante Mischung aus pulsierendem Leben, viel weniger schöne Architektur aus den letzten 60 Jahren, sehr viel schöne Architektur aus früheren Zeiten und die wunderschön gestaltete Landschaft in und um den Park Sanssouci. Diese wurde von der UNESCO 1990 zum Weltkulturerbe erhoben.

Potsdam, die Hauptstadt des Bundeslandes Brandenburg, liegt direkt am Stadtrand von Berlin. Mit der Berliner S-Bahn oder Regionalbahnen im VBB ist Potsdam-Hauptbahnhof schnell erreichbar. Von dort sind es nur einige hundert Meter in das Stadtzentrum. Ist die City erst durchquert, dann sind es auch nur noch wenige Schritte in den großartigen Park Sanssouci.

Sehenswürdigkeiten

Potsdam-Hauptbahnhof, das ist schon eine Shopping- und Unterhaltungswelt für sich. Eine Mall mit Bahnsteigen, das ist wohl die passende Beschreibung. Von dort geht es leicht bergab über die Lange Brücke zum Zentrum. Unten fließt die Havel und nicht weit entfernt sind die Anleger der Weißen Flotte Potsdam. Links steht unübersehbar das hoch aufragende Hotel Mercure.

Der große leere Raum zwischen Havel und City, das ist der Platz, wo einst das Stadtschloss stand. Hier wird bald gebaut, und zwar für den Landtag von Brandenburg. Der wird gleich auf Zuwachs gebaut für den Fall, dass auch die Berliner wieder Brandenburger werden. Und ein Mäzen, der SAP Gründer Hasso Plattner, hat gerade 20 Mio. Euro bereitgestellt, damit dieser Bau auch wieder die historische Fassade erhält.

Noch müssen wir uns mit der Nicolaikirche und dem Fortunaportal, dessen Instandsetzung der Entertainer Jauch finanzierte, begnügen. Das gibt einen ersten Eindruck der Baudenkmäler.

Nicht zu übersehen ist auf der anderen Seite der ehemalige Marstall. Darin ist heute das Filmmuseum Potsdam zu finden. Ein wirklich sehenswertes Haus, und zwar von innen und außen. Von dort sind es nur wenige Schritte zum Alten Markt. Dieses Bauensemble hat den Zweiten Weltkrieg relativ heil überstanden und gibt heute einen Eindruck von der Prachtentfaltung der Residenzstadt. Im Kutschstall findet sich heute das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte. Ein Blick in das Ausstellungsprogramm lohnt sich.

Am Stadtkanal geht es zur Straße zurück. Über den Bassinplatz führt die Straße in Richtung auf das Nauener Tor. Rechts liegt das weltberühmte Holländische Viertel. Häuser einer Bauart, wie sie für Amsterdam typisch sind, entstanden hier. Holländische Siedler, die wegen ihrer Fähigkeiten im Wasserbau angeworben wurden, sollten sich hier heimisch fühlen. Dieses Viertel nd die Holländermühle bei Sanssouci sind der Grund für die Führung der Oranierroute durch Potsdam.

Nach Umrundung des Holländischen Viertels wartet die Brandenburger Straße auf den Besucher. Sie ist die Einkaufsmeile der Potsdamer City. Fachgeschäfte, Restaurants, Kaufhaus und Banken buhlen um Kundschaft. Am Ende steht das Brandenburger Tor. Nicht das berühmte aus der Hauptstadt, sondern ein eigenes Potsdamer. Aber die Straße geht nun mal nach Brandenburg.

Vorher allerdings geht der Weg leicht nach rechts auf die Straße nach Sanssouci. Dort warten der Park Sanssouci mit dem berühmten Schloss Sanssouci Und hinter dem Park bietet das Krongut Bornstedt Möglichkeiten der idyllischen Rast.

Die preußischen Herrscher haben noch weitere Attraktionen in Potsdam geschaffen. Da ist der anstrengende, aber wirklich lohnende Aufstieg auf den Pfingstberg. Dort findet sich der Pomonatempel, das Erstlingswerk des in Berlin und Potsdam allgegenwärtigen Architekten Schinkel. Und vor allem das Belvedere. Das kann bestiegen werden. Und von dort gibt es einen grandiosen Blick über die Kulturlandschaft in und um Potsdam.

Russischen Militärmusikern bot die Alexandrowka eine Heimat in Potsdam. Ein russisches Dorf mit Häusern, die wie Holzhäuser wirken, entstand in der Stadt. In der Nähe dieses Dorfes steht auch eine russisch-orthodoxe Kirche.

Noch ein wenig weiter findet sich das ehemalige Buga-Gelände mit einer Biospäre. Das ist Botanik in einem riesigen Zimmer und einen Besuch wert.

Auch das Schloss Cäcilienhof – hier wurde das Potsdamer Abkommen 1945 ausgehandelt – mit seinem Park gehört zum Pflichtprogramm. Die nahe Berliner Vorstadt mit ihren Villen ist heute wieder beliebter Wohnort der Prominenz. Die verbindende Glienicker Brücke ist als Schauplatz des Agententauschs weltberühmt geworden. Auf der anderen Seite der Havel noch ein Besuchsziel, die Schlossanlagen von Glienicke.

Dann bleibt noch ein Abstecher nach Babelsberg. Das für Wilhelm I. erbaute Sommerschloss im englischen Stil ist die eine Attraktion. Die andere Attraktion sind die Studios Babelsberg. Hier wird ein Unterhaltungsprogramm geboten.

Das war nicht alles, Potsdam bietet noch viel mehr. So z.B. den Foerster-Garten in Bornim.