Die Stadt Schleswig (niederdeutsch: Sleswig, dänisch: Slesvig) ist Kreisstadt des Kreises Schleswig-Flensburg im Nordosten des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Die Stadt hat knapp 25.000 Einwohner.

Die Stadt übertrug ihren Namen auf das Herzogtum Schleswig, das im 12. Jahrhundert als Lehen der dänischen Könige entstand.

Lage

Schleswig liegt am Ende einer rund 40 km langen Förde, der Schlei. Sie verbindet im Stadtgebiet die beiden Ostseehalbinseln Angeln und Schwansen und liegt zwischen der Geest im Westen und dem östlichen Hügelland Schleswig-Holsteins. Sie erhebt sich bis zu 20 m über den Meeresspiegel.

Die Stadt ist über die Autobahn A7 oder die Eisenbahnstrecke Flensburg-Hamburg erreichbar.

Geschichte der Stadt Schleswig

Nahe bei der heutigen Stadt Schleswig finden sich am Haddebyer Noor die Reste der Wikingerstadt Haithabu. Schleswig selbst wurde im Jahr 804 als Sliastorp erstmals urkundlich erwähnt und feiert 2004 das 1200 Jubiläum. Das Stadtrecht erhielt die Siedlung um 1250.

Die Stadt übernahm die herausragende Rolle der Wikingersiedlung als Drehscheibe des Handels zwischen Ostsee und Nordsee und war Hauptstadt des Herzogtums Schleswig und Sitz des Bistums Schleswig. Die Rolle der Metropole des Herzogtums musste sich die Stadt später mit Flensburg teilen.

Nach der 1867 erfolgten Eingliederung Schleswig-Holsteins in den preußischen Staat wurde Schleswig 1868 Sitz des Oberpräsidenten und der Bezirksregierung. 1917 wurde Schleswig von Kiel als Provinzhauptstadt abgelöst.

Ein Rest seiner zentralen Funktion für das ganze Bundesland nimmt Schleswig bis heute wahr. Es ist Sitz mehrere Obergerichte des Landes und beherbergt wichtige Kultureinrichtungen des Landes in seinen Mauern: das Landesarchiv, das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte und das Archäologische Landesmuseum.

Sehenswürdigkeiten

Schon von weitem ist der hohe Turm des Dom St. Petri zu sehen. Sein Grundstein wurde 1134 gelegt, doch der Turm ist erst 100 Jahre alt.

Der Dom steht im Zentrum der Altstadt, die ihr historisches Aussehen weitgehend erhalten konnte. Eine Fülle historischer Bauten gibt es zu bewundern. Bekannt ist der Bordesholmer Altar im Schleswiger Dom. Der ist ein Meisterwerk der Schnitzkunst von Hans Brüggemann.

Das Zentrum der Stadt ist der Rathausmarkt mit dem Rathaus. Es entstand im 19. Jahrhundert durch den Umbau des Grauklosters. Von diesen Gebäuden sind mittelalterliche Reste noch an der Rückseite des Rathauses zu sehen. Im Rathaus ist der Ständesaal sehenswert.

Vom Rathausmarkt geht die „Lange Straße“ zum „Gallberg“ und weiter zum „Kornmarkt“. Dort beginnt die Einkaufsstraße der Stadt. Diese erstreckt sich nördlich der Schlei und geht in den Lollfuß über.

Im Osten der Altstadt liegt die Fischersiedlung Holm. Hier hat sich ein geschlossener Bestand alter Fischerhäuser erhalten können. Ein unbedingt sehenswertes Viertel der Stadt, das in dieser Form selten geworden ist. Am Ende der Süderholmstraße steht das Johanniskloster.

Etwas außerhalb der Stadt liegt der Kunst- und Kulturschatz der Stadt Schleswig, das Schloss Gottorf. Das Schlossgebäude hat eine über 800-jährige Baugeschichte. Es ist ein monumentaler Residenzbau, der im 17. Jahrhundert ein Zentrum für Kunst und Kultur im Norden Europas war.

Der imposante Fürstengarten wurde sieben Jahre lang restauriert und im August 2007 der Öffentlichkeit wieder übergeben. Park, Schloss und Globushaus bilden wieder ein besonderes Ensemble. Pflanzen, Blumen und Wasser sorgen für eine Vielfalt an Düften, Farben und beruhigendem Geplätscher. Im Park liegt das Globushaus mit einem Nachbau des Gottorfer Riesenglobus von Adam Olearius.

Das Schloss Gottorf ist heute der Sitz der Stiftung Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum und beherbergt sehenswerte Sammlungen. Das Nydamboot und die Moorleichen seien hier stellvertretend erwähnt.

Gegenüber dem Schloss steht seit 1878 das Haus der Provinzialregierung. Heute ist in dem Bau das Oberlandesgericht untergebracht.

Südlich des Schlosses beginnt der Stadtteil Friedrichsberg. Der wird beherrscht von dem 85 Meter hohen Wiking-Turm.

Ebenfalls sehenswert ist der Hauptsitz des Stadtmuseums, der Günderothsche Hof, das Prinzenpalais, in dem das schleswig-holsteinische Landesarchiv untergebracht ist, und die Dreifaltigkeitskirche in Friedrichsberg.

Museen

Die Museen in Schleswig bieten die Möglichkeit einer Zeitreise durch sämtliche Epochen der Geschichte von der frühen Eisenzeit bis in die jüngste Vergangenheit. Das ermöglichen das Volkskunde Museum auf dem Hesterberg, das Wikinger Museum Haithabu bei Haddeby, das Museum am Danewerk, die Landesmuseen auf der Schlossinsel und das Stadtmuseum Schleswig.

Das Stadtmuseum beschäftigt sich mit der Geschichte Schleswigs von der mittelalterlichen Stadt bis zur Nachkriegszeit. Es zeigt historische Spielzeuge und eine historische Druckerei und widmet sich dem Verhältnis von Deutschen und Dänen. Für Kinder ist das Teddy-Bär-Haus des Stadtmuseums eine besondere Attraktion.

Im Präsidentenkloster am Stadtweg befinden sich die Ostdeutschen Heimatstuben, in denen die Vertriebenenverbände an die ehemaligen deutschen Ostgebiete erinnern und ein Museum für Outsiderkunst. Dies zeigt die Sammlung des Psychiaters Dr. Manfred in der Beeck und präsentiert die künstlerische Kreativität von Menschen in der Psychiatrie.

Neues in der Stadt

Hinter dem Holm hat die Bundesluftwaffe ihre „Kaserne auf der Freiheit“ aufgegeben. Hier entsteht nun ein völlig neuer Stadtteil.

Vom 25. April bis zum 5. Oktober 2008 richtet Schleswig die Landesgartenschau aus. Das zentrale Gelände dieser Schau ist die Königwiese in Schleswig.

Ziele in der Umgebung

Rund um Schleswig warten viele sehenswerte Dörfer und Städte auf den Besucher. Flensburg und Husum sind jeweils rund 30 km entfernt. Entlang der Schlei und in den anderen Teilen des Landkreises Schleswig-Flensburg finden sich idyllisch ruhige Dörfer, die sich für erholsame Auszeiten anbieten. Und die Schlei ist ein hervorragendes Revier für Wasserfreunde.

Und nicht vergessen werden sollte der Besuch der Wallanlagen der alten Wikingerstadt Haithabu am Südufer der Schlei. Das dortige Wikinger-Museum und das rekonstruierte Wikinger-Dorf informiert über diesen wichtigen Ort des Handels im frühen Mittelalter.

Und diese Anlagen berühren das Danewerk, eine etwa 30 km lange Befestigungsanlage. Das Danewerk ist das größte archäologische Denkmal in Nordeuropa. Das Museum am Danewerk dokumentiert diesen Festungswall vom frühen Mittelalter bis in die jüngste Vergangenheit.

Weiter Informationen bietet die Webseite der Stadt Schleswig.