Bei den häufig auftretenden Einschlaf- und Durchschlafproblemen autistischer Kinder und von Kindern mit ADHS können einfache Maßnahmen für ein besseres Schlafverhalten sorgen. Oft ist die Umgebung des Bettes eine Ursache für schlechten Schlaf. Mit einer Umgestaltung nach den Bedürfnissen des Kindes kann man rasch ein reizarmes Schlafzimmer kreieren, das sich positiv auf einen erholsamen Nachtschlaf auswirkt.

Wandgestaltung mit beruhigenden Farben

Eine Wandgestaltung mit einem einfachen Anstrich in ruhigen Farben kann das Einschlafen des Kindes fördern. Wenn keine aufregenden Muster oder Farbtöne in der Umgebung des Kinderbettchens zu sehen sind, wird das Kind schneller einschlafen und besser durchschlafen. Eine blaue Wandtönung in kühlem Hellblau kann sich gut auf eine entspannende Schlafstimmung auswirken. Rot und Orange sollte man unbedingt vermeiden, da diese Farben eine eher anregende Stimmung vermitteln. Bilder und Wandschmuck sollten besser weggelassen werden.

Hypersensibilität und Wahrnehmung beim Einschlafen beachten

Schlafstörungen bei autistischen Kindern oder Kindern mit ADHS sind häufig auf ihre übersensiblen Sinne und eine extrem vom neurotypischen Empfinden abweichende Wahrnehmung der Umgebung zurückzuführen. Ihre Hypersensibilität muss unbedingt im Schlafraum berücksichtigt werden, da die Wahrnehmung gerade im Zustand des Einschlafens und Aufwachens sehr intensiv auf die Psyche des Kindes einwirkt. Überreizende optische, akustische und olfaktorische Eindrücke sind meist die Ursache für Einschlafstörungen und Durchschlafprobleme. Ein gesundes neurotypisches Kind wacht mehrmals kurz in der Nacht auf und schläft ohne eine Erinnerung daran rasch wieder ein, bei einem hypersensiblen Kind sind diese Schlafunterbrechungen der Grund für lange Wachzeiten in der Nacht. Sie finden schlecht zurück in den erholsamen Nachtschlaf.

Spielsachen aus dem Raum entfernen für besseren Schlaf

Es klingt hart, aber die Spielsachen und alle fantasieanregenden Dinge sollten aus dem Zimmer entfernt werden. Am besten gestaltet man eine schöne Spielecke für das Kind im Wohnzimmer oder in der Küche, aber auf keinen Fall im Schlafbereich. Diese von Kinderärzten empfohlene Maßnahme bewährt sich im Alltag und kann später, wenn das Kind belastbarer geworden ist, auch rückgängig gemacht werden. Natürlich sollte das mit fließenden Übergängen praktiziert werden, nach und nach können einzelne Objekte dem Kinderzimmer zugefügt werden. Die Hypersensibilität kann sich im Laufe der kindlichen Entwicklung vermindern, je nach individueller Reife des Kindes.

Geräuscharme Umgebung bei Durchschlafproblemen

Eine geräuscharme Umgebung schafft für einen guten Schlaf die besten Bedingungen. Tickende Uhren und summende Geräte stören das hypersensible Kind. Auch eine raschelnde Bettdecke verursacht bei den Bewegungen im Schlaf ein reizendes Geräusch.

Dunkelheit fördert die Ausschüttung von Melatonin

In der Dunkelheit wird die Ausschüttung von Melatonin aus der Zirbeldrüse gefördert, jeder Lichtreiz hemmt diese wichtige Hormonbildung und bringt neue Probleme beim Einschlafen. Auch wenn das Kind nachts aufwacht, sollte man kein Licht einschalten und es möglichst im Dunklen wieder beruhigen.

Quellen:

Roth, I., (2009) The Autism Spectrum in the 21st Century, Latimer Trend and Company Ltd, Plymouth, The Open University

Schirmer, B. (2006) Elternleitfaden Autismus, Trias Verlag, Stuttgart

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel fachlichen Rat - zum Beispiel den eines Arztes - nicht ersetzen kann.