Reizvolle Wanderung rund um die alte Herzogstadt und Veste Coburg

Der stille Wolfgangsee - Gerhard Kosuch
Der stille Wolfgangsee - Gerhard Kosuch
Rund um die Residenzstadt Coburg führen reizvolle Wege vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten durch eine sanfthügelige Landschaft mit nur geringen Steigungen.

Die Wanderung rund um Coburg umfasst heute den westlichen Abschnitt und führt vom Ausgangspunkt Wolfgangsee im Coburger Stadtteil Wüstenahorn über den Bismarckturm zur Tennisanlage des TC Weiß-Rot Coburg. In der Nähe des Wolfgangsees findet man problemlos genügend Parkplätze. Man kann zum Ausgangspunkt der Wanderung auch mit den Stadtbussen der Linie 2 fahren, die sowohl vom Theaterplatz in der Stadtmitte als auch vom ZOB am Hauptbahnhof verkehren.

Der September hat sich mit wunderbarem spätsommerlichen Wetter bestens eingeführt und lässt den verregneten August vergessen. Das Sonnenlicht flutet fröhlich über die Landschaft und ruft enorme Wanderlust hervor. Auf geht`s!

Vom Wolfgangsee durch Wald und Flur

Von der Bushaltestelle sind es nur wenige Meter zum Wolfgangsee. Der stille See mit seiner Schwimmblatt-Pflanzengesellschaft ist voller Leben. Man folgt dem schmalen, befestigten Fußweg am Südufer, bis eine Kleingartenkolonie auftaucht. Der Wanderweg führt links daran vorbei auf den Wald zu. Die späte Nachmittagssonne wirft ihr Streiflicht über die Gärten, der Wind frischt auf und kühlt angenehm die Haut. Man erreicht den Waldesrand und hält sich dort links. Nach wenigen Metern führt ein schmaler Pfad rechts bergan in den Wald. Hochgewachsene Fichten stehen dicht an dicht. Sie lassen kaum Licht durch ihre Wipfel dringen. Der mit einem Teppich aus Tannennadeln bedeckte Pfad schlängelt sich durch üppige Wildnis. Es geht steil bergan über Wurzelwerk, Steine, ausgewaschenen Boden, vorbei an einem rechts vor dem Wanderer erscheinenden Sportplatz.

Jetzt hat man fast die Höhe erreicht. Dort biegt man rechts ab auf eine bergab führende, schmale geteerte Straße. Der Wald öffnet sich und vor dem Wanderer breiten sich herbstlich gefärbte Felder auf einem sanft geschwungenen Höhenzug aus. Hier am Waldrand folgt man einem Schotterweg nach links durch ein Landschaftsschutzgebiet. Auf dem grasbewachsenen Weg wandert man geradeaus weiter und nicht nach links in den Wald, wie man meinen könnte. In tiefen Fahrspuren von Traktoren haben sich im tonigen Boden kleine, mit vielfältigem Leben besiedelte Tümpel gebildet. Das Sonnenlicht spielt mit den Blättern und Baumstämmen und wirft flirrende Schatten auf den Waldboden. Nach einiger Zeit verlässt man den Waldrand und biegt nach rechts ab auf einen Weg, der zwischen weiten Feldern verläuft, die sich bis zum Horizont ausdehnen. An der nächsten Wegkreuzung wendet man sich nach rechts auf einen Schotterweg. Bald trifft man auf eine rustikale, von Buschwerk eingerahmte Sitzgruppe, die zum Verweilen einlädt. Ein noch junges Apfelbäumchen wirft seinen wohltuenden Schatten auf den Wanderer.

Weite Höhenzüge von Coburg bis zum Thüringer Wald

Rechts vor einem, hinter dem zurücktretenden Waldrand, taucht jetzt wieder die majestätische Veste Coburg auf. Im Talkessel liegt dösend in der Nachmittagssonne das verträumte Coburg. Im Hintergrund erkennt man die Spitze des Bismarckturmes. Nach Norden erstrecken sich die Langen Berge bis zu den blassblauen Höhen des vielbesungenen Thüringer Waldes, die am fernen Horizont verschwimmen. Nach einiger Zeit erreicht man den Ortsrand von Scheuerfeld, einem Coburger Stadtteil. Man überquert eine Ortsverbindungsstraße und wandert weiter auf einem Fuß- und Radweg.

Der Buchberg schiebt sich rechts hinter Coburg ins Blickfeld. Nun geht es an einem Neubaugebiet vorbei. Schräg nach links sieht man am Horizont den Wasserturm von Weidach. Man verlässt den Fußweg und folgt der an einem Waldstück entlang führenden Straße. Die Blätter tragen erstes herbstliches Gold, das dem Naturfreund entgegen funkelt. Man wandert auf der Straße mehrere Hundert Meter, bis sich diese verengt, in einem Bogen nach rechts verläuft und dann geradewegs zum Waldrand führt. Dort geht es in einem weiteren Bogen erneut nach rechts und bald danach tauchen schön in die Landschaft eingebundene Tennisanlagen auf. Im Hintergrund grüßt wieder der Buchberg herüber. Der Weg führt, von abwechslungsreichem Grün begleitet, stetig bergab mit direktem Blick zur Veste Coburg, bis man schließlich das Tierheim erreicht.

Am Bismarckturm bietet sich ein wunderbarer Ausblick

Dort biegt man auf einen mit Buschwerk besäumten Fußpfad nach links ab. Es geht wieder bergauf und man folgt dem überwucherten Pfad am Waldesrand, der nun einen Bogen nach rechts beschreibt. Über Holzstufen schreitet man nach oben, vorbei an einem kleinen Wasserturm. Auf der Höhe erhebt sich jetzt der mit Natursteinen errichtete historische Bismarckturm. Der Abstecher belohnt den Wanderer mit einer wunderbaren Sicht auf die Residenzstadt Coburg.

Vom Turm aus geht es in westlicher Richtung nach links bergab in den Wald hinein. Der Weg verwandelt sich in einen Trampelpfad und scheint im Nichts zu enden. Der Naturfreund braucht hier alle Aufmerksamkeit und seine Spürnase, um nicht vom Weg abzukommen. Man wandert auf recht starkem Gefälle bergab. Bald hört man wieder die luftigen Geräusche fliegender Bälle und das regelmäßige Knallen von Schlägern. Schon taucht sie auch wieder auf, die wunderschöne Tennisanlage. Vor der Straße, auf die der Weg trifft, wendet man sich nach links den Judenberg hinauf. Man erreicht die Sportanlage und es besteht die Möglichkeit hier in der Gaststätte, einem italienischen Restaurant, gemütlich einzukehren. Von der hoch gelegenen Terrasse aus, kann man alle Tennisplätze wunderbar überblicken. Gestärkt an Geist und Gliedern findet man gleich in der Nähe die Stadtbushaltestelle der Linie 7. Von dort aus kann man bequem zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück fahren.

Kartenmaterial:

  • Amtliche Umgebungskarte des Bay. Landesvermessungsamtes UK 50-3, Maßstab 1:50 000
  • Coburger Land, Oberes Maintal mit Nebenkarte Bamberg
  • Wegausschilderung: rund um Coburg - oranges "C" 290-400 Höhenmeter

Die Wanderstrecke lässt sich auch für ungeübte Wanderer oder Familien mit Kindern leicht bewältigen.

Weitere Teilstrecken der Wanderung rund um Coburg:

GERHARD Kosuch, Gerhard Kosuch

Gerhard Kosuch - Gerhard Kosuch Autor, Maler, Lyriker und Architekt 25-jährige Tätigkeit als freier Architekt im Bereich ökolog./ ...

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