Religionen in Afrika

Die Verbreitung von Naturreligionen, Islam und Christentum

Die Religion spielt im Leben der Afrikaner eine bedeutende Rolle. Je nach Region und Ethnie existieren verschiedene religiöse Einflüsse

Religiosität nimmt im Leben der Afrikaner einen zentralen Platz ein und durchdringt alle Lebensbereiche. Neben dem Islam und dem Christentum gehören traditionelle Religionen zu den Hauptreligionen auf dem afrikanischen Kontinent. Der Islam ist in Nord- und in Westafrika sowie in den Küstenregionen Ostafrikas besonders stark verbreitet, während das Christentum primär im südlichen Afrika, im Landesinneren Ostafrikas, in Zentralafrika und an der Küste Westafrikas zu finden ist.

Traditionelle Religionen

Die verschiedenen traditionellen afrikanischen Religionen werden bis auf Nordafrika auf dem ganzen Kontinent, oft auch parallel zum Christentum und zum Islam praktiziert. Sie spiegeln die kulturelle Vielfalt der etwa 2.000 Gesellschaften Afrikas wider. Traditionelle Religionen werden in der Gruppe praktiziert und stärken das Zugehörigkeitsgefühl der Individuen. Dabei stehen Riten und Symbole im Mittelpunkt der Religion. Totems und Ahnenkult gehören ebenso zu den religiösen Praktiken wie der Glaube an mehrere Gottheiten. Heilkräfte von Menschen, der Glaube an gute und böse Geister sowie an Magie und Zauberkraft sind ebenfalls Bestandteil der traditionellen Religionen. Auch der Fetisch gilt nicht selten für die Gläubigen als Wohnstätte eines niederen Gottes und damit als einem Hilfsmittel ihrer Religion.

Islam in Afrika

Der Islam gehört gemeinsam mit dem Christentum zu der am meist verbreitesten Religion. Zum Hauptausbreitungsgebiet des Islams gehört der Norden Afrikas, aber auch an der Ostküste wurde diese Religion angenommen. Seinen Weg nach Afrika fand der Islam über arabische Kaufleute, die über das Meer vom Persischen Golf nach Ostafrika kamen. So galt der Islam bereits im achten Jahrhundert als führende Religion in diesen Gebieten. Über die Handelsrouten verbreitete sich der Islam auch in Wüstengebieten und stetig weiter nach Süden. Etwa um 1880 war der Islam die herrschende Religion im nördlichen Drittel des Kontinents. In den Süden Afrikas gelangte der Islam nur vereinzelt über Sklaven , die nach Südafrika verschleppt wurden.

Das Christentum in Afrika

Auch das Christentum wurde über den Handel nach Afrika gebracht. Mit der Errichtung europäischer Handelsstützpunkte an den Küsten des Kontinents im 15. Jahrhundert und der Kolonialisierung im 19. Und 20. Jahrhundert hielt das Christentum verstärkt Einzug in Afrika. Missionare brachten den Glauben aus ihrem Land mit und verbreiteten ihn und je nach Herkunft der jeweiligen Missionsgesellschaft begegnet man heute in Afrika unterschiedlichen Formen der lutherischen, reformierten, anglikanischen, orthodoxen, baptistischen oder methodistischen Kirchen. Aus diesen missionarischen Aktivitäten entstanden die Missionskirchen, die in Afrika weit verbreitet sind.

Als Gegenbewegung zu den Missionskirchen entstanden die Unabhängigen Afrikanischen Kirchen. Elemente afrikanischer Religiosität fanden im Christentum keinen Anklang. Bessere Entfaltungsmöglichkeiten dagegen boten sich in der Pfingstbewegung mit ihren prophetischen Reden, rituellen Heilungen, der Geistesergriffenheit beziehungsweise mit Trance-Erlebnissen und der Zungenrede.

Barbara Wawrzyniak, Privat

Barbara Wawrzyniak - Momentan im Masterstudium der Sozialwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Davor Absolvierung des ...

rss