Republik Kugelmugel als Offener Bücherschrank

Offener Bücherschrank - susanne schmich/pixelio.de
Offener Bücherschrank - susanne schmich/pixelio.de
Der Standort der Republik Kugelmugel und die dortige Mugelkugel bieten sich als Standort für einen neuen Offen Bücherschrank der "Buchtrinker" an.

Spezialisten zum Thema Offener Bücherschrank sind jetzt mit einer neuen Idee an die Öffentlichkeit gegangen. So soll nach den Vorstellungen von diversen Experten am Standplatz der Republik Kugelmugel im Wiener Prater ein neuer Offener Bücherschrank etabliert werden. Initiatoren dieses Projekts ist wieder einmal die Initiative Buchtrinker, das auch an den Standorten Lainzer Tiergarten, Augarten oder Donaupark mit eigenen Offenen Bücherschränken auftreten möchte. Damit würde nach den Bücherschränken in Wien-Neubau, Wien-Ottakring, Wien-Alsergrund, Wien-Margareten und Wien-Simmering ein weiterer Standort ins Visier einer Umsetzung genommen.

Entweder eigener offener Bücherschrank oder gleich die Mugelkugel

In welcher Art und Weise dieser neue offenen Bücherschrank allerdings gestaltet werden soll, ist noch nicht offiziell. Einerseits könnte man nach Art des Projekts Wortschatz in Wien-Margareten ein eigenes Bauwerk schaffen, andererseits aber auch die Mugelkugel der Republik Kugelmugel in die Präsentation der Bücher zu integrieren. Bei einem Offenen Bücherschrank nach dem Vorbild des Margaretenplatzes wäre natürlich nur ein beschränkter Raum für den Bücheraustausch vorhanden. Wählt man allerdings die Mugelkugel als Behältnis für den Offenen Bücheraustausch, dann wäre dies sozusagen in Umfang und Bedeutung eine Art Offenen Zentralbibliothek in Sachen Büchertausch. Würde sich eine solche Zentralbibliothek allerdings etablieren, dann wäre wahrscheinlich das Bücheraufkommen für andere Offenen Bücherschränke beschränkt.

Künstlerfamilie Lipburger müsste dem Bücherschrank Mugelkugel zustimmen

Bevor ein Offener Bücherschrank Mugelkugel allerdings etabliert werden könnte, müsste die Künstlerfamilie Lipburger ihre Zustimmung zu dieser Art der Nutzung ihres Zentralgebäudes der Republik Kugelmugel geben. Da die Lipburgers in umfangreichen rechtlichen Diskussionen mit Repräsentanten von Republik Österreich und Stadt Wien betreffend Kugelmugel sind, wird es wohl auch von offizieller Stelle entsprechende Zustimmungen oder sogar Genehmigungen geben müssen. Teilnehmer der Initiative Buchtrinker hoffen allerdings, dass sie entsprechende Unterstützung von dieser Seite bezüglich ihrer Ideen bekommen.

Mit Projekten Lainz, Augarten, Donaupark und Prater Nummer Eins in Wien

Sollte es der Initiative Buchtrinker tatsächlich gelingen, die Projekte Lainz, Augarten, Donaupark und Prater umzusetzen, dann hätten diese Projektanten die ursprüngliche Offene Bücherschrankgruppe um den Künstler Frank Gassner jedenfalls auf die Plätze verwiesen. Dieser kämpft ja seit längerem mit der rot-grünen Stadtverwaltung in Wien um Subventionen. Für die Buchtrinker ist dies kein Thema, wollen sie doch alles auf freiwilliger Basis und in Eigenregie finanzieren. Bei so viel „offenen Aktivitäten“ wird allerdings langsam aber sicher den Wiener Antiquariaten bzw. Billigstverkäufern von Gebrauchtbüchern wie der Institution Carla der Caritas der Markt abgegraben. Denn wer wird sich ein Buch bei Carla oder einem Antiquariat kaufen, wenn er es gratis über Offenen Bücherschränke beziehen kann. Deshalb darf man schon gespannt sein, wann eine Diskussion über Gewerberecht und Vertrieb von alten Büchern in Wien losgetreten werden wird.