Rettungshunde - typische Rassen und Eigenschaften

Bernhardiner in den Alpen - Sylvia Schöbe
Bernhardiner in den Alpen - Sylvia Schöbe
Trotz moderner Technik sind Hunde unverzichtbar bei der Rettung von Menschen. Bei Unglücken und Katastrophen sind opferbereite Rassen zuverlässige Helfer.

Hunde werden schon seit tausenden von Jahren als Helfer des Menschen eingesetzt. Auch heute haben sie noch eine große Bedeutung, u. a. auch bei der Rettung von Personen, die sich in Lebensgefahr befinden. Ob Lawinenunglücke, Erdbeben oder andere Katastrophen, mit ihrem ausgezeichneten Geruchssinn sind die Vierbeiner sogar modernen technischen Hilfsmitteln oftmals einen Schritt voraus.

Ein Rettungshund muss leistungswillig und menschenfreundlich sein. Jedoch sind nicht alle Tiere für die Ausbildung zur Bergung von Menschen geeignet. Am häufigsten werden sogenannte Gebrauchshunderassen eingesetzt. Typische Rettungshunde sind beispielsweise der Schäferhund, der Neufundländer, der Border Collie und der Labrador.

Der Neufundländer für die Wasserrettung

Der Neufundländer gilt als Spezialist für die Rettung von Ertrinkenden. Diese Rasse ist besonders für die Aufgabe geeignet, weil sie eine große Opferbereitschaft zeigt. Selbst bei völliger Erschöpfung versuchen Neufundländer, den Kopf der gefährdeten Person über Wasser zu halten und sie an Land zu bringen. Kein Wunder, dass diese zuverlässigen Rettungshunde ihren Einsatz manchmal sogar mit dem Leben bezahlt haben.

Seinen häufigen Einsatz als "Bademeister" verdankt der Neufundländer auch seinem massiven Körperbau, seinem ausgeglichenem und friedlichem Wesen sowie der Tatsache, dass er das Wasser liebt. Sein dichtes Fell ist außerdem wasserundurchlässig, was ihn sowohl vor Nässe als auch vor Kälte schützt. Deshalb macht es ihm ebenfalls nichts aus, sich in eiskalte Fluten zu stürzen.

Der Schäferhund für die Rettung aus Trümmern

Der Schäferhund leistet dem Menschen nicht nur als Polizeihund gute Dienste. Aufgrund vieler positiver Eigenschaften, die für das schnelle Auffinden von Personen nötig sind, ist er ein geradezu perfekter Rettungshund. Wegen seiner hohen Lernbereitschaft und seiner raschen Auffassungsgabe meistert er die Ausbildung schnell.

Er ist sehr belastbar und reagiert auch in Stresssituationen zuverlässig. Da er sehr wendig ist und ein noch ausgeprägteres Riechvermögen als andere Rassen hat, ist er vor allem dazu geeignet, Menschen unter Trümmern aufzufinden.

Der Bernhardiner als Rettungshund bei Lawinenunglücken

Der Bernhardiner steht heute noch als Sinnbild für die Rettung in den Bergen. Dabei kommt er immer weniger zum Einsatz, da er durch ungeeignete Züchtungen zu schwer und massig geworden ist. Wenn der Rettungshubschrauber zum Unglücksort fliegt, nehmen die Sanitäter lieber leichtere und wendigere Tiere mit. Heutzutage werden daher vor allem Schäferhunde als Lawinenhunde ausgebildet.

Trotzdem kann man gelegentlich noch einen Bernhardiner in Begleitung der Bergwacht sehen. Denn die Fähigkeit zu retten, hat er nicht vollständig verloren. Er besitzt immer noch die große Opferbereitschaft, die Gutmütigkeit, die Kräftigkeit, den Gehorsam sowie die Unempfindlichkeit gegenüber Kälte, die ein Lawinenhund braucht.

Es ist für den Hund kein Problem, Menschen auch noch unter dicken Schneemassen aufzuspüren. Dabei hilft ihm nicht nur seine gute Nase. Die Körperwärme des Verschütteten und das kleinste Geräusch erleichtern ihm die Suche.

Quelle

  • Francois Moutou: Hunde, arsEdition, München 2000
  • Verein für Deutsche Schäferhunde e.V.

Sylvia Schöbe - Liebe Leser und Leserinnen, Vielen Dank für das Interesse an mir und meinen Artikeln. Dann möchte ich mich einmal kurz ...

rss