
- Titelcover "Das große Buch der Stauden" - Verlag Eugen Ulmer
Kaum ein Hobbygärtner benutzt den Begriff Stauden. Dagegen ist diese Bezeichnung im Garten- und Landschaftsbau unter Profis so verbreitet, dass viele von ihnen im "Bund der Staudengärtner" zusammengefasst sind. Was der Profi als Staude bezeichnet, nämlich Pflanzen mit krautigen, nicht verholzten Stängeln, nennt der Hobbygärtner meist Blumen. Aber auch etliche Gräser und auch Zwiebelpflanzen wie der Zierlauch sowie Wasserpflanzen werden zu den Stauden gerechnet. Es sind Pflanzen mit krautigen, nicht verholzten Stängeln. Das zeigt schon, was für eine wichtige Funktion Stauden im Garten haben und wie sie sein Aussehen prägen.
Das große Buch der Stauden – 1800 Gartenblumen von A-Z
1800 hört sich erst einmal gewaltig an. Wenn man aber weiß, dass es von einer der beliebtesten Gartenstaude, der Taglilie (botanisch Hemerocallis), neben den 20 botanischen Arten mehr als 60.000 registrierte Sorten, also Züchtungen und Kreuzungen, gibt (in Worten: sechszigtausend!), wird Verständnis dafür haben, dass in diesem Buch nur eine kleine Auswahl vorgestellt werden kann. Um beim Beispiel Hemerocallis zu bleiben, werden drei Arten und 15 Sorten abgebildet, wobei die Sorten übersichtlich in einer der 65 Sortentabellen aufgelistet sind.
Doch der Reihe nach. Den Anfang macht das Kapitel "Mit Stauden gestalten", in dem beschrieben wird, was Stauden sind, welche Unterschiede es gibt und wie man sie einsetzt. "Stauden pflanzen und pflegen" ist das nächste Kapitel überschrieben. Der Weg vom Container an den richtigen Standort wird beschrieben, die Standortwahl und Bodenbearbeitung skizziert und angegeben, wie man gesunde Stauden erkennt. Neben der Vermehrung durch Aussaat (nicht immer sortenrein möglich) wird die vegetative Vermehrung geschildert, die einzige Möglichkeit, garantiert sortenreine Ableger zu bekommen. Krankheiten und Schädlinge sowie Pflegemaßnahmen bilden den Abschluss dieses Kapitels.
Vor den Bezugsquellen, Literaturhinweisen sowie dem Register folgen die Stauden von A-Z. 480 Arten und 1320 Sorten werden behandelt und mit vielen Fotos oder in den Sortentabellen vorgestellt. Die Ordnung erfolgt nach den wissenschaftlichen, botanischen Namen, die deutschen lassen sich leicht im Register nachschlagen und finden. Im informativen Text finden sich auch Hinweise darauf, wie viele Pflanzen pro Quadratmeter gepflanzt werden sollen und welche Stauden man besonders gut miteinander kombinieren kann.
Stauden ohne Ende – die Grenzen
In einem Buch über Stauden Lücken zu finden, fällt nicht schwer. Dafür ist die Arten- und Sortenvielfalt einfach zu groß. Einige Beispiele sind etwa die Rosenprimel, Primula rosea, oder das Lanzen-Eisenkraut, Verbena hastata. Auffällig ist, dass sehr viele Stauden des Wassergartens und seiner direkten Umgebung fehlen. Pflanzen wie die Kuckucks-Lichtnelke, Lychnis flos-cuculi, wachsen keineswegs nur am Teich, sondern auch auf feuchten Böden. Wer sich für diesen Bereich des Gartens und seine Bepflanzung interessiert, sei auf die Spezialliteratur zu diesem Thema hingewiesen, etwa das im gleichen Verlag erschienene, umfangreiche Buch "Der Wassergarten" (s. Literatur).
Fazit
Wer die Lücken, die in einem zwar sehr ausführlichen, angesichts der riesigen Zahl von Arten und Sorten von Stauden immer nur einen Ausschnitt zeigenden Buch kennt und als gegeben ansieht, erhält nicht nur ein sehr informatives, verständlich geschriebenes, sondern bei der Auswahl für den eigenen Garten sehr hilfreiches Buch, in dem das Stöbern richtig Spaß macht. Besser konnte man es kaum machen.
Literatur:
Andreas Barlage & Frank M. von Berger: Das große Buch der Stauden. 1800 Gartenblumen und Gräser von A-Z. 288 Seiten, über 750 Fotos und Zeichnungen, 65 Sortentabellen, Format 19,6 x 26,6 cm (Breite x Höhe). Hardcover. ISBN 978-3-8001-7428-7. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2011, 29,90 €.
Karl Wachter, Herbert Bollerhey & Theo Germann: Der Wassergarten. 281 Seiten, ca. 800 Fotos, Format 19,6 x 26,6 cm (Breite x Höhe). Hardcover. ISBN 978-3-8001-3235-5. 8., vollständig überarbeitete Auflage, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2005, 49,90 €.
