Rezension – Gehölze von A-Z: 1500 Bäume und Sträucher

Titelcover
Titelcover "Gehölze von A-Z" - Verlag Eugen Ulmer
Gehölze und Sträucher gehören unabdingbar zum nicht zu kleinen Garten. In diesem Buch werden sie ausführlich vorgestellt.

Im Gegensatz zu Bäumen bezeichnen wir buschig wachsende, aber ebenso wie Bäume mit holzigem Stamm ausgestattete Gewächse als Sträucher. Beide werden wegen ihrer holzigen Stämme als Gehölze bezeichnet. Das Gegenteil dazu sind die Stauden weichere Stängel, die nicht verholzen. Im kleinen Garten sind Bäume und Sträucher selten, im mittelgroßen Garten ab etwa 100 m² Fläche aber nahezu unverzichtbar.

Bäume und Sträucher als Gestaltungselemente im Garten

Während viele Stauden nur zeitweise in Erscheinung treten, weil sie nur oder vor allem während der Blühzeit auffallen, sind Bäume und Sträucher nur insoweit an die Jahreszeit gebunden, als sie im Winter oft ihr Laub verlieren und nur noch das Astgerippe zu sehen ist. Aber wir kennen es von vielen Bäumen und Sträuchern, dass sie auch im Winter Blattgrün zeigen. Dazu zählen die Nadelbäume mit ganz wenigen Ausnahmen und viele Sträucher wie die Rhodendren und die gerne als Hecken eingesetzten Thuja und der Kirschlorbeer mit seinen zahlreichen Sorten. Während man aber das Erscheinungsbild eines Gartens durch Wechsel oder Veränderung von Stauden sehr schnell ändern kann, sind Gehölze für einen längeren Zeitraum angelegt. Deswegen will ihr Einsatz, so sinnvoll er sein mag, immer gut überlegt sein.

Pflege von Bäumen und Sträuchern

Ob winterbelaubt oder nicht, Bäume und Sträucher gehören zu den wesentlichen Gestaltungselementen eines Gartens. Sie schaffen Rahmen, Abgrenzungen, Sichtachsen, aber auch Verstecke etwa für Mülltonnen und Kompostbehälter. Auf der anderen Seite verlangen viele von ihnen Pflege. Dazu gehört das regelmäßige Beschneiden. Denn viele Sträucher, Bäume dagegen weniger, solange ausreichend Platz zur Verfügung steht, müssen immer wieder zurückgeschnitten werden. Würden wir das nicht tun, so wuchern viele von ihnen unkontrolliert und können genau den gegenteiligen Eindruck erwecken, für den sie gepflanzt wurden: nämlich Chaos statt Strukturierung.

Gehölze von A-Z – Mit Gehölzen gestalten

So lautet die Überschrift des ersten Kapitels. Zuerst werden grundsätzliche Funktionen von Gehölze im Hausgarten sowie über die Jahreszeiten erläutert. Dann folgen Hinweise für die Verwendungsmöglichkeiten von Gehölzen an den verschiedenen Stellen des Gartens, wie an Sitzplätzen, Mauern, Zäunen und Pergolen, Steinen, Stufen und Mäuerchen, am Wasser, in Vorgärten, in Innenhöfen und nicht zuletzt in Pflanzgefäßen. Kurz wird darauf hingewiesen, wie man mit Gehölzen sogar Gartenbilder komponieren kann.

Gehölze von A-Z – Gehölze pflanzen und pflegen

Hier sind die wichtigen Schritte für die Anpflanzung und Pflege erläutert. Das beginnt bei der Einschätzung der richtigen Wuchshöhen und der Bodenvorbereitung und endet bei der ausführlichen Anleitung zur Pflege der Gehölze im Garten. Gerade was den Schnitt betrifft, sind die verwendeten Zeichnungen sehr hilfreich.

Was mir hier etwas fehlt, sind die Hinweise auf die Vorschriften für die Anpflanzungen von Gehölzen. Nicht alles darf nämlich beliebig nahe an das Nachbargrundstück heran. Ein allgemeiner Hinweis mit dem Ratschlag, sich lokal genauer zu informieren, hätte schon gerecht, denn die Vorschriften sind von Bundesland zu Bundesland und manchmal sogar noch kleinräumiger verschieden. Ebenso fehlt der Hinweis, dass viele Bundesländer den Gehölzschnitt im Frühjahr und Sommer aus Vogelschutzgründen verbieten.

Gehölze von A-Z – Laubgehölze

Der weitaus überwiegende Teil des mit 800 Farbfotos, 23 Zeichnungen und etwa 100 Sortentabellen üppig ausgestatteten Buchs ist den Laubgehölzen gewidmet. 1300 Bäume, Ziersträucher, Kletterpflanzen und Bambusse, sämtlich winterhart, werden beschrieben. Wie bei den Nadelgehölzen des nächsten Kapitels erfolgt die Reihenfolge in alphabetischer Reihenfolge der wissenschaftlichen Namen; über das Register findet man aber auch schnell mit dem deutschen Namen das passende Gehölz. Allerdings zeigen sich hier einige kleine Schwächen, wenn man die Lorbeerkirsche nur unter diesem Namen, nicht aber unter dem ebenso häufig verwendeten "Kirschlorbeer" findet. Aber darüber kann man angesichts der sehr informativen Texte, der guten Fotos und der sehr hilfreichen Tabellen hinwegschauen. Natürlich musste bei den Sorten eine Auswahl vorgenommen werden, diese darf aber als durchweg gelungen bezeichnet werden.

Gehölze von A-Z – Nadelgehölze und Gingko

Den Abschluss vor Bezugsquellen, Literaturverzeichnis und Register bildet die Behandlung von 240 Nadelbaumarten und -sorten nach dem gleichen Schema wie die Laubgehölze. Leider wird nirgendwo auf die Eignung gerade vieler Nadelgehölze als Hecken hingewiesen. Aber dafür gibt es ja spezielle Literatur.

Fazit

Mit diesem gut bebilderten, verständlich geschriebenen Buch erhält der Gartenfreund nicht nur eine hervorragende Infromationsschrift für die Planung eigener Gehölzpflanzungen, dem aufmerksamen Beobachter erlauben die vielen Fotos auch die Bestimmung von Gehölzen in Nachbars Garten. Auf der Titelseite findet sich der Hinweis "Profiwissen kompakt". Das kann man nur bestätigen.

Literatur

Andreas Bärtels: Gehölze von A-Z. 1500 Bäume und Sträucher. 288 Seiten, 800 Farbfotos, 23 Zeichnungen, 100 Tabellen, 20,3 x 27,2 cm (Breite x Höhe), Hardcover, ISBN 978-3-8001-5849-2, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2009, 29,90 €.

Gerald Zimmer - Gerald Zimmer ist als selbstständiger Redakteur für zahlreiche Garten- und Heimtiermagazine tätig. Seine zahlreichen ...

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