Rezension – Solingen! Leben in meiner Stadt

Titelcover - Verlag Juhr
Titelcover - Verlag Juhr
Solingen ist über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. In diesem Bildband werden viele Seiten der Stadt gezeigt.

Ab 2012 soll es auch auf den Stadteingangsschildern stehen: Klingenstadt Solingen. Denn für seine metallverarbeitenden Betriebe und die Besteckherstellung ist Solingen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. So spielen Klingen in Solingen immer noch eine große Rolle.

Die Autoren von Solingen!

Christian Beier und Ralf Steinberg sind für die meisten Fotografien verantwortlich. C. Baier ist Bildredakteur der führenden Solingen Tageszeitung, von ihm stammen die meisten Fotos, R. Steinberg bekannter Tier- und Naturfotograf. Ihnen sind nicht nur gute Aufnahmen gelungen, sondern oft zeigen sich ungewöhnliche Blickwinkel. So ist alleine das Blättern im Buch schon spannend.

Die Texte sind kurz und präzise. Bei der Vorstellung der Sehenswürdigkeiten wurden sie auch in Teilen Teilen in Englisch und Französisch übersetzt, wobei nicht ganz klar ist, wozu das dient (denn die Mehrzahl des Texts ist in Deutsch gehalten). Sicher, es erleichtert den Zugang für nichtdeutschsprachige Leser, aber schöner wäre es, wenn alle Texte übersetzt worden wären.

Aufbau des Buchs Solingen!

Nach einem kurzen Einblick in die Historie Solingen – die Stadt kann immerhin auf eine 650-jährige Geschichte zurückblicken, obwohl die heutige Stadt erst 1929 als Zusammenschluss von Solingen, Gräfrath und Ohligs entstanden ist – folgt die Beschreibung der Stadtteile Innenstadt, Gräfrath, Wald, Höhscheid/Aufderhöhe/Widdert, Ohligs, Burg und Müngsten. Es schließen sich sich die Kapitel "Events und Sport", "Natur und Industriekultur" sowie "Städtepartner" an. Etwas ungewöhnlich ist diese Stadtteilaufteilung. Denn bis 1929 bildeten Ohligs, Aufderhöhe und Merscheid (nur mit dem Industriemuseum vertreten) eine eigene Stadt, ebenso wie Gräfrath und Wald.

Bringt das Buch Solingen! Neues?

Ja! Auch praktisch jedem Solinger selbst ist die Stadt nicht in allen vorgestellten Details bekannt. Es ist den Autoren gelungen, einen sehr weiten Bogen zu spannen und so auch dem alteingesessenen Solinger noch Neues zu präsentieren. Für den Neubürger ist das Buch geradezu unschätzbar. Denn anhand der Beschreibungen lässt sich Solingen viel besser kennenlernen als beim einfachen Bummeln (obwohl auch das in vielen Bereichen, nicht nur in Burg, Müngsten und der Ohligser Heide, sehr zu empfehlen ist).

Was fehlt im Buch?

Natürlich kann dieses Buch eine Großstadt wie Solingen nicht komplett abbilden. So fehlt der traditionelle Zöppkesmarkt (Zöppker sind kleine Küchenmesser), der durch seine Vereinsstände weit über einen normalen Trödelmarkt hinausgeht. Auch die diversen Preise wie die "Schärfste Klinge", 2011 an Joachim Gauck verliehen, fehlen. Darüber kann man aber hinwegsehen, denn irgendwo musste eine Grenze gezogen werden. Ein echtes Manko ist jedoch das Fehlen des einzigen Solinger Ehrenbürgers, Ex-Bundespräsident Walter Scheel. Die einzigen Personen, die – durchaus zu recht – ausführlich vorgestellt werden, sind die wie W. Scheel ebenfalls in Solingen geborenen Michael Lesch (Schauspieler) und Richard David Precht (Philosoph und Autor).

Resumee zu Solingen! Leben in meiner Stadt

Das Buch zeigt Solingen in wesentlichen Teilen in tollen Fotos, die Lust darauf machen, Solingen kennenzulernen. Ein Buch für Solinger, Solingenfreunde und Besucher, die einige Tage in Solingen verbringen wollen.

Referenz

Daniel Juhr, Christian Beier & Ralf Steinberg: Solingen! Leben in meiner Stadt. 151 Seiten, ca. 300 Farbfotos, Format 23 x 31 cm, Hardcover mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-942625-05-0. Juhr Verlag, Wipperfürth 2011, 24,90 €.

Gerald Zimmer - Gerald Zimmer ist als selbstständiger Redakteur für zahlreiche Garten- und Heimtiermagazine tätig. Seine zahlreichen ...

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