Rezension: Das Frustjobkillerbuch von V. Kitz und M. Tusch

Kein weiterer sinnloser  Ratgeber - Benjamin Klack
Kein weiterer sinnloser Ratgeber - Benjamin Klack
In ihrem Frustjobkillerbuch weisen Volker Kitz und Manuel Tusch nach, dass es völlig egal ist, für wen man arbeitet.

87 Prozent der Arbeitnehmer haben keine oder eine sehr geringe Bindung an den Arbeitsplatz, 85 Prozent würden gerne wechseln und 20 Prozent haben innerlich gekündigt ... und all das hat nichts mit der Arbeitsstelle zu tun, die man innehat.

Diese Aussage treffen Dr. Volker Kitz (Jahrgang 1975, Jurist und Psychologe) und Dr. Manuel Tusch (Jahrgang 1976, studierte Psychologie und Erwachsenenbildung) in ihrem „Frustjobkillerbuch“.

Das Frustjobkillerbuch – erster Teil: Erwartungen und Probleme

Das handliche Buch ist in zwei größere Teile und 10 Kapitel mit jeweils mehreren kleinen Unterkapiteln gegliedert. Der erste Teil erklärt, warum es egal ist, für wen wir arbeiten – sofern man ein paar grundlegende Dinge der Arbeitswelt und der Menschen in ihr bedenkt. Probleme des Arbeitslebens sind universell und in der Psyche begründet; Man kann ihnen nicht entkommen und wird sie überall wiederfinden. Begründet sind sie in unseren meist zu hohen Erwartungshaltungen – diese müssen in Erwartungsbündel umstrukturiert werden. Was immer und überall stört, das sind die zu geringe Bezahlung, die ausbleibende Anerkennung, die fehlenden Gestaltungsspielräume (wobei hierin auch ein Vorteil liegt, der näher erläutert wird) und die vielzitierte Bürokratie. Ebenso kann es die sogenannte Work-Life-Balance nicht geben. Wir haben eine Grundstimmung gegen (vor allem fremdbestimmte) Arbeit.

Weitere Erkenntnisse in dem praktikablen und flüssig zu lesenden Büchlein sind, dass Kollegen, Kunden, Chefs immer nerven werden und man es nicht ändern kann; dass es neben dem papiernen auch einen psychologischen Arbeitsvertrag gibt; Stellenanzeigen eigentlich wie Reiseprospekte zu lesen sind und es nur wenige wirkliche Gründe gibt, die einen Stellenwechsel erforderlich machen: permanente Unter- oder Überforderung, das Ende der Karriereleiter oder die Erkenntnis, grundsätzlich einen falschen Weg eingeschlagen zu haben.

Das Frustjobkillerbuch – zweiter Teil: Übungen und Empfehlungen

Der zweite Teil des Buches beinhaltet verschiedene Übungen und vermittelt konkrete Verhaltensempfehlungen und Hinweise für abgeänderte eigene Denkmuster. Man erfährt, was gegen sich selbst erfüllende Prophezeiungen zu tun ist und wie man Vorsorge für seelische Gesundheit trifft, aber auch wie man sich selbst und anderen gegenüber respektvoll sein kann und wie man sinnvoll kommuniziert.

Kein üblicher Ratgeber

Besonders interessant an diesem Buch ist, dass es sich nicht in die Reihe der üblichen Berufs- und Karriereratgeber einordnen lässt, denn hier wird kein Königsweg zur Selbstverwirklichung propagiert. Der Leser wird stattdessen mit oft nicht änderbaren Realitäten konfrontiert, die er unter anderen Blickwinkeln betrachten sollte. Wirklich empfehlenswert für alle Unzufriedenen, die sonst immer gerne einen Arbeitsplatzwechsel in Betracht ziehen ...

Das Buch

Volker Kitz/Manuel Tusch: Das Frustjobkillerbuch. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2008, 252 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 978-3-593-38666-9.

Karl-Heinz Schuck, Autor

Karl-Heinz Schuck - Seid gegrüßt! Mein Name ist Karl-Heinz Schuck und ich interessiere mich sehr für die Vergangenheit - hier insbesondere ...

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