
- Hörspiel - innovative fiction
Der bekannte Bestseller-Autor Glen Snyder glaubt in der abgelegenen Hafenstadt Port Hardy ein ruhiges Domizil gefunden zu haben – fernab von Presserummel und Journalisten. Doch Sherriff Kahleen O´Connor macht ihm einen Strich durch die Rechnung und bittet ihn um Mithilfe in einem Mordfall, der bis ins Detail an einen seiner Romane erinnert: Im Hinterhof einer beliebten Gaststätte wurde die Leiche eines völlig ausgeweideten Mannes gefunden. Und der Täter hat eine Visitenkarte hinterlassen – genauso wie in Snyders Horrorroman „Das Dämonenportal“. Unfreiwillig wird Snyder als eine Art Profiler in die Ermittlungen einbezogen, in deren Verlauf einige seltsame Dinge passieren. So wird im Wald nur wenige Stunden später der Gerichtsmediziner tot aufgefunden. Sherriff O´Connor (gesprochen von Sabrina Heuer) glaubt schon, sie habe es mit einem Serienmörder zu tun, doch da macht sie eine noch viel schreckliche Entdeckung: Ganz in der Nähe vom Tatort stößt sie auf ein Massengrab – mit Hunderten zerstümmelter Leichen. Dann taucht auch noch Agent Smith vom CBI am Untersuchungsort auf. Allmählich bekommt Sherriff O´Connor eine Ahnung davon, welch unkontrollierte Ausmaße ihr Fall annimmt.
Die Rahmenhandlung von „Der Fluch“: „Protokoll Alpha“ und Glen Snyders Visionen
Zur selben Zeit scheinen die Bewohner der Stadt Port Hardy von einer Art Pandemie oder Massenhysterie befallen worden zu sein. Agent Smith verhängt eine Quarantäne über ganz Vancouver Island und setzt „Protokoll Alpha“ in Kraft. Und was Sherriff O´Connor nicht weiß: Glen Snyder (gesprochen von Bert Stevens, u. a. bei WDR-Hörspielen und "Abseits der Wege" mitgewirkt) hat die Ereignisse bereits in einer Vision vorausgesehen. Und das nicht zum ersten Mal. Seine Visionen hatten ihm in der Vergangenheit genügend Stoff für seine Bücher geliefert. Erst als seine Familie eines Tages durch ein Feuer ums Leben kam und er trotz seiner Gabe ihren Tod nicht verhindern konnte, zog er sich von der Schriftstellerei zurück. Agent Smith glaubt, Snyder sei durch seine Gabe eine wertvolle Hilfe, um die Ereignisse in Port Hardy zu stoppen.
Innovative Fiction will sich von anderen Hörspiellabels abheben
Bei „Der Fluch“ handelt es sich um ein Echtzeit-Hörspiel, in dem – ähnlich wie bei der Hörspielserie „Goldagengarden“ – mehrere parallele Ereignisse erzählt werden. Bei den ersten beiden Folgen handelt es sich um einen abgeschlossenen Zweiteiler, dem im Falle des Erfolgs vier weitere Episoden folgen sollen. Nicht geplant sei eine „Endlos-Reihe“. Die Produzenten von „Der Fluch“ sprechen von einer „Mystery-Thriller-Reihe im Stil „Akte X“ meets H. P. Lovecraft“. Der Name „Innovative Fiction“ sei dabei Programm: Sowohl in der Erzählweise und Produktion als auch Präsentation würde sich dieses Hörspiellabel von anderen seiner Art unterscheiden.
Fazit
Das Hörspiel "Der Fluch" arbeitet viel mit Flashbacks, Traumelementen und mystischen Motiven und erinnert dabei, auch wenn es sich von anderen Mystery-Hörspielen unterscheiden will, sehr stark an „Gabriel Burns“ oder „Dorian Hunter“. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist die Stimme von Sabrina Heuer als Sheriff O´Connor. Auch scheint es an manchen Stellen des Hörspiels, als wolle der Regisseur zu viel Handlung in eine Folge pressen, was das Hörspiel gar nicht nötig gehabt hätte. Nichtsdestotrotz ist Falk T. Puschmann mit „Der Fluch“ ein handwerklich gut gemachtes Hörspiel gelungen, das in seiner „schnellen“ Machart auf ein eher jugendliches Publikum zugeschnitten ist.
Der Fluch. Schatten über Port Hardy (01). Innovative Fiction 2011. 1 Audio-CD. Laufzeit 55 Min. Preis Euro 8,99.
