Rezension: Equus

Ein Theaterstück von Peter Shaffer

Shaffer lässt die Leidenschaft zu Pferden glühen: in Equus wird der 17jährige Alan Strang durch seine Liebe zu Pferden zu einem brutalen Tierquäler.

"Equus" ist ein Theaterstück von Peter Shaffer, das 1973 am Broadway uraufgeführt wurde. Zwei Jahre später erhielt Shaffer den Tony Award für das beste Theaterstück. Die Rolle des Psychiaters Martin Dysart übernahm damals der Schauspieler Anthony Hopkins.

Der Inhalt von Equus

Martin Dysart arbeitet in einer psychiatrischen Klinik, obwohl er selbst an seiner Rolle des Psychiaters zweifelt. Nicht zuletzt aufgrund seiner Ehe, in der er sich missverstanden fühlt und seiner absurden Träume über die griechische Mythologie. Doch sein schwierigster Fall liegt noch vor ihm: die Jugendrichterin Hesther Salomon bringt ihm den 17jährigen Alan Strang. Alan scheint zunächst ein normaler Junge zu sein, der einen routinierten Alltag hegt, in einem scheinbar liebevollen Elternhaus aufwächst und eine große Leidenschaft zu Pferden hegt. Doch genau diese Leidenschaft ist es, die Alan zum Verhängnis wird: aus zunächst unbestimmten Gründen hat er die Pferde in dem Stall, in dem er arbeitet, auf brutale Weise geblendet. Dysart scheint der einzige zu sein, der Zugang zu dem Jungen erlangen kann und begibt sich mit ihm auf eine Reise durch die Kindheit, Träume und Leidenschaft, auf der er unerwartet auf sich selbst trifft.

Rezension: Equus

Obwohl das Stück bereits einige Jahre alt ist, hat es weder an Aktualität noch an Reiz verloren. Noch immer wird es aufgeführt und sogar mit Daniel Radcliffe (bekannt als Harry Potter) als Alan Strang besetzt. Wirkt es auf den ersten Blick wie ein simpler Ausschnitt aus dem Berufsleben eines Psychiaters, behandelt es doch weit aus mehr Themen. Shaffer schafft es, die Frage nach gezügelter Leidenschaft mit Religion und Okkultismus zu verbinden und spannt einen Bogen zu der griechischen Mythologie. Doch abgesehen von spirituellen Fragen, konfrontiert er den Zuschauer und Leser von "Equus" mit der Medienwelt, die ihren Einfluss auf die Menschen ausübt. Kritisch stellt er den Konsumdruck der Gesellschaft dar und stellt den Protagonisten Alan Strang aus dieser Maschinerie aus Werbesprüchen, gesellschaftlich konventionierten Regeln und familiären Idealbildern ausbrechen. Im Vordergrund steht die Frage: ist es Wahnsinn, die Leidenschaften zu unterdrücken oder entspringt der Wahnsinn eben dieser Unterdrückung? Durch die Figur des Psychiaters Dysart schafft Shaffer eine Projektionsfläche dieser Frage außerhalb von psychischen und seelischen Krankheiten und fordert den Zuschauer zur Selbstreflektion auf.

Equus als Film

1977 wurde das Theaterstück unter dem Titel "Equus-blinde Pferde". Shaffer schrieb selbst das Drehbuch, Sidney Lumet führte die Regie. In den Hauptrollen sind Richard Burton als Dr. Martin Dysart und Peter Firth als Alan Strang besetzt. Der Film wurde stark von Tierschutzorganisationen und Shaffer selbst aufgrund der blutigen und realistischen Darstellung der Blendung der Pferde kritisiert. Auch die deutsche Filmzeitschrift "film-dienst" kritisierte, dass das Theaterstück mit "naturalistischen Schockeffekten kinogerecht" gemacht worden sei.

Judith Binias, Judith Binias

Judith Binias - Judith Binias, Jahrgang 1985 freiberufl. Autorin/Regisseurin Kurzvita Abitur: 2005 Regiearbeiten: 2009: J. Binias: "Das ...

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