
- Paolini: Die Weisheit des Feuers - cbj-Verlag
Die Schlacht auf den Brennenden Steppen haben die Rebellen gewonnen. Doch Eragon weiß, wie viel Glück er und sein Drache Saphira hatten und wie nah die Armee des bösen Königs Galbatorix dem Sieg gekommen war. Eragons Cousin Roran und das Eintreffen der von ihm befehligten Truppen halfen, den Ausgang der Schlacht zu verändern. Als Dank für Rorans Hilfe entschließt sich Eragon daher, seinem Cousin im Kampf gegen die Ra’zac beizustehen, die Rorans Verlobte Katrina verschleppt haben. Die Vernichtung der Ra’zac ist nicht die einzige Aufgabe, der sich Eragon stellen muss. Der Drachenreiter hat seinem Meister versprochen, ins Reich der Elfen zurückzukehren und dort seine Ausbildung abzuschließen. Doch die Varden unter der Führung Nasuadas können den Schutz durch Saphira und ihren Reiter nicht entbehren, weshalb Eragons Treueschwur zu Nasuada auf eine harte Probe gestellt wird.
Drittem Buch von Eragon soll vierter Band folgen
Für seinen dritten Band der Eragon-Reihe hat sich Christopher Paolini (geboren 1983) viel vorgenommen. So viele Details für die Handlung waren ihm eingefallen, dass er nicht, wie ursprünglich geplant, die Geschichte zu einem Ende bringen konnte. So machte er aus der als Trilogie angelegten Reihe kurzerhand eine Tetralogie. Doch ob wirklich nach dem vierten Band Schluss ist, weiß wahrscheinlich auch Paolini selbst nicht zu sagen. Zu wünschen wäre es, denn das Problem von „Die Weisheit des Feuers“ (der Originaltitel „Brisingr“ ergibt deutlich mehr Sinn, denn wie soll Feuer weise sein) ist nicht, dass der Autor zu viele Ideen hatte.
Zwerge, Elfen und Drachen spielen wieder eine große Rolle
Im Gegenteil, ihm ist nicht viel eingefallen, um die Handlung voranzutreiben. Stattdessen verzettelt er sich in Wiederholungen: Eragon muss noch einmal zu den Zwergen, noch einmal zu den Elfen, noch einmal gegen einen Schatten kämpfen und noch einmal gegen Murtagh und dessen Drachen Dorn antreten. Bei der Erfüllung seiner Aufgaben hilft ihm seine an die Matrix-Filme erinnernde Schnelligkeit, die Möge-die-Macht-mit-Dir-sein-Philosophie der Star-Wars-Filme und die Magie, der kaum Grenzen gesetzt sind. Wie schon in Band 2, „Der Auftrag des Ältesten“, spielt auch Roran wieder eine große Rolle. Warum ihm jedoch soviel Raum eingeräumt wird, bleibt ein Rätsel. Denn die Geschehnisse bei den Varden erlebt der Leser bereits aus der Sicht Nasuadas, und die Bewohner des Heimatdorfes von Eragon und Roran sind inzwischen auch nur ein Teil der Rebellenarmee geworden.
Eragon ist Fantasy für Jugendliche
Nun handelt es sich bei der Eragon-Reihe um Fantasy für Jugendliche, die auch von der Entwicklung der Identifikationsfigur lebt. Doch die inneren Konflikte des Helden schildert Paolini auch nicht sehr überzeugend. Da könnte er sich von der deutlich jüngeren Kollegin Catherine Banner („Das Lied von Manolia“) eine Scheibe abschneiden. Im Nachwort schreibt der Autor, dass die Eragon-Reihe immer komplexer werde. Zwischen Band 1 und Band 2 gab es sicherlich einen solchen Sprung. Doch wirklich aufwändig ist der neue Fantasy-Roman nicht geworden. Die Komplexität eines R. Scott Bakkers („Der Krieg der Propheten“) oder Steven Eriksons („Das Spiel der Götter“) verfehlt Paolini um Längen. Für "Das Erbe der Macht", den vierten Band, der im November 2011 erschienen ist, kann man ihm nur wünschen, dass er sich auf das Wichtigste konzentriert und zu einer überzeugenden Lösung kommt, in der das Gute zwar triumphiert, doch kein völliges Happy End erreicht. Das gab es schon nicht beim „Herrn der Ringe“, dem großen Vorbild für Eragon.
Christopher Paolini: Eragon 3 – Die Weisheit des Feuers. cbj-Verlag 2008. Gebundene Ausgabe, 864 Seiten. Euro 24,95.
Christopher Paolini: Die Weisheit des Feuers. Eragon 3. Blanvalet 2010. Broschiertes Taschenbuch, 864 Seiten. Euro 14.
