
- Blood Diner auf DVD - Indigo (über Amazon.at)
Der im Jahr 1987 entstandene "Blood Diner" stellt die Quintessenz aller Fun-Splatter-Filme der 80er Jahre dar. Dass der Film sich dabei stark bei "Blood Feast", dem ersten Splatterfilm überhaupt, bedient, passt da perfekt ins Bild.
Seine Mitmenschen zum Fressen gern haben
Zwei Brüder, Michael und George, sitzen gerade beim Spielen, als ihr blutüberströmter und komplett den Verstand verloren habender Onkel Anwar mit einem Fleischerbeil in der Hand zur Tür hereinstürzt. Er schenkt den beiden ein Amulett. Dieses stammt von einer mehrere Millionen Jahre alten Kultur, welche die uralte Göttin Shitaar verehrte. Dann geht Onkel Anwar wieder nach draußen und wird dort von der Polizei erschossen.
20 Jahre später graben die beiden Brüder die Leiche ihres Onkels aus, um das spektakulärerweise noch völlig intakte Gehirn desselben zu stehlen. Das von ihnen in einem Einmachglas aufbewahrte Denkorgan nimmt sofort Kontakt mit Michael und George auf, da es (natürlich) in der Lage ist, zu sprechen. Onkel Anwar erteilt dem Brüderpaar den Befehl, alle nötigen Leichenteile für die Erweckung von Shitaar zu besorgen. Da dafür mehr Körperteile benötigt werden als man glauben mag, gehen die beiden gemeinsam mit Onkel Anwars Gehirn dazu über, in ihrer Gegend reihenweise Frauen zu ermorden. Die Überreste, welche für die Wiedererweckung Shitaars nicht benötigt werden, verwerten George und Michael in dem von ihnen gemeinsam betriebenen vegetarischen Restaurant weiter. Dort schmecken die neuen Gerichte den Gästen so großartig, dass der Laden schon bald täglich gerammelt voll ist. Dies ist zwar einerseits großartig, da man so durch die Gäste schneller zu den gebrauchten Leichenteilen kommt, allerdings beginnt die Polizei langsam, Michael und George zu verdächtigen, da immer mehr Stammkunden ihres Ladens verständlicherweise nicht mehr auffindbar sind. In der Nacht der Wiedererweckung kommt es schließlich zu einem Finale, bei dem die Menge des fließenden Blutes nur noch in Hektolitern angegeben werden kann...
"Blood Diner" – Ein knallbuntes Blutspektakel
Bei "Blood Diner" von Jackie Kong handelt es sich um einen Film, der dem später entstandenen "Braindead" von Peter Jackson nicht unähnlich ist. Ursprünglich als Fortsetzung zu H. G. Lewis' "Blood Feast" geplant (daher kommen auch der ähnliche Plot und Titel), wurde quasi erst im letzten Moment entschieden, dass "Blood Diner" ein eigenständiges Werk werden sollte. Dass "Blood Feast" dennoch eine sehr starke Inspirationsquelle für Kongs Film war, kann dennoch nicht bestritten werden. Dies schadet dem Film aber in keiner Weise, da man "Blood Feast" nicht kennen muss, um die Geschichte zu verstehen. So werden Kenner von Lewis' Film sich an den versteckten Anspielungen erfreuen können, während andere Freunde des Splatterfilmes einfach einen ordentlich schrägen und blutigen Film zu Gesicht bekommen.
"Blood Diner" sticht vor allem durch zwei Dinge hervor. Da wären zum Einen die extrem blutigen und ruppigen Morde und zum Anderen die (in grellbunten Farben leuchtenden) Schrägheiten, welche "Blood Diner" sich nicht nur bei den Tötungen, sondern auch bei den Charakteren und der Ausstattung leistet. "Blood Diner" ist ein sehr blutiger Film, der sich in Sachen Gewalt nicht vor dem bereits erwähnten "Braindead" verstecken muss (auch wenn "Blood Diner" nicht ganz so brutal ist) und dabei gleichzeitig dermaßen bunt und überdreht, dass man mit der Zeit das Gefühl bekommt, gerade einen außer Kontrolle geratenen Tom und Jerry Cartoon zu sehen. Natürlich werden hier sämtliche Schauspieler zur absoluten Nebensache degradiert und manche von ihnen sind bestimmt keine talentierten Vertreter der thespischen Künste, aber eine oscarreife Darbietung darf man in einem Film dieser Art ohnehin nicht erwarten.
"Blood Diner" – Kein Film für Zartbesaitete
Dass "Blood Diner" nichts für schwache Nerven ist, dürfte somit klar sein. Wenn man sich aber einen Splatterfilm ansehen möchte, der ohne Rücksicht auf Verluste ein völlig durchgeknalltes Schlachtfest abliefert, dann ist man bei der DVD von "Blood Diner" an genau der richtigen Adresse.
Wer sich für andere Splatterfilme interessiert könnte hier fündig werden: Grindhouse-Kino der 70er und 80er Jahre oder The last House on the Left
"Blood Diner, USA 1987, Regie: Jackie Kong, Laufzeit: 88 Minuten
