Adrian Gostick und Chester Elton erläutern in „Zuckerbrot statt Peitsche“, wie man mit einer täglichen Dosis Anerkennung sein Unternehmen nach vorne bringt. Wer mit dem Leitsatz „Zuckerbrot und Peitsche“ erzogen wurde und als Kind unter Tränen seine „Lektionen“ lernte, weiß aus bitterer Erfahrung, dass diese altertümliche Erziehungsmethode zwar in manchen Fällen effektiv ist, aber nicht zur Nachahmung empfohlen werden kann. Einen Sinn hätte es nur, wenn es „Zuckerbrot statt Peitsche“ heißt, dieser Auffassung sind die beiden Autoren im Buch.
Kündigung wegen fehlender Anerkennung
Sie stellten Arbeitnehmern weltweit die Frage, ob und wie ihr Boss ihre herausragenden Leistungen anerkennt. Das beschämende Ergebnis: 79 Prozent der unzufriedenen, kündigungsbereiten Untergebenen gaben als Grund an, dass sie im Zusammenhang mit ihrem Job nicht die geringste Anerkennung bekommen. Während einer zehnjährigen Recherche kamen die Autoren zu der Einsicht, dass Eigenkapitalsrendite und Arbeitsmoral sich gleichzeitig drastisch erhöhten, wenn die Unternehmer und die verantwortlichen Vorgesetzten es im täglichen Ablauf verstanden, die geleistete Arbeit ihrer Mitarbeiter und damit den Menschen dahinter anzuerkennen.
Ein lobendes Wort zur rechten Zeit ist „der“ Beschleunigungsfaktor – das registrierten Betriebsinhaber, die den verborgenen Wunsch nach Anerkennung ihrer Belegschaft erfüllten. Denn dieser hat Priorität, noch vor einer Gehaltserhöhung.
Positive Effekte für die Gesamtkapitalrentabilität
Die praktizierte Grundeinstellung, dass Anerkennung „Chefsache“ ist, wirkt sich direkt und langfristig positiv auf die Gesamtkapitalrentabilität (GKR) aus. Wie die Studien zeigen, klaffen die Erwartungen der beiden „Parteien“ weit auseinander. Die meisten Manager sind der Auffassung, dass ihre Untergebenen nur auf finanzielle Zuwendungen positiv reagieren.
Wie sich zeigt, haben Unternehmen mit der als Führungsinstrument ausgeübten Anerkennung ihrer Mitarbeiter einen höheren erzielten Gewinn. Das unterstützt auch Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank. Der ergänzende Artikel: "Buchrezension: Ackermanns Welt - Leo Müller", beschreibt die Persönlichkeit des Chefs der Deutschen Bank Josef Ackermann und wie er seine Geschäfte führt.
Grundregeln der Mitarbeiterführung
Im zweiten Kapitel des Buches gehen die Autoren auf die vier Grundregeln der Führung ein. Die Autoren erklären, wie wichtig es im Sinn eines Zuckerbrotes ist, gemeinsame Ziele zu definieren, auf dem Weg dahin eine direkte Kommunikation (Auge in Auge) zu pflegen, im gegenseitigen Vertrauen zum Ziel hin zu arbeiten und klar zu vermitteln, dass jeder in erster Linie selbst für seine Arbeit verantwortlich ist.
Die Autoren definieren des Weiteren, dass eine Führungskraft, der Vertrauen entgegen gebracht wird, in der Lage sein wird, öffentlich Fehler einzugestehen, ihre Verpflichtungen einhält und sich sich mit ebenfalls vertrauenswürdigen Menschen umgibt. Ein guter Chef verhält sich auch im ethischen Graubereich konsequent vorbildhaft, spielt mit offenen Karten und trägt sichtbar und aktiv zu einem positiven Ruf der Firma bei.
Die Autoren betonen, dass ihrer Erfahrung nach das Vertrauensproblem dadurch gelöst wird, dass der Vorgesetzte sich täglich „unter seine Mitarbeiter mischt“. Nur so könne er erfahren, wo etwas im Argen liegt und unverzüglich handeln. Im vorliegenden Buch wird aufgezeigt wie die Anforderungen sich in die tägliche Berufspraxis umsetzen und integrieren und wie sich Anreize sinnvoll gestalten lassen.
Die Autoren
Adrian Gostick ist Vizepräsident der Carrot Culture Group und Gastdozent bei der Seton Hall University. Chester Elton ist Motivationstrainer und Berater für Fortune 100 Unternehmen.
Adrian Gostick und Chester Elton: Zuckerbrot statt Peitsche. FinanzBuch 2008. Hardcover, 234 Seiten. Euro 34,90.
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