Rezension zum Hörspiel "Öffne die Tür" von Marco Göllner

Öffne die Tür - Pandoras Play
Öffne die Tür - Pandoras Play
Marco Göllners Hörspiel "Öffne die Tür" (erschienen 2007 bei Pandoras Play) ist ein guter Thriller mit überraschendem Ende.

Bo zieht - da er berufsbedingt den Wohnort wechseln muss - in eine neue Wohnung. Er ist der erste Mieter dort, da das Haus noch leer steht und erst später umgebaut werden soll. Das ist auch der Grund, warum Bo sich zuerst nicht über die verschlossene Tür zum Treppenhaus wundert, was sich allerdings sehr bald ändern soll. Er begegnet Fee, einer jungen Frau, die Bo auf den ersten Blick gefällt. Da dies durchaus auf Gegenseitigkeit beruht, gehen beide miteinander aus und verbringen eine heiße Nacht zusammen. Am nächsten Morgen ist Fee plötzlich spurlos verschwunden. Da Bo sie nicht finden kann und sie auch nicht bei ihrer Arbeitsstelle auftaucht, macht er sich immer mehr Sorgen. Dabei versteht er auch nicht, wieso zeitgleich mit Fees Verschwinden die ursprünglich zugesperrte Tür zum Treppenhaus sperrangelweit offen steht und zwar genauso offen wie die Frage, wo Bo eigentlich wohnt...

"Fight Club" lässt grüßen

Marco Göllners "Öffne die Tür" ist ein Thrillerhörspiel, welches - aufgrund der eher wenigen Sprecher - beinahe den Eindruck eines Kammerspiels erweckt, was sich durchaus als Vorteil erweist. Dabei beginnt "Öffne die Tür" relativ harmlos. Bo zieht in seine Wohnung, geht mit seinem Kumpel aus, knüpft erste Kontakte zu Fee und es entwickelt sich zwischen den beiden so etwas wie eine Romanze. Nur ganz langsam erhält man als Zuhörer immer mehr Hinweise, dass diese Idylle nur Fassade ist und in Wahrheit etwas ganz und gar nicht stimmt. Während Bo immer verzweifelter nach Fee sucht und man sich beim Hören der Geschichte immer wieder fragt, was denn nun wirklich hinter der ominösen Tür versteckt ist, wird einem am Schluss eine komplett andere Lösung präsentiert, welche einem beim ersten Anhören überrascht und dabei dennoch völlig logisch ist (und die wohl nicht von ungefähr an Filme wie "Fight Club" erinnert). Es wurde also nicht nur deshalb ein Twist eingebaut, weil man unbedingt alle überraschen wollte, der Schluss ist vielmehr so perfekt in das Hörspiel eingebettet, wie das sonst bei so genannten "Überraschungsenden" leider nur noch sehr selten der Fall ist.

Die Sprecher und die Produktion von "Öffne die Tür"

Die Hauptrolle des Bo hat Marco Göllner gleich selbst übernommen und er erledigt diese Aufgabe wirklich mit Bravour. Diana Pilger ist ebenfalls ein Amateur, was man ihr aber in ihrer Rolle als Fee keine Sekunde lang anmerkt. So können bei neben Andreas Fröhlich (unter anderem in "Die drei ???" zu hören) ohne Probleme bestehen, was sehr zum Gelingen dieser Produktion beiträgt.

Auch die Produktion von "Öffne die Tür" lässt fast keine Wünsche offen. Die Titelmusik ist stimmig, außerdem hat man noch einige gute Schockeffekte eingesteut. Bemängelt kann hier nur werden, dass manche der Gespräche etwas zu leise abgemsicht wurde, sodass der Zuhörer ab und zu ein wenig mit dem Lautstärkeregler spielen muss. Das hält sich aber Gott sei Dank in Grenzen.

Fazit zu "Öffne die Tür"

Marco Göllners Hörspiel "Öffne die Tür" ist nicht nur für Thrillerfreunde empfehlenswert. Nach einem eher langsamen Beginn wird die Handlung immer fesselnder und man kann sich ihr bis zum Schluss nicht mehr entziehen.

Göllner, Marco: "Öffne die Tür", Pandoras Play 2007, 10 Euro

Udo Seelhofer, Udo Seelhofer

Udo Seelhofer - Studium: Deutsche Philologie (abgeschlossen) Kombinierte Religionspädagogik (im letzten Abschnitt) Arbeit: Seit Oktober 2006 ...

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