
- Last House on the Left 2009 - Universal (über Amazon.at)
Die Remakewelle ist in Hollywood noch immer nicht abgeebbt. Bei der Vielzahl an Neuverfilmungen ist es oft schwierig, die guten von den überflüssigen neuen Versionen zu unterscheiden. Das im Jahr 2009 erschienene Remake von Wes Cravens "Last House on the Left" gehört eindeutig zu den ersteren. Im folgenden Artikel werden viele wichtige Wendungen des Plots angesprochen, daher gibt es hier nun für alle Filmfreunde eine Spoilerwarnung.
Selbstjustiz als letzter Ausweg
Die siebzehnjährige Mari Collingwood fährt gemeinsam mit ihren Eltern in den Urau zu ihrem Haus in den Wäldern am See. Mari leiht sich nach der Ankunft das Familienauto, um sich mit ihrer Freundin Paige zu treffen. Was sie nicht wissen ist, dass der gefährliche Kriminelle Krug von seiner Freundi Sadie und einem Komplizen aus dem Gewahrsam der Polizei befreit wurde und sich in der Gegend befindet. Paige und Mari lernen den Teenager Justin kennen. Dieser sagt ihnen, dass er ein wenig Pot in seinem Hotelzimmer hat. Er kann die beiden Mädchen dazu überreden, ihn zu begleiten. Dabei werden sie dort von Krug – der Justins Vater ist – und seinen Leuten überrascht. Sie kidnappen die Mädchen und fahren mit deren Wagen in die Wälder. Dort ersticht Krug Sadie und vergewaltigt Mari, die ihm aber danach, mit knapper Not und lebensgefährlich verletzt, entkommen kann. Da das Auto bei einem vorherigen Unfall zu stark beschädigt wurde, suchen Krug, seine Freundin, sein Sohn Justin und ihr gemeinsamer Komplize eine Übernachtungsmöglichkeit, damit sie nicht in den herannahenden Sturm geraten.
Dabei klingeln sie bei dem einzigen Haus in der Umgebung – dem von Maris Eltern, wo sie auch freundlich aufgenommen werden. Erst als sie ihre gerade noch lebende Tochter vor ihrem Haus finden, wird Maris Eltern klar, welche Monster sich gerade bei ihnen befinden. Da der Sturm die Telefonleitung lahmgelegt hat, ist sehr bald klar, dass die Polizei niemals rechtzeitig hier sein kann. Maris Eltern bleibt keine andere Wahl, als das Gesetz in ihre eigenen Hände zu nehmen.
Unterschiede zum originalen "Last House on the Left"
Zwischen dem Remake aus dem Jahr 2009 und dem 1972 erschienen Original gibt es zwei große Unterschiede. Erstens wird im Original nur erwähnt, dass Krug von seinen Freunden aus dem Polizeigewahrsam befreit wurde. Im Remake wird den Zusehern das auch gezeigt. Man kann also mitverfolgen, wie Sadie und Co das Polizeiauto rammen, die beiden Cops erschießen und Krug aus dem Wagen holen. Der zweite – und weitaus wichtigere – Unterschied ist der, dass Mari im Remake überlebt. Im Original erfahren die Eltern in einem von der Mutter zufällig mitgehörten Gespräch zwischen den Verbrechern, was mit ihrer Tochter geschehen und diese längst gestorben ist. Das Mari im Remake überlebt, gibt der Handlung eine andere Dynamik, da die Collingwoods, neben der Ausführung ihrer Rachepläne, auch noch ihre schwer verletzte Tochter versorgen und verstecken müssen.
"Last House on the Left" – Ein rasanter Schlag in die Magengrube
Dem Remake von "Last House on the Left" gelingt es von der ersten Minute an, Spannung zu erzeugen. Der Film ist allerdings nichts für schwache Nerven. So wird zum Beispiel die Vergewaltigungsszene in allen ekelerregenden Details gezeigt und auch die Rache der Eltern an den Vergewaltigern und Mördern wird in allen blutigen und brutalen Einzelheiten gezeigt. Die Kämpfe, welche sich die Collingwoods mit Krug und seinem Gefolge liefern, sind nicht nur packend inszeniert, sie liefern auch einen gegenseitigen Austausch an Tiefschlägen, die man sonst nur sehr selten in einem Flm zu sehen bekommt. Dabei ist es interessant zu beobachten, wie der Film seine Zuschauer manipuliert, da es dem Publikm völlig egal ist, wie brutal die Collingwoods vorgehen, da es ja schließlich die "richtigen" Leute trifft. So gleicht das Ansehen dieses Filmes mit der Zeit immer mehr dem Abbau von Aggressionen gegen die Antagonisten.
"Last House on the Left" ist dem Original in einigen Belangen sogar überlegen, da der Spannungsbogen sehr viel durchgängiger ist als dies bei der Vorlage der Fall ist,welche schon einige Hänger aufweist. Der Film ist auf jeden Fall einen Blick wert.
"Last House on the Left", USA 2009, Regie: Dennis Iliadis, Laufzeit: 110 Minuten
