
- Hausgemachter italienischer Minestrone - Julie Anne Workman
Der italienische Name minestrone heißt "dicke Suppe" und ist die Steigerungsform des italienischen Wortes minestra, welches "Suppe" bedeutet. Seine dickflüssige Konsistenz mit den vielen Zutaten entspricht unseren Eintopfgerichten. Für dieses Gericht gibt es kein einheitliches Rezept. Je nach Region wird der minestrone mit unterschiedlichen Zutaten und Einlagen zubereitet, wobei jede Hausfrau ihr eigenes Rezept dafür hat. In Norditalien wird er auf klassische Art aus diversen, jahreszeitlich wechselnden Gemüsen hergestellt. Karotten, Lauch, Erbsen, Staudensellerie, Tomaten, Zucchini, Fenchel, Wirsing und Bohnen sind seine Hauptbestandteile. Für den deftigen Geschmack werden Zwiebeln, Knoblauch und pancetta, (luftgetrockneter Bauchspeck), mitgekocht. Frische Kräuter wie Basilikum oder Salbei verfeinern das Aroma. Auf den Tisch kommt der Eintopf mit geriebenem Parmesan.
Als sättigende Einlage gibt es in der Lombardei oft Reis, im Trentino und Friaul Graupen, im restlichen Italien häufig Spaghetti oder Hörnchnnudeln, gelegentlich auch geröstetes Weißbrot, das aber auch eigens dazu gereicht werden kann. In der Gegend von Genua wird der minestrone ohne Speck, dafür aber mit Pesto, Pilzen und Auberginen gegessen. In den Abruzzen verwendet man Speck, lässt aber den Wirsing und die Bohnen weg und gibt dafür Linsen, Steckrüben, Weißkohl und Schweinskopf zum minestrone.
Die Zutaten für den italienischen Minestrone
- 400 g frische Bohnenkerne oder 150 g getrocknete Bohnen,
- 100 g magerer, geräucherter Bauchspeck,
- 2 Karotten, 2 Selleriestangen, 2 kleine Zucchini, 2-3 mehlig kochende Kartoffeln,
- 1 große Zwiebel, 1 Zehe Knoblauch, 1 Sträußchen grüne Petersilie,
- 3 Tomaten, ein Viertel eines Wirsingkopfs,
- 250 g Erbsen, alternativ oder zusätzlich eine Knolle Fenchel,
- eine Handvoll Brechbohnen,
- ein Stengel Basilikum, mehrere Salbeiblätter,
- 5 Esslöffel Olivenöl, Salz,
- 200 g Reis, Hörnchennudeln oder Spaghetti, Wasser,
- geriebener Parmesan.
Die Zubereitung des italienischen Minestrone
- Die frischen Bohnenkerne werden nicht vorbehandelt. Die getrockneten Bohnen am Tag vorher in kaltem Wasser einweichen und am Zubereitungstag des minestrone in leicht gesalzenem Wasser weichkochen.
- Den Speck in Würfel schneiden.
- Die geschälten Karotten und die Selleriestangen in Scheiben schneiden, die geschälten Kartoffeln und die Zwiebel in kleine Würfel.
- Tomaten brühen, die Haut abziehen und ohne den Stielansatz in kleine Stücke schneiden.
- Petersilie und Knoblauch fein hacken.
- Den Wirsing und die großen Basilikumblätter in Streifen schneiden.
- Den Fenchel quer zur Faser in Scheibchen schneiden, die grünen Bohnen zweimal teilen, die Erbsen aus den Schoten holen.
- Das Olivenöl erhitzen, die Speck- und Zwiebelwürfel, den gehackten Knoblauch und die Petersilie dazugeben, Basilikum und Salbei zufügen und das Ganze unter Rühren drei Minuten lang anrösten.
- Jetzt das geschnittene Gemüse, außer den grünen Bohnen, den Erbsen und den Tomaten, in das Öl einrühren , mit 2,5 l Wasser, (für den minestrone wird keine Fleischbrühe verwendet), auffüllen und salzen. Die Bohnenkerne ebenfalls dazugeben und die Suppe mit Deckel bei schwacher Hitze 1,5 Stunden köcheln lassen.
- Danach die kleingeschnittenen Tomaten und die grünen Bohnen in den Topf geben und noch einmal 30 Minuten lang garen.
- Am Schluss die Erbsen, die Nudeln oder den Reis in die Suppe geben und noch 20 Minuten kochen.
- Den minestrone vor dem Servieren mit Salz abschmecken und die in die Teller gefüllte Suppe mit dem geriebenen Parmesan bestreuen.
In Italien kocht man den minestrone oftmals noch deutlich länger. Doch um den Geschmack der Zutaten zur vollen Geltung zu bringen, ist die oben genannte Kochzeit lang genug.
Genauso berühmt wie der italienische minestrone und ebenso delikat ist die Französische Zwiebelsuppe. Oder wie wäre es zu Abwechslung mit einer Zuppa di lenticchie, einer Linsensuppe nach italienischem Rezept?
Mehr in:
- "Italienische Küche - mit Pfiff!", Rotraud Degner, Humboldt Taschenbuchverlag Jacobi KG; München, 1978.
