
- Lust auf Kuchen? Selbstgebackener Marmorkuchen - S. Arif
Er ist einfach selber zu backen und der unbestrittene Klassiker auf jeder Kaffeetafel und wird - hübsch dekoriert, mit Puderzucker berieselt oder mit Schokoladenguss versehen - auch gerne auf Kindergeburtstagen glücklich vertilgt: der Marmorkuchen. Besonders lecker schmeckt der saftige Rührkuchen natürlich mit einem Klecks Sahne.
Rührkuchen? Napfkuchen? Gugelhupf? Rodonkuchen? Was denn nun?
Ist ein Marmorkuchen denn nun eigentlich ein Napfkuchen, beziehungsweise Gugelhupf? Oder ist dies etwas gänzlich anderes? Zum traditionellen Rezept von Gugelhupf gibt es verschiedene Meinungen. Die eine besagt, dass der klassische Marmorkuchen mit den genannten Kuchensorten eigentlich nur gemein hat, dass sie in ähnlicher Kuchenform (rund, mit "Schornstein" in der Mitte) gebacken werden. Bei Napfkuchen, Gugelhupf oder Rodonkuchen soll es sich ursprünglich wohl traditionell um Kuchen aus Hefeteig - meist mit Trockenfrüchten versehen - gehandelt haben, der in der typischen Kranzform gebacken wird. An anderen Stellen findet man wiederum Behauptungen, dass der Gugelhupf auch schon vor Jahrhunderten aus Rührteigen, wie für den Marmorkuchen üblich, hergestellt wurde.
Heutzutage ist es letztendlich egal - denn inzwischen überschneiden und verwischen sich hier sowieso gerne die Bezeichnungen für die verschiedenen Rezepte, da zum einen der beliebte Rührteig mit Backpulver ebenfalls gerne in dieser runden Form gebacken wird. Zum anderen gibt es auch Varianten des Napfkuchens mit Hefeteig, in denen Kakao zur Marmorierung eingearbeitet wird.
Rezept für saftigen Marmorkuchen
500 g Mehl
250 g Zucker
250 g Butter
125 g Milch
5 Eier
1 Päckchen Backpulver
Mark 1/2 Vanilleschote oder 1 Päckchen Vanillezucker
Einige Tropfen Backöl Orange (optional)
Für die Marmorierung
3 EL echter Kakao
2 EL Rum, Whisky oder Milch
Zubereitung des Rührkuchens
- Zunächst die weiche Butter, das ausgekratzte Mark der Vanilleschote und das Orangenöl in die Rührschüssel geben und mit dem Rührgerät cremig rühren.
- Danach den Zucker dazu geben und gründlich untermischen. Anschließend werden die Eier jeweils einzeln mit Hilfe des Mixers gründlich unter den Teig gerührt.
- Nun abwechselnd das mit dem Backpulver vermischte Mehl und die Milch einarbeiten.
- Der Teig hat die perfekte Konsistenz, wenn er nicht zu flüssig ist, aber auch nicht nur fest am Rührlöffel klebt. Als Test: Der Rührteig sollte sich schwer reißend vom Löffel ablösen.
- Etwa 2/3 des Kuchenteiges in eine ausgefettete und ausgemehlte Backform geben und glatt streichen.
Tipp: Am leichtesten geht es, wenn man die Form mit etwas Sonnenblumenöl auspinselt und dann mit Mehl bestäubt.
- Den restlichen Teig mit dem Kakao und etwas Flüssigkeit (Milch oder Rum/Whisky) verrühren.
- Den Schokoladenteig ebenfalls in der Kuchenform verteilen. Für die typische Marmorierung wiederholt spiralförmig mit einer Gabel durch den Teig fahren.
- Den Teig in der Form glatt streichen und bei 180° im vorgeheizten Backofen circa 50-60 Minuten backen.
- Gegen Ende der Backzeit eine Garprobe mit einem Holzstäbchen machen. Bleibt kein Teig mehr hängen, ist der Marmorkuchen fertig.
- Den Marmorkuchen in der Form auskühlen lassen, auf einen Teller stürzen und anschließend entweder ganz klassisch mit Puderzucker bestäuben oder mit Kuvertüre überziehen.
Backtipp: Alle Zutaten sollten zimmerwarm sein, damit sich der Teig gut miteinander verbindet und der Rührkuchen nachher auch schon saftig wird. Der Rührkuchen soll besonders locker werden, wenn man sich die Mühe macht und die Eier trennt, dann erst das Eigelb unterrührt und später das geschlagene Eiweiß vorsichtig unterhebt.
Ein Rührkuchen - 100 verschiedene Rezepte
Rührkuchenteig ist sehr variabel und wandelbar. Auf Grundlage dieses Rezept lassen sich mit ein wenig Kreativität im Grunde hunderte von verschiedenen köstliche Kuchen backen. Leckere Effekte lassen sich erzielen, indem man mit verschiedenen zusätzlichen Zutaten experimentiert: Kokosrapel, gemahlene Nüsse, würziger Chai-Sirup, kleingeschnittene Trockenfrüchte (zum Beispiel Erdbeeren, Kirschen, Cranberries oder Ananas) aber auch geriebener Ingwer oder frische, kleinschnittene Bananen machen sich gut im Kuchen. Grob gehackte Schokoladenstücke, Marzipan, ein wenig Rotwein oder Rum machen sich auch hervorragend. Bedenken Sie dabei: bei einigen trockenen Zutaten muss eventuell noch etwas zusätzliche Flüssigkeit ergänzt werden, da der Teig sonst zu fest werden kann.
Noch mehr Rezepte für leckere Kuchen und Kekse
Und wenn man gerade mal keine Lust auf den saftigen Kuchenklassiker hat? Dann gibt es noch zahlreiche andere Versuchungen, die unbedingt gebacken werden wollen. Zum Beispiel eine andere Rührkuchen-Variante: der Rotweinkuchen - besonders saftig und verführerisch duftend. Oder wie wäre es mit einem Rezept für Käsekuchen wie bei Mama? Und fast wie kleine Törtchen kommt das Rezept für Möhren-Cupcakes daher. Rustikalere Knabberein - auch mal für Unterwegs - verspricht das Rezept für knusprige Haferkekse. Und wer es besonders schokoladig schätzt, der kann ja zu dem ausgefallen Rezept für Chocolate-Pistachio-Cake (Schokoladen-Pistazien-Kuchen) greifen. Und Menschen, die nach dem Lesen des Artikels eine sofortige Dosis Rührkuchen benötigen, kann mit dem Mikrowellenkuchen schnell geholfen werden.
Quellen:
Ureigene Küchenrecherchen & Backerfahrung
Historisches zum Gugelhupf, bereitgestellt vom österreichischen Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.
