Ab Anfang August bis weit in den Winter trägt der Sanddornbusch seine Früchte. Die markanten orangenen Beeren sind wahre Vitaminbomben: Sie enthalten nicht nur weit mehr Vitamin C als Zitronen, sondern auch einiges an Carotinen, E- und B-Vitaminen, Gerbstoffen sowie ungesättigten Fettsäuren. Nicht erst seit der Gesundheitswelle boomt vor allem auf deutschen Touristeninseln wie Norderney oder Rügen das Geschäft mit Sanddornprodukten: Ob Saft, Sirup, Marmelade, Öl, Tee oder Kosmetika – Sanddorn ist vielseitig verwendbar und besitzt einen zwar recht eigenen, aber durchaus feinen Geschmack.

Für viele Gäste umgibt die Frucht zudem der Reiz des Exotischen: Sie kommen auf ihrem Inseltrip das erste Mal in Kontakt mit dem Gewächs. Dabei blüht dieses auch auf Sand- und Kiesböden in anderen Teilen der Republik – steht in freier Wildbahn allerdings unter Naturschutz: Schließlich ist der Sanddorn nicht nur selten, sondern stellt im Winter auch eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel dar. Glücklicherweise erfreut er sich auch bei Hobbygärtnern zunehmender Beliebtheit. Aus den eigenen Beeren kann man ohne großen Aufwand verschiedene Spezialitäten selber machen.

Sanddornlikör – einfaches Rezept

Ein Gläschen Sanddornlikör ist ein echter Genuss und sorgt an kalten Wintertagen obendrein für einen kleinen Vitaminschub. Das Rezept ist simpel: Die reifen Beeren waschen und in eine Flasche mit breitem Hals geben. Nun je nach Gusto Kandiszucker oder Honig zugeben und die Flasche mit Wodka, Rum, Korn oder Obstler aufgießen – hier ist Experimentierfreude gefragt. Gut verschließen und vier bis sechs Wochen auf dem Fensterbrett reifen lassen, dabei ab und an schütteln. Zuletzt den Likör abfiltern. Fertig. Dieses Rezept lässt sich mit Vanille verfeinern: Hierzu eine Vanilleschote aufschneiden, das Mark herausschaben und in den Ansatz geben.

Sanddornlikör lässt sich jedoch auch mit Sanddornsaft ansetzen: Hierzu nehme man 1,5 Liter Wodka, Korn oder Rum und gebe 500 ml ungesüßten Sanddornsaft sowie 500 g Kandiszucker hinzu. Wie oben beschrieben reifen lassen, fertig ist der edle Tropfen. Waschechte Küstenjungs nennen den übrigens Fasanenbrause – warum auch immer.

Rezept für leckeren Sanddornsaft

Mit diesem Rezept lässt sich im Handumdrehen ein leckerer Saft herstellen: Die Beeren in einen Topf geben und mit einem Löffel leicht andrücken. Etwas Wasser hinzugeben und das Ganze auf niedriger Stufe ca. eine Viertelstunde köcheln lassen. Abschließend den Fruchtbrei durch ein Sieb pressen und den Sanddornsaft abfüllen. Am Besten frisch genießen – dazu je nach Geschmack mit Honig oder Zucker süßen. Sanddornsaft hält sich einige Tage im Kühlschrank, lässt sich aber auch hervorragend einfrieren. Im Winter lässt sich daraus leckerer Sanddorngrog zubereiten: Einfach etwas Saft mit heißem Wasser aufgießen und mit Zucker sowie Rum abschmecken.

Sanddornsirup – süße Sache mit Vitamin C

Ein Spritzer Sanddornsirup verwandelt jedes Glas Wasser in eine fruchtige Erfrischung – und enthält obendrein jede Menge Vitamin C und all die anderen wertvollen Inhaltsstoffe des Sanddorns. Die Herstellung von Sanddornsirup ist dabei denkbar einfach: Zunächst benötigt man Sanddornsaft (siehe oben). Diesen mischt man zu gleichen Teilen mit Wasser und gibt für jeden Liter Sanddornsaft ein Kilogramm Rohr- oder Kristallzucker hinzu. Nun das Ganze 30-45 Minuten kochen, bis die Flüssigkeit die richtige Konsistenz erhält. Den heißen Sanddornsirup in Flaschen abfüllen und nach dem Abkühlen kühl lagern.

Sanddornbüsche tragen in der Regel reichlich, und so kann man sich ohne Probleme an verschiedene Rezepte wagen. Allerdings sollte man auch im eigenen Garten an die gefiederten Mitgeschöpfe denken und ihnen einen Teil der Beeren überlassen: In den harten Wintermonaten sind diese weit sinnvoller als Meisenknödel und Co.

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