
- Selbst gemachte Pralinen - Christian Goldmann
Eine süße Verführung, der kaum jemand widerstehen kann, sind Pralinen, meist ein Produkt aus meisterlicher Konditorhand. In den letzten Jahren erscheinen, meist zur Vorweihnachtszeit, vielerlei Rezepturen, die den Laien auffordern, sich auch einmal in dieser Kunst der Patisserie zu versuchen. Dies ist nicht allzu schwer, wenn man am Anfang so einfache Rezepte auswählt, wie sie hier aufgeführt sind.
Ein kleiner Ausflug in die Geschichte der Praline
Vor einigen Jahrhunderten war es üblich, statt von Pralinen, die ihren Namen dem Küchenmeister des französischen Marschalls Plessis-Praslin (1598 – 1675) verdanken, der diese Süßigkeit zur Zeit des Sonnenkönigs Ludwig XIV. erfunden haben soll, von Konfekt zu sprechen. „Erfinder“ des Konfekts waren Apotheker des Mittelalters. Sie stellten Zubereitungen (confect) aus Kräutern, Gewürzen und Früchten her, welche als Arzneien dienten. Nach gehaltvollen, fetten Speisen griff man zu dem oft recht bitter schmeckenden Konfekt, das die Verdauung fördern sollte. Es war Usus, bei Hofe nach ausgedehnten üppigen Gelagen als letzten Gang (oftmals der achte!) Konfekt zu servieren, wenngleich in abgewandelter Form. Die ehemals bittere Medizin war verfeinert und gesüßt worden. Die wohltuenden Ingredienzien verschwanden mit der Zeit und die Herstellung wanderte aus der Hand des Apothekers in die des Zuckerbäckers. Konfekt war zum Luxusartikel geworden. Die parfümierten, sogar versilberten oder vergoldeten Köstlichkeiten wurden auf goldenen Tellern zu Fanfarenklängen kredenzt. Konfektschalen aus edlem Porzellan wurden zu beliebten Geschenken.
Auch heute sind Pralinen noch ein Luxusartikel
Auch wenn oftmals nur noch die Verpackung an den ehemaligen Glanz erinnert, sind Pralinen auch heute noch eine Kostbarkeit, wenn es sich um qualitativ hochwertige Ware handelt, deren aufwändige Herstellung ihren Preis hat. Es lohnt sich daher, die Herstellung dieser ehemals aristokratischen Nascherei selbst zu wagen. Damit sich die Arbeit lohnt und das Ergebnis zufriedenstellt, sollten nur frische und hochwertige Produkte zum Einsatz kommen.
Mandelsplitter dreifarbig
Zutaten:
- 250 Gramm Mandeln
- 75 Gramm Zartbitterschokolade
- 75 Gramm Vollmilchschokolade
- 75 Gramm weiße Schokolade
Zubereitung:
Die Mandeln überbrühen, die Schale abziehen und die Mandeln in Stifte schneiden. In zwei Portionen in einer Pfanne hellbraun rösten. Die Schokolade jeweils im Wasserbad schmelzen lassen, die Mandelstifte dazugeben. Mit zwei Teelöffeln kleine Häufchen formen, auf Backpapier setzen und trocknen lassen.
Whiskytrüffel
Zutaten:
- 100 Gramm Zartbitterschokolade
- 50 Gramm Vollmilchschokolade
- 125 Gramm Butter
- 125 Gramm Puderzucker
- 2 cl Whisky
- 2 Esslöffel gehackte Pistazien
- Papiermanschetten
Zubereitung:
Die Schokoladensorten zusammen mit der Butter im Wasserbad schmelzen, Puderzucker und Whisky dazugeben und alles gut verrühren. Die Masse in einen Spritzbeutel mit Sterntülle geben und kleine Häufchen in die Papiermanschetten spritzen.
Kirschtrüffel
Zutaten:
- 150 Gramm (ca. 40 Stück) Schattenmorellen
- 8 Esslöffel Rum
- 125 Gramm Butter
- 125 Gramm Puderzucker
- 150 Gramm Zartbitterschokolade
- 50 Gramm gemahlene Mandeln
- 100 Gramm dunkle Kuvertüre
- 1 Tube weiße Kuvertüre (von Lindt)
Zubereitung:
Die abgetropften Kirschen über Nacht im Rum ziehen lassen. Butter, Puderzucker und Mandeln gut miteinander verrühren. Im Kühlschrank fest werden lassen, dann kleine Kugeln rollen und in die Mitte eine abgetropfte Kirsche geben. Erneut kühlen. In der Zwischenzeit die Kuvertüre schmelzen und die Kugeln damit überziehen. Nach dem Erkalten mit der weißen Kuvertüre verzieren.
Aprikosen-Mandelkonfekt
Zutaten:
- 20 getrocknete Aprikosen
- 20 abgezogene Mandeln
- 100 Gramm dunkle Kuvertüre
Zubereitung:
Die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen. Auf eine Aprikose eine Mandel legen, zusammen zur Hälfte in die Schokolade tauchen und auf Backpapier trocknen lassen.
