Rhabarberkompott süß, sauer, würzig

Einfaches Dessert, schnell und lecker in der Spargelzeit

Rhabarber: Grundlage für schnelles Kompott-Dessert - Andrea Reidt
Rhabarber: Grundlage für schnelles Kompott-Dessert - Andrea Reidt
Ein Rhabarberkompott eignet sich im Frühjahr ideal als Nachtisch. Alle Varianten sind einfach und schnell zuzubereiten und kommen lauwarm auf den Tisch.

Wer Spargel liebt und außer Schokoladen-Dessert nichts Schöneres kennt als Rhabarber, lebt im Frühjahr im Schlaraffenland. Genau wie Spargel beginnt die Rhabarberzeit im April und endet an Johanni (24. Juni). Dieser Stichtag wurde von alters her festgesetzt, weil die Rhabarberstängel mit zunehmendem Reifegrad saurer schmecken und irgendwann ungenießbar sind.

Rhabarber reich an Vitamin K, Kalzium und Kalium

Die im Rhabarber enthaltene Oxalsäure erhöht ihre Konzentration, was zur Bildung von bitter schmeckendem Kalziumoxalat führt, der übrigens auch den Zahnschmelz schädigt. Menschen mit Nierenproblemen, Rheumatismus oder Gicht sollten Rhabarber deshalb lieber nicht in großen Mengen verzehren. Andererseits ist dieses erste Obst des Gartenjahres – genau genommen handelt es sich um ein Gemüse – reich an Vitamin K, Kalzium und Kalium.

Je grüner die Stängel, desto saurer das Kompott

Sauer macht lustig, vor allem in Deutschland, Holland und England, der Heimat des Rhabarbers, der zur Familie der Knöterichgewächse gehört. Nur wer überhaupt ein Faible für saures Obst hat, kann den Gout des Rhabarbers genießen, generell gilt: Je grüner die Stiele, desto saurer schmeckt das Kompott; je röter, desto milder. Außer komplizierteren Soufflés oder Aufläufen bietet sich der Rhabarber als ideale Grundlage für ein leckeres Dessert-Kompott oder zu Pfannkuchen an: Er ist leicht und schnell zuzubereiten, das Ergebnis schmeckt köstlich, das allgemeine Lob ist dem Koch oder der Köchin sicher – jedenfalls von den „sauren“ Gästen und Familienmitgliedern.

Rhabarber schälen oder nicht?

Wenn Sie den Rhabarber selbst ernten, schneiden Sie die Blätter weg. Beim gekauften Rhabarber werden die Stängel-Enden gekappt und die gröbsten Fäden mit einem scharfen kleinen Messer abgezogen. Es gibt aber auch die Meinung, dass dieses Schälen nicht nötig ist, dann braucht das Kompott eine etwas längere Garzeit.

Grundrezept für Kompott: nur Wasser und Zucker

Der klein geschnittene Rhabarber wird mit sehr wenig Wasser bei niedriger Temperatur und geschlossenem Topfdeckel geschmort und erst danach mit 1-2 Esslöffeln weißem oder braunem Zucker nach Geschmack gesüßt.

Würziges Kompott: mit Zimt und Zitrone

5-6 Esslöffel Zucker in wenig Wasser auflösen und bei niedriger Temperatur karamellisieren lassen, etwa 1/8 l Wasser dazu gießen, etwas losen Zimt oder Zimtstange und ein Stück Zitrone, evtl. auch nur einen Streifen Zitronenschale mit hineingeben, aufkochen, klein geschnittenen Rhabarber (etwa 1 Pfund) einfüllen und 10 bis 15 Minuten weichkochen. Zitronenschale und Zimtstange später wieder herausnehmen.

Rhabarberkompott wird mit Vanillezucker sehr süß

Rhabarberstängel klein schneiden, diesmal keine Fäden abziehen und die Stücke mit ca. 10 % Zucker vermischen (also auf 1 Pfund 50 g), zugedeckt eine halbe Stunde ruhen und Saft ziehen lassen. Anschließend wird die Mischung weiterhin zugedeckt bei niedriger Temperatur weich geschmort. Zum Schluss schüttet man noch ein Päckchen Vanillezucker unter.

Stärkemehl dämpft Säure

Entscheiden Sie nach Geschmack, ob der Rhabarber komplett sämig serviert werden soll oder ob das Kompott noch erkennbare Stücke enthalten soll. Danach richtet sich die Schmorzeit. Herd nicht zu heiß einstellen, angebrannter Rhabarber schmeckt fürchterlich! Sollten Sie anfangs zuviel Wasser und sofort Zucker zugegeben haben, wird das Kompott dünn, dann müssten Sie es teils absieben, nicht komplett, weil es auch nicht zu dick werden darf, sonst schmeckt es eigenartig matschig. Wer es nicht gar so sauer mag, kann den Kochsaft des Rhabarbers mit etwas Stärkemehl anrühren, das dämpft die Säure.

Rhabarberkompott mit süßer Sahne oder pur servieren

Nach dem Kochen in eine Glasschüssel oder einen Tontopf umfüllen. Etwas abkühlen lassen - bei Zimmertemperatur 1-2 Stunden, im Kühlschrank 20-30 Minuten und lauwarm in Glasschüsselchen servieren. Manche mögen einen Klacks Sahne obendrauf. Seien Sie nicht beleidigt, wenn die bekochte Familie oder Gäste Sie um Zucker zum Nachsüßen bitten. Kompottreste lassen sich 2-3 Tage gut im Kühlschrank aufbewahren.

Andrea Reidt, Freie Journalistin, Foto Monika Werneke

Andrea Reidt - Die Freie Journalistin Andrea Reidt sammelte vielfältige Erfahrungen in ihrem Beruf. Am allerliebsten schreibt sie ...

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