
- Rheinreise von Michael Apitz - Christa Kaddar
Michael Apitz hat bewusst klassische Motive der Rheinromantik ausgewählt, sie einerseits in einem modernen, unverwechselbaren Apitz-Stil gemalt und andererseits viele neue Akzente gesetzt. Einige Bilder zeigen die Rheinlandschaft allgemein, den Leinpfad, Spiegelungen, Pappeln und Bäume am Ufer. Die meisten Werke zeigen klar benannte Motive von Rüdesheim bis Koblenz, beispielsweise die Ruine Ehrenfels, Lorch, Burg Gutenfels mit Blick auf den Rhein und die Burg Pfalzgrafenstein, das Binger Loch, die Wernerkapelle, die Loreley, die Marksburg und schließlich das Deutsche Eck in Koblenz.
Die Malerei von Michael Apitz wird verstärkt durch Texte berühmter Rheinreisender
Seine Landschaften in flammendem Rot, leuchtendem Gelb und Orange oder kühlem Blau, manchmal auch Grau in Grau, ergeben zusammen mit der von ihm ausgewählten Prosa und Lyrik ein wunderbares Gesamtkunstwerk, denn die Wirkung der faszinierenden Rheinreise in Bildern verstärkt Apitz durch Texte von Dichtern wie Goethe, Eichendorff, Heine und Victor Hugo, zu dem er – wie er sagt – eine besondere Seelenverwandtschaft empfindet. Auch Stefan Andres, Adelheid von Stolterfoth, Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky, Karl Valentin, Rose Ausländer, Christian Morgenstern, Erich Kästner, Ulla Hahn und Matthias Claudius kommen in dem Buch zu Wort. „Zu des Rheins gestreckten Hügeln, hochgesegneten Gebreiten, Auen, die den Fluss bespiegeln, weingeschmückte Landesweiten …“ So drückte Goethe seine Liebe zu dieser einmaligen Landschaft aus. Neben solchen Lobgesängen auf den Rhein hat Michael Apitz auch kritische Elemente in Wort und Bild aufgenommen. „Ich glaube nicht, dass ich damit die Welt verändere, aber ich will in meinen Bildern sprechen.“
Michael Apitz begab sich auf eine neue Entdeckungstour am Mittelrhein
„Obwohl ich den Rhein gut kenne, habe ich mich auf eine Reise begeben, um alles noch mal neu zu entdecken“, erklärt der Maler, der im Rheingau aufgewachsen ist. Mit seinem Freund Stefan Grötecke erkundete er das Rheintal von Rüdesheim bis Koblenz. Dabei wurden die beiden Freunde eine Woche lang von einem SWR-Fernsehteam begleitet. Mit dem Kanu die Loreley zu umrunden, war für das Team ein besonderes Erlebnis, ganz anders, als den romantischen Felsen mit sicherem Boden unter den Füßen zu betrachten. Dieser sagenumwobene Felsen nimmt in dem Werk einen besonderen Schwerpunkt ein. „Eigentlich ist die Loreley das zentrale Thema des Buches“, betont Apitz.
Mit einer Ausstellung im Wiesbadener Rathaus-Foyer wurde der Kunstband im Oktober 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei waren 27 Originalgemälde zu sehen, darunter auch Werke im Format 1,80 mal 1,50 Meter. Dr. Mathilde Fischer, Geschäftsführerin des Präsenz-Verlags, in dem der großformatige Kunstband erschienen ist, bezeichnete die „Rheinreise“ als opulentes Werk. „Bilder und Texte in diesem Buch treten in einen einmaligen Dialog“, lobte sie.
Auf 120 Seiten erwartet die Betrachterinnen und Betrachter über Malerei, Poesie und Prosatexte eine außergewöhnliche Begegnung mit einer außergewöhnlichen Landschaft, die geprägt ist von der Rheinromantik früherer Jahrhunderte – einer Kulturlandschaft, die von der UNESCO als schützenswertes Weltkulturerbe anerkannt ist.
Michael Apitz. Rheinreise. Mit Kunst und Poesie durch das mittlere Rheintal. Verlag Präsenz Kunst & Buch 2011. Kunstband im Großformat. 120 Seiten. Euro 34,95.
