Unter dem Begriff Rheuma werden mit teilweise sehr starken Schmerzen verbundene Erkrankungen verstanden, die im Bereich der Strukturen des Bewegungsapparates liegen. Das bedeutet, davon können nicht nur Gelenke und Knochen betroffen sein, sondern auch die Muskulatur, Sehnen oder/und das Bindegewebe.

Wann liegt eine rheumatische Erkrankung vor?

Obwohl noch immer nicht wirklich ganz erforscht, lassen sich die einzelnen Rheumaformen jeweils nach ihrer Entstehung unterscheiden. Alle haben eines gemeinsam: sie schädigen durch die dabei auftretenden Enzündungsprozesse, deren Verlauf akut oder chronisch verlaufen kann, die Gelenke. Am meisten haben es Patienten mit der Rheumatoiden Arthritis, die auch als chronische Polyarthritis bezeichnet wird, zu tun. Wenn der Verdacht besteht, dass eine rheumatische Erkrankung vorliegt, für die es verschiedene Ursachen geben kann, wird der behandelnde Arzt eine Blutanalyse vornehmen. Einer der dabei getesteten Laborwerte sind die sogenannten Rheumafaktoren/der Rheumafaktor mit der Abkürzung RF.

Was sind Rheumafaktoren?

Es handelt sich hierbei um bestimmte Antikörper, also Abwehrzellen des Immunsystems, die bei Entzündungen an den Gelenken beteiligt sind. Diese aus unterschiedlichen Immunglobulinklassen stammenden Autoantikörper, wenden sich gegen körpereigenes Immunglobulin (IgG-Antikörper). Es kommt also ein sogenannter Autoimmunprozess in Gang: eine Fehlfunktion des Immunsystems, das sich plötzlich gegen den eigenen Körper richtet und dabei das Gewebe zerstört. Die Folgen sind Schmerzen und deformierte Gelenke. Zu Beginn der Erkrankung, also wenn die ersten Symptome aufgetreten sind, lassen sich bei ungefähr 40% der Patienten Rheumafaktoren nachweisen - bei längerem Verlauf der Krankheit liegt die Zahl bei etwa 80%.

Was bedeuten erhöhte Rheumafaktoren? Welchen Einfluss hat das Alter?

Gemessen werden können die Rheumafaktoren, deren Höhe Aufschluss über den Schweregrad der Erkrankung gibt, nicht nur im Blutserum, sondern auch in der Gelenkflüssigkeit. Beeinflusst werden können die festgestellten Werte durch das Alter. Je älter ein Patient ist, desto höher liegen die jeweils gemessenen Werte. Während ein niedriger Wert ohne Bedeutung ist, kann ein hoher Wert Hinweise auf weitere Erkrankungen geben.

Wenn bei der Blutanalyse hohe Laborwerte angezeigt werden, können verschiedene Gründe dafür in Frage kommen. Mögliche Ursachen sind chronische Erkrankungen der Leber, chronisch-entzündliche Erkrankungen der Lunge, Infektionen, Rheumatoide Arthritis, rheumatische Erkrankungen wie Mischkollagenosen oder das Sjögrem-Syndrom.

Bei Rheumaverdacht können weitere Untersuchungen nötig sein

Für eine endgültige Diagnose benötigt der Arzt noch weitere Laborwerte, denn die Rheumafaktoren sind nur ein Hinweis auf eine mögliche Erkrankung. In manchen Fällen sind sie auch bei gesunden Menschen oder bei an Infektionen erkrankten Patienten zu finden. Während eines mit starken Schmerzen verbundenen, akuten Rheumaschubes finden sich weitere Anzeichen wie eine leichte Erhöhung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und der Blutplättchen (Thrombozyten). Handelt es sich um die rheumatoide Arthritis, sind typischerweise die Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und der Hämoglobinspiegel mäßig erniedrigt. Erhöhte Harnsäurewerte können auf Gicht hinweisen.

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Quellen:

  • Laborwerte, GU Verlag, Dr. N. Schaenzler, Dr. med. W.P. Bieger
  • Rheumaschmerzen natürlich behandeln, GU Verlag, Dr. med. Robert M. Bachmann
  • Der Mensch, Anatomie und Physiologie, Thieme Verlag, Dr. med. hab. J. Schwegler
  • Richtig entsäuern, Goldmann Verlag, Dr. med. Monika Wagner-Koch
  • Rheuma erfolgreich behandeln, Südwest Verlag, Dr. med. Susanne Holst, Ulrike Meiser
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