Richard Freitag verpasste am Freitag, 20. Januar 2012 seinen zweiten Weltcupsieg nur denkbar knapp. Beim ersten von zwei Weltcup-Skispringen im polnischen Zakopane fehlten dem 20-jährigen vom SC Motor Zella-Mehlis nur 6,7 Punkte auf Tagessieger Kamil Stoch. Der Pole gewann das "Heimspiel" vor großer und ebenso lautstarker Kulisse mit Weiten von 125,5 und 135 Metern sowie der Gesamtnote 257,9. Richard Freitag sprang zweimal 126,5 Meter und erhielt dafür die Note 251,2. Den dritten Ehrenplatz auf dem "Stockerl" sicherte sich Weltcup-Spitzenreiter Andreas Kofler mit Sprüngen auf 124,5 und 130 Meter und der Gesamtnote 238,7. Der nach dem ersten Durchgang noch führende Severin Freund wurde nach 128 Metern bei seinem ersten Versuch mit nur 113 Metern und der Note 225,9 auf den zehnten Platz durchgereicht.

Kofler rettet erfolgsverwöhnte ÖSV-Adler mit Rang drei - Morgenstern mit Sturz

Schneefall und wechselnde öffneten beim Weltcup von Zakopane dem Zufall Tür und Tor. So scheiterte Olympiasieger Thomas Morgenstern nach einem Sprung auf 117 Meter mit anschließendem Sturz im weichen Schnee. Mit Rang 47 war das Springen für den "Morgi" vorbei, genauso wie für Michael Neumayer. Der Teamsenior des Deutschen Skiverbandes kam mit einem Hüpfer auf 111 Meter und Rang 37 in der ersten Runde nicht hinaus. Überhaupt waren die siegverwöhnten ÖSV-Adler nicht vom Glück begünstigt. Tournee-Gesamtsieger Gregor Schlierenzauer als Zwölfter und Weltcup-Leader Andreas Kofler gar auf Rang 14 waren für das Finale fast chancenlos. Für den "Schlieri" reichte es am Ende gerade zu Rang 18!

Kamil Stoch in den Spuren von Skisprung-Legende Adam Malysz

Adam "Riese" Malysz ist vor der Saison vom aktiven Sport zurückgetreten. Doch der ehemalige Publikumsliebling hat (fast) schon einen Nachfolger. Kamil Stoch sprang sich mit seinem ersten Saisonsieg in die Herzen der polnischen Skisprungfans, die nicht nur ihre rot-weißen Fähnchen in den Flockenwirbel hielten, sondern die eigenen Athleten mit ihrem lautenstarken Schreien und Hupen förmlich nach unten trugen. Denn mit Zniszczol (9.), Zyla (16.) und Kot (25.) schafften es drei weitere Polen in das Finale der besten Dreißig.

Richard Freitag freut sich über Rang zwei - Severin Freund verpasst Weltcupsieg im Finale

Gemischte Gefühlswelt auch im Lager des Deutschen Skiverbandes. Da war zum einen Freude über zweiten Platz von Richard Freitag, der nur um umgerechnet 3,5 Meter den Sieg verpasste. "Über Platz freue ich mich. Mein Sprung war ganz gut, aber ich hatte nicht die besten Verhältnisse", resümierte der an diesem Tag beste DSV-Springer. Und wie heißt es so schön: Des einen Freud - des anderen Leid. Während Richard Freitag über seinen zweiten Platz und ein Preisgeld von 8.000 Schweizer Franken jubeln durfte, fand der nach dem ersten Durchgang führende Severin Freund (128 Meter) in der Anlaufspur ebenfalls widrige Bedingungen vor. Mit nur 113 Metern fand sich der 21-jährige vom WSC Rastbüchl am Ende auf Rang zehn wieder.

Ähnlich erging es im zweiten Durchgang auch den drei anderen DSV-Springern. Maximilian Mechler (WSV Isny), Andreas Wank und Stephan Hocke (beide WSV Oberhof) rutschten bei andauerndem Schneefall und langsamer Spur im Schluss Klassement noch auf die Ränge 23, 24 und 27 ab.

Schlierenzauer, Freitag und Bardal beim zweiten Weltcup von Zakopane auf Podest

Zakopane bleibt ein gutes Terrain für Richard Freitag. Nach seinem zweiten Rang am Freitag verpasste der 20-jährige Sachse auch am Samstag. 21. Januar 2012 das oberste Siegertreppchen nur denkbar knapp. Mit Weiten von zweimal 131 Metern und der Gesamtnote 296,8 kam der DSV-Springer als Zweiter erneut auf das Podest. Nur der Tournee-Gesamtsieger Gregor Schlierenzauer konnte sich noch vor Freitag in der Siegerliste einreihen. Der Tiroler kam mit 131,5 und 132 Metern auf die Gesamtnote 300,3. Dritter wurde der Norweger Anders Bardal (132/126/293,1).

Durch Severin Freund auf Rang fünf gab es zur Freude von Bundestrainer Werner Schuster ein weiteres Spitzenresultat für den Deutschen Skiverband (DSV). Andreas Wank (WSV Oberhof) und Michael Neumayer (SK Berchtesgaden) und Maximilian Mechler (WSV Isny) kamen auf die Ränge 17, 20 und 23.

Der Weltcup von Zakopane wird am Samstag, 16.30 Uhr mit einem weiteren Wettkampf fortgesetzt. Die ARD überträgt den Weltcup live in der "Sportschau".