Richtig sichern beim Klettern: Halbautomat oder Tuber?

Zum Klettern ist die richtige Sicherung wichtig - Alexander Hauk
Zum Klettern ist die richtige Sicherung wichtig - Alexander Hauk
Die Wahl des richtigen Sicherungsgerätes beim Klettern ist wichtig, doch welche Vorteile bringen Geräte wie das Gri-gri und welche Tuber und Co.?

Fehler beim Sichern sind eigentlich bei jedem Besuch in der Kletterhalle zu beobachten. Ob nun die Seilbremse einfach nur falsch bedient wird oder zu viel Seil ausgegeben wird, das Ergebnis ist immer das Gleiche: Im Fall eines Sturzes kann es zu schweren Verletzungen kommen. Deswegen sollte sich jeder Kletterer bereits bei der Anschaffung überlegen, mit welchem Gerät er am besten umgehen kann. Egal ob Halbautomat, HMS oder Tuber, alle Arten der Gefährtensicherung erfordern Aufmerksamkeit und das Wissen, wie sie anzuwenden ist.

Halbautomaten sollen menschliches Versagen verhindern

Unter Kletterern ist es inzwischen eine beliebte Diskussion, über Sicherungsmethoden und Geräte zu streiten. Die einen schwören auf Halbautomaten, wie das Gri-gri, andere dagegen auf traditionelle Methoden, wie HMS oder die Acht. Doch welche Methode ist nun wirklich sicherer?

Halbautomaten wurden entwickelt, um menschliches Versagen bei der Sicherung zu verhindern. Denn der Vorteil dieser Geräte liegt darin, dass sie einen Sturz unabhängig von der Hand am Bremsseil, eigenständig abbremsen. Das heißt sie blockieren immer dann, wenn ruckartig am Seil gezogen wird. Problematisch wird ein Sturz nur dann, wenn er zum Beispiel unmittelbar über einer Zwischensicherung passiert und der Seilruck ausbleibt. Dann kann es vorkommen, dass das Gerät nicht zuverlässlich blockiert. Aus diesem Grund muss die Hand auch bei Halbautomaten immer am Bremsseil bleiben.

Tuber und HMS bremsen dynamisch

Sicherungsgeräte, wie der Tuber oder HMS dagegen blockieren nicht eigenständig. In der Praxis bedeutet dies, dass der Sichernde das Seil mit seiner Handkraft abbremsen muss. Besonders wenn ein größerer Gewichtsunterschied zwischen dem Sichernden und dem Kletternden besteht, kann dies im Falle eines Sturzes zu Problemen führen. Diese Art der Sicherung wird auch als dynamisch bezeichnet, da der Stürzende nicht hart abgefangen wird, sondern durch einen längeren Bremsweg weicher ins Seil fällt. Wenn die Sicherung richtig abläuft, kann eine dynamische Bremse für den Stürzenden durchaus angenehmer sein.

Welches Gerät bietet nun die größte Sicherheit?

Da beide Arten der Sicherung Vor- und Nachteile bieten, bleibt die Frage bestehen, welches Gerät nun besser geeignet ist. Halbautomat oder dynamische Sicherung? Diese Frage kann nicht eindeutig geklärt werden, denn vieles hängt auch an der Erfahrung des Kletterers und den individuellen Anforderungen.

Der Einsatz eines Halbautomaten wie das Gri-gri oder der Cinch bringen Vorteile, wenn:

  • ein großer Gewichtsunterschied zwischen beiden Kletterpartner besteht
  • Kinder oder Anfänger klettern und das automatische Blockieren ein Sicherheitsplus bringt
  • der Sichernde das automatische Blockieren des Seils schätzt, etwa bei längeren Pausen des Kletterers

Nachteile bei der Sicherung mit einem Halbautomaten:

  • Bedienung ist komplexer als etwa ein Tuber
  • Exakte Handhabe und Aufmerksamkeit ist extrem wichtig

Der Einsatz einer dynamischen Sicherung bringen Vorteile, wenn:

  • verschiedene Seildicken verwendet werden, da die Bremswirkung über die Handkraft kommt
  • Stürze dynamisch abgefangen werden sollen
  • Anfänger klettern, da diese Art der Sicherung leichter zu handhaben ist

Nachteile bei der Sicherung mit Tuber oder HMS entstehen, wenn:

  • die Handkraft des Sichernden zu schwach ist
  • das Bremshandprinzip nicht eingehalten wird

Da die Wahl des richtigen Sicherungsgerätes sehr von den persönlichen Anforderungen abhängt, sollten diese Faktoren vor dem Kauf berücksichtigt werden.

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Bildquelle: Alexander Hauk / www.pixelio.de

Almut Winkler, Almut Winkler

Almut Barden - Als freie Autorin und Redakteurin schreibe ich hauptsächlich in den Bereichen Outdoor, Bergsteigen, Klettern und Camping. Neben ...

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