Wenig wird darüber berichtet. Die meisten Menschen haben keine Vorstellung von den Müllbergen in unseren Weltmeeren. Im Nordpazifik liegt eine riesige Plastikmüllhalde zwischen Hawaii und dem amerikanischen Festland. Die Strömung führt dort den Müll zusammen. Er benötigt viele Jahre um eventuell aus dem Strudel entlassen zu werden und an Land gespült zu werden. Die Müllfläche hat inzwischen die Größe Zentraleuropas angenommen. Für viele Menschen unvorstellbar. Und da das Problem nicht direkt vor der Haustür ist, scheint niemand ein Problem damit zu haben.
Plastikmüll im Meer
Während man schon immer in vielen Ländern seinen Müll im Meer entsorgt hat, ist das Problem erst entstanden, als leichte Erdölprodukte hergestellt wurde. Früher wurde biologisch schnell abbaubarer Müll im Meer entsorgt, was auch nicht sehr schön ist, aber durch den zügigen Abbau keine größeren nachbleibenden Umweltschäden verursacht hat. Plastik jedoch hat eine sehr lange Lebensdauer bis es zergeht. Etwa 450 Jahre braucht es, bis es biologisch durch Sonne, Wasser und Salz zersetzt wird. Auf unseren Weltozeanen schwimmen etwa 18.000 Plastikteilchen pro Quadratkilometer. Eine ungeheuer große Menge, die sich stetig vergrößert und keiner wird dies wegräumen. Pro Stunde gelangen 675 Tonnen Müll in unsere Weltmeere, die Hälfte davon ist Plastik.
Viele Schiffe entsorgen ihren Müll auf dem offenen Meer, damit sie die Kosten der Entsorgung auf dem Festland nicht tragen müssen.
Plastikmüll schadet den Tieren
Viele Tiere nehmen kleine Plastikteile auf, da sie diese mit Nahrung verwechseln. Plastik wird stetig zerrieben und in kleinste Partikel zersetzt. Jungtiere werden von den Elterntieren mit Plastik gefüttert und diese verhungern dann elendig. So sterben auf Hawaii in den ersten sechs Lebenswochen zwei von fünf Albatrossküken. Kleinstlebewesen nehmen diese kleinen Plastikteilchen auf und nehmen Schaden. Am Plastikmüll haften sich Giftstoffe an, welche von den Meerestieren aufgenommen werden. Am Ende der Nahrungskette nehmen auch wir Menschen diese Giftstoffe wieder mit auf. Viele Tiere verletzen sich zudem an den teilweise scharfen Kanten des Plastikmülls oder verfangen sich in Plastiknetzen.
Organisationen und Privatmenschen bemühen sich um Aufklärung
Greenpeace versuchte durch eine lange Reise mit Dokumentationen auf das Problem aufmerksam zu machen. Die 15monatige SOS-Weltmeer-Tour 2006 hat dabei sicher bereits viele Menschen erreicht. Trotzdem kennen noch viel zu wenig Menschen das gewaltige Ausmaß.
Um die Müllentsorgung der Schiffe auf den Meeren zu verhindern sind bereits verschiedene Aktionen gestartet, damit diese ihren Müll günstig auf dem Festland entsorgen können. Alte Fischernetze können kostenlos an entsprechenden Stellen abgegeben werden. Dies betrifft jedoch noch lange nicht alle Länder. Der Müllteppich auf den Meeren betrifft jedoch die ganze Welt.
Auch Umweltschützer David de Rothschild versucht als Öko-Aktivist durch spektakuläre Abenteuer auf Umweltprobleme aufmerksam zu machen. Im März startete er zu einer viermonatigen Fahrt über den pazifischen Ozean mit einem Katamaran aus 12500 Plastikflaschen. Über 8000 Seemeilen legte er mit dem „Plastiki“ zurück und konnte damit auf das Umweltproblem hinweisen.
