Lieder können etwas Märchenhaftes ausstrahlen – in besonderem Maße gilt es für die Musik, der Band „Riga“, als die Schauspielerin und Sängerin Anna Holmes, einer Fee ebenbürtig mit dem Ansinnen, das Publikum unverzüglich verzaubernd, die Bühne betrat , was ihr auf Anhieb gelang.

Der transparente Ton ermutigte zum Grübeln und lud zum Mitfühlen ein. Dass dieser Sound live seine Wirkung zeigt, hat RIGA im Juni dieses Jahres im prall gefüllten b-flat unter Beweis gestellt.

Der Beginn des Konzerts verdeutlicht, dass Anna Holmes keine Bandleaderin ist, die das Konzert lediglich unter der Nennung des eigenen Namens unterstützen will. Auf der Bühne ist sie vornehmlich Sängerin.

Konzentriert, aber zurückhaltend gespannt stand sie auf der Bühne, der Musik lauschend, die ihre Band, der Schlagzeuger Stefan Mühlenkamp, der Bassgitarrist Dennis Glettenberg, der Gitarrist Benjamin Schlez und Clemens Süssenbach, am Klavier rangierten.

Obwohl alle Songs als Jazz kategorisiert waren, hatte jeder Song seinen eigenen Stil und Sound.

Dem Gitarristen Benjamin Schlez gelang eine beachtenswerte Improvisation, eine Präsenz mit einem unübertrefflbarem Solo.

Von Anbeginn lebte das Konzert davon, dass man Anna Holmes zuhörte – darauf legte sie auch großen Wert. Ihre 13-jährige Tochter Gwendoline, spielte im Hintergrund bescheiden und gelassen Glockenspiel.

„Das nächste Lied ist ein Lied über Alpträume“, kündigt sie dem Publikum an. Ein song, der nicht ganz leicht für sie gewesen sei, da nicht an erster Stelle der Text, bedeutsam sei, wie sie den Zuhörern darlegte . Lieder sind nicht einfach nur Musik, und sie sind nicht einfach nur Text. Erst im Zusammenspiel zwischen Musik und Sprache wird ein Ganzes draus: Die beiden Pole ergänzen sich gegenseitig, die Musik fügt eine Dimension hinzu, die die Sprache nicht auszudrücken vermag und umgekehrt. Für manche Lieder gälte das stärker als für andere. Das Publikum nahm das äußerst ernst. Ihre Gesichter, schienen hingebungsvoll der Musik und dem Text zu lauschen.

Nach rauschendem Beifall kündigte Anna Holmes die Pause an:

"Dankeschön. Ich hoffe es, dass Sie alle bleiben" – lacht und korrigiert sich - "dass Ihr alle bleibt. Den Umständen entsprechend spreche ich nur Englisch !"

Es folgte ein kurzer Hinausgang aller Besucher an die sommerliche Abendflut inmiten von Mitte. Kaum war sie wieder auf der Bühne, saßen alle Gäste blitzschnell auf ihren Stammplätzen, um den nachfolgenden bewegenden songs zu lauschen.

Dann gab es wieder jene Lieder, in denen die Musik den Text überwog. „Thoughts“ war Titel eines songs, den die Sängerin über und von Frauen geschrieben hat. Sowohl in ihrer Stimme als auch im Schlagzeugerpart dieses Liedes lag unübertreffbare Vehemenz .

Anna Holmes überzeugte mit einer überaus begnadeten emotionalen Tendenz, imstande jedweden Zuhörer einfühlen zu lassen.

Die Lieder, die Anna Holmes fast alle selbst geschrieben hat, ermutigten zum Innehalten: Ruhige Musik, die Gemütsruhe und Betroffenheit parallel ´rüberbrachte, womit sie die Zuschauer betörte.

Dann gab es wieder jene Lieder, in denen die Musik den Text untermalte, ihn trug. „Thoughts“ ist der Titel eines Liedes, das die Sängerin für und über die Frauen geschrieben hat.

Vervollständigt wurde die Stimme der Sängerin von Klavier, Gitarre und Schlaginstrumenten, die zusammen melodisch und leicht den Grundrhythmus der Lieder umspielten.

Mit einer Geige stand Caroline Siegers auf der Bühne, hielt die Augen verschlossen und steckte die Zuhörer, mit ihrer Gemütsruhe an.

Zum Abschluss gab es Auslesen, alle dem Jazz zugehörig, dennoch jedes Stück eigenen Charakters.

http://www.myspace.com/video/565750192/beautiful/108811463