
- Blick von der Seilbahn zum Zuckerhut auf Rio - tokamuwi / pixelio.de
Rio de Janeiro - man bezeichnet sie gelegentlich als „City of God“, will in ihr mit Leidenschaft „die schönste Stadt der Welt“ sehen, direkt nach Miami. Rio nennt sich selbst „a cidade maravilhosa“ – die wunderbare Stadt.
Von der Entdeckung bis zu den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro
Vor rund 500 Jahren, genau genommen am 01. Januar 1502, entdeckte Gaspar de Lemos diesen Flecken Erde. Einst war sie die Hauptstadt Brasilien, heimlich ist sie es immer noch. Rio de Janeiro gilt als gewaltbereit. Raubzüge, organisiertes Verbrechen, eine stetige steigende Kriminalität sind die Schattenseiten einer ansonsten sehr lebensfrohen, leichtlebigen und offenen Gesellschaft. Die Metropole an der Guanabara-Bay zählt zu den schnell wachsenden Städten dieser Erde. In den kommenden Jahren wird die zweitgrößte Stadt Brasiliens wieder im Mittelpunkt der Medien und der Öffentlichkeit rücken. 2014 findet die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft in Rio de Janeiro statt. Nur zwei Jahre später werden die Olympischen Sommerspiele und die Paralympics in Rio ausgetragen.
Von Frankfurt à Main zum „Carnival Rio“
Rio de Janeiro steht insbesondere in den Wintermonaten, von November bis April, im Interesse der Reisenden Südamerikas. Der Karneval, carnival Rio de Janeiro, lockt jedes Jahr Touristen aus aller Welt an. Die Samba-Rythmen oder der legendäre Bossa-Nova-Sound kann man jedoch ganzjährig in den vielen Restaurants, Bars, Cafés und Diskotheken, sogar an den Stränden in Rio de Janeiro genießen. Für die Anreise aus Deutschland empfehlen sich die täglichen Direktflüge aus Frankfurt à Main zum Airport Rio de Janeiro – Antònio Carlos Jobim.
Rio und seine Wahrzeichen
Die meisten Rio Hotels befinden sich in den Stadtteilen Copacabana, Ipanema und Leblon. Wahlweise startet man von diesen Hotels in Rio mit dem Bus, mit den Bahnen, mit dem Auto oder gar mit dem Taxi zu den Sehenswürdigkeiten in Rio de Janeiro. Interessanterweise kann die eine oder andere Taxifahrt preisgünstiger und in der Erreichbarkeit der Ziele schneller und attraktiver ausfallen.
- Jeden Morgen begrüßt die 30 Meter hohe Christusstatue, Cristo Redentor, die Stadt, die ihr zu Füßen liegt, mit offenen Armen. Der 1.145 t schwere Kollos zählt seit dem 07.07.2007 zu den Neuen Sieben Weltwundern, von denen sich die UNESCO distanziert. Ein Jahr zuvor und 75 Jahre nach der Einweihung kürte die Kirche die Christusstatue zum katholischen Wallfahrtsort. Sie ist nach den Chistusstatuen im polnischen Swiebodzin (36 m) und im bolivianischen Cochabamba (34 m) die drittgrößte Cristo-Redentor-Statue der Welt. Nach der Fahrt mit der Zahnradseilbahn, wahlweise mit dem Auto, führen 220 Stufen hinauf zum vielleicht schönsten Panorama der Welt.
Sugar Loaf Mountain, Pão de Açúcar oder zu Deutsch der Zuckerhut verdankt seinen Namen seiner einzigartigen Form. Der markante Fels an der Mündung der Guanabara Bay besteht aus Granit und Quarz und ist ebenfalls über eine Seilbahn zu erreichen. Darüber hinaus bietet der Zuckerhut zusammen mit seinen benachbarten Felsen, Morro da Babilonia und Morro da Urca, das Eldorado für Kletterer. Mit rund 270 Routen zählt das Gebiet zu den größten städtischen Klettergebieten der Welt.
- „Princesinha do Mar“ oder schlicht Copacabana ist das Aushängeschild für das unbeschwerte und leichte Leben in Rio de Janeiro. Dennoch ist Vorsicht geboten. Der begehrte und bekannteste Stadtteil Rio de Janeiro mit seinem legendären Strand und der Avenida Atlantica zieht Touristen aus aller Welt an. Copacabana besitzt zahlreiche Restaurants, Cafés, Theater und wie oben erwähnt eine reiche Auswahl an Hotels in Rio. Zugleich wird die Leichtfertigkeit und Gutgläubigkeit der Touristen aufs Spiel gesetzt. Das Auswärtige Amt informiert ausführlich über die Kriminalität in Rio de Janeiro und gibt wirkungsvolle Sicherheitshinweise.
Das Maracanã Fußballstadion befindet sich mit seinen derzeit 97.000 Plätzen auf Platz 7 der zehn größten Fußballstadien der Welt. Das 1950 eröffnete Fußballstadion Rio de Janeiro wurde mehrfach umgestaltet. Zahlreiche Konzerte, Großveranstaltungen und sogar der Papst-Besuch erzählen eine abwechslungsreiche Geschichte. 2014 werden hier im Maracanã -Fußballstadion Spiele der FIFA-Fußballweltmeisterschaften ausgetragen, 2016 viele Sportarten der Olympischen Sommerspiele sowie der Paralympics.
- Der Stadtteil und gleichnamige Strand Ipanema zählt heute zu den wichtigsten Stränden in Rio de Janeiro. Die Copacabana schließt sich in nordöstliche Richtung an, dennoch suchen immer mehr Urlauber diesen Strand auf. Ipanema bietet eine interessante Wohngegend, eine Art Jetset-Kultur, die noch aus den Zeiten der Bossa-Nova stammt. Ipanema gilt als eine der sichersten und wohlhabendsten Regionen, besitzt ihren eigenen Straßenkarneval und bietet gleichwohl Theater, Cafés, Restaurants, Samba und einzigartig kulinarische Genüsse. Der Strand Ipanema wirkt lebendig, man spielt Beachvolleyball, Beachsoccer und viele lokal bekannte Sportarten.
Man nennt den Tijuca-Nationalpark gern auch die „grüne Lunge“ Rio de Janeiro. Das Waldgebiet erstreckt sich mit vielen Parks und Resten des Urwaldes durch viele Stadtteile der Metropole. So gehört beispielsweise der Berg Corcovado mit dem Zuckerhut zum Tijuca-Nationalpark. Einst beherrschten Kaffeeplantagen diese Region, bis sie 1861 neu aufgeforstet wurde. Heute bilden Wanderungen zu Wasserfällen, Höhlen und Aussichtspunkten sowie der Artenreichtum die Grundlage für den Öko-Tourismus in Rio de Janeiro.
- Der Botanical Garden ist über 200 Jahre alt, 140 ha groß und ein UNESCO-Biosphärenreservat. Der Botanische Garten beherbergt über 6.500 Pflanzenarten sowie einen Zoo mit 2.500 Tierarten. Außerdem locken das Bromelienhaus, das Nationalmuseum, die alte Pulverfabrik und die Allee der majestätisch wirkenden Königspalmen.
Der Stadtteil Santa Teresa vermittelt unweit des Stadtzentrums einen speziellen Charme. Man merkt dem heutigen Künstlerviertel seine Herkunft an. Viele alte, jedoch malerische Häuser und kleine Gassen spiegeln das alte Arbeiterviertel wider. Einzigartig sind das Aquädukt mit seinen 42 Bögen und die Treppe „Escaderia Selaron“ in der Rua Manuel Cameiro.
- Seit einigen Jahren werden Favela-Touren angeboten. Das sind Touren in die Armutsviertel Rio de Janeiro. Es bleibt die Frage offen, ob Elend eine Frage des Sehens oder des Vertrauens ist. Einen wunderbaren Einblick in das dortige Leben bietet das Buch „Tagebuch der Armut“ von Carolina Jesus.
Weitere Quellen: Apa Guides „Südamerika Spezial“
E-Book „Lebenslust 4 Jahre in Rio de Janeiro an der Copacabana oder was Sie zur WM 2014 und zu Olympia 2016 wissen sollten“, Soeren Gelder
E-Book „Lesereise Rio de Janeiro: Geliebte zwischen Strand und Dschungel“ Picus-Verlag, 1. Auflage, Matthias Matussek
Brasil.com, homesinrio.de, virtualtourist.com und ipanema.com
