
- Logo der Demonstranten - Volker Gehrmann, saveourseeds, campact, BUND
Gentechnik beschreibt das Eingreifen auf Genome, das Erbgut von Organismen. Dabei werden gezielt DNA-Sequenzen verändert und es entstehen sogenannte gentechnisch veränderte Organismen, kurz GVO. Ein bestimmter Teil der Gentechnik ist die „grüne Gentechnik“. Sie beschäftigt sich ausschließlich mit dem Agrarsektor, findet also Anwendung bei Pflanzen. Im Jahr 2009 wurden 134 Millionen Hektar auf der Welt zum Anbau von gentechnisch veränderten Organismen genutzt, was ca. 9% der Anbauflächen weltweit entspricht.
Grundgedanke der Gentechnik
Der Grundgedanke der grünen Gentechnik ist es, die DNA-Sequenzen in Pflanzen so zu verändern, dass sie nicht mehr so anfällig für Pflanzenschutzmittel und Schädlinge sind. Ziel ist es, den Ertrag zur Herstellung von Nahrungsmitteln für Menschen und Tiere sicherzustellen. Organisationen, Verbände und sogar Parteien sind aber gegen genetisch veränderte Organismen und die daraus resultierenden Nahrungsmittel. Der Grund hierfür ist, dass die Folgen der Gentechnik noch nicht gänzlich absehbar sind. Horrorszenarien sind die, in denen es keine Wildpflanzen mehr gibt und nur noch Monokulturen existieren. Um die Wahrscheinlichkeit dieser Folgen so klein wie möglich zu halten, gibt es Gesetze und Vorschriften, die beinhalten, wie solche gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden dürfen. So muss zum Beispiel ein Sicherheitsabstand zwischen den Feldern existieren, damit die veränderten Gene nicht auf andere Pflanzen überspringen.
Die Risiken für Mensch und Natur von GVO
Die Risiken, die von genmanipulierten Erzeugnissen ausgehen, sind bis heute nur unzureichend erforscht. Kartoffeln, die mit einem sogenannten „Schneeglöckchen-Gen“ versehen wurden, waren in der Folge zwar nicht mehr anfällig für Insektenbefall, haben aber Schädigungen in Organen und dem Immunsystem von Ratten verursacht. Solche nicht absehbaren Schäden für den Menschen und die Natur sind der Grund, warum es ständig mehr Gentechnik-Gegner werden. Obwohl zu wenig bekannt ist über Schädigungen und etwaige Spätfolgen, werden genetisch veränderte Organismen unseren Nahrungsmitteln beigefügt. Ob nun die Sojamilch aus genetisch veränderten Sojasprossen oder das Schweinefleisch vom Schwein, welches mit genetisch verändertem Futtermittel gefüttert wurde. Die Etikettierung lässt zu wünschen übrig und lässt den Verbraucher oft im Dunkeln tappen, was er wirklich konsumiert.
Etappensieg für Gentechnik-Gegner bei der Amflora- Genkartoffel
In Mecklenburg-Vorpommern wurde erst vor wenigen Tagen ein Etappensieg für die Gentechnik-Gegner errungen. Das Gut Bütow kündigte den Vertrag mit einem Tochterunternehmen von BASF zum Anbau von Amflora-Genkartoffeln. Nach vehementen Protesten und Behinderungen bei dem Ausbringen und Ernten der genveränderten Kartoffel hat sich der Aufwand nicht mehr gelohnt. Das Anbaugebiet musste teilweise rund um die Uhr von Polizeibeamten bewacht werden. Damit gibt es nun kein Amflora-Versuchsfeld mehr in Deutschland.
Grüne Woche in Berlin – Demonstration unter dem Motto: Wir haben es satt
Die Gentechnik-Gegner werden ihre Meinung auch in Berlin am 22. Januar kundtun. Dort treffen sich im Zuge der Agrarreform die Landwirtschaftsminister aus aller Welt mit großen Konzernen wie zum Beispiel BASF, Müller Milch und Monsanto, um über das Vorantreiben der Industrialisierung der Landwirtschaft zu sprechen. Unter dem Namen „Grüne Woche“ werden die Politik und Wirtschaft darüber sprechen, wie sie die Gentechnik vorantreiben, die Massenhaltung in Tierfabriken und die Dumpingpreise bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen rechtfertigen können. Deshalb werden in Berlin zahlreiche Menschen erwartet, die an der Demonstration gegen diese Farce teilnehmen. Die Demonstration ist am Samstag dem 22.01.2011 und beginnt offiziell um 12 Uhr am Berliner Hauptbahnhof. Mehr Informationen zur Protestdemo findet man auf der Seite vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/landwirtschaft/lebensmittelpolitik/wir_haben_es_satt/
