Risikozuschläge in der privaten Krankenversicherung

Risikozuschläge PKV - Anja Wichmann/bearbeitet:Gerd Altmann  / pixelio.d
Risikozuschläge PKV - Anja Wichmann/bearbeitet:Gerd Altmann / pixelio.d
Bei zahlreichen Vorerkrankungen müssen Risikozuschläge in der privaten Krankenversicherung entrichtet werden.

Wer erwägt, eine private Krankenversicherung abzuschließen, sollte sich diese Entscheidung gut überlegen. Das Angebot der privaten Krankenversicherungen klingt oft erst einmal besser als das der gesetzlichen Krankenkassen. Immerhin richtet sich der Beitrag bei einer privaten Krankenversicherung nicht nach dem Verdienst, sondern nach verschiedenen Punkten wie beispielsweise dem Eintrittsalter oder dem Gesundheitszustand. Wer gut verdient, ist mit der privaten Krankenversicherung häufig günstiger versichert. Allerdings fällt der durch einen PKV Rechner ermittelte Betrag oft geringer aus, weil später Risikozuschläge hinzukommen.

Risikofaktoren nicht verschweigen

Vor Abschluss einer privaten Krankenversicherung wird ein wichtiger Fragebogen zum Gesundheitszustand, über bestimmte Gewohnheiten wie etwa Alkohol- oder Zigarettenkonsum außerdem auch zu Krankheiten in der Familie ausgegeben. Dieser Fragebogen entscheidet mitunter darüber, ob der Versicherungsantrag eigentlich bewilligt wird und wie viel der monatliche Beitrag sein wird. Es ist allerdings unbedingt davon abzuraten, Risikofaktoren wie Vorerkrankungen zu verschweigen. Das deutsche Gesundheitssystem ist sehr gut vernetzt, sollte in der Zukunft festgestellt werden, dass eine Vorerkrankung verschwiegen wurde, kann das sogar dazu führen, dass der Versicherungsvertrag außerordentlich gekündigt wird. Mitunter wird die Versicherung sogar rückwirkend für unwirksam erklärt, der Versicherte bekommt zwar seine gesamten, gezahlten Beiträge zurück, gleichzeitig werden aber auch alle genossenen Leistungen in Rechnung gestellt. Sie können davon ausgehen, dass eine Versicherung nur nach verschwiegenen Risikozuschlägen forschen wird, wenn dies zum Vorteil der Versicherung ist. Oft wird eine Untersuchung veranlasst, wenn kostspielige Operationen oder andauernde, teure Behandlungen durchgeführt worden sind.

Natürlich kommt es auf die Gewichtigkeit der verschwiegenen Vorerkrankung an, bei Bagatelle-Erkrankungen ist es oft auch möglich, den Risikozuschlag nachzuzahlen.

Die Risikozuschläge in der privaten Krankenversicherung

Viele Umstände führen dazu, dass für eine private Krankenversicherung Risikozuschläge auferlegt werden. Diese verteuern den Monatsbeitrag um einen gewissen Prozentsatz. Regelmäßiger Alkoholkonsum, rauchen, Extremsportarten oder bestimmte Berufe führen genauso zu einem Risikozuschlag wie Vorerkrankungen. Prinzipiell hat die private Krankenversicherung auch die Möglichkeit, den Versicherungsantrag vollständig abzulehnen, falls eine ausnehmend schwere Vorerkrankung besteht. Diese Erkrankungen führen meistens zu einem Risikozuschlag und sogar zur Ablehnung: Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychologische oder psychiatrische Behandlungen, chronische Krankheiten, Krebs, Diabetes, Asthma, Allergien, Behinderungen, Wirbelsäulen-Erkrankungen. Allerdings bestehen Risikozuschläge nicht unbedingt dauerhaft, wenn eine Krankheit nachweislich genesen ist, wird der Risikozuschlag spätestens nach drei Jahren gestrichen.

Wie kann man den Risikozuschlag umgehen?

Grundsätzlich ist es möglich, anstelle eines Risikozuschlages einen Leistungsausschluss mit der privaten Krankenversicherung zu vereinbaren. Dies bedeutet, dass Leistungen für Folgeerkrankungen, die mit der Vorerkrankung in Zusammenhang gebracht werden können, von der privaten Krankenversicherung nicht bezahlt werden. Dafür entfällt der Risikozuschlag. Normalerweise kann von einer solchen Vereinbarung nur abgeraten werden. Einerseits ist es nicht absehbar, wie sich die Gesundheit entwickelt, andererseits können Erkrankungen von der privaten Krankenversicherung auch als Folgeerkrankung bezeichnet werden, die nicht zwangsläufig mit der Vorerkrankung oder dem Risikofaktor in Zusammenhang stehen, wie z. B. ein Herzinfarkt bei vorherigem Übergewicht.

Quelle: gesundheitsfocus.net

Angela Michel, Angela Michel

Angela Michel - Lesen Sie auch meine neusten Artikel bei PageWizz

rss