Rituale in der Turnstunde mit Kindern

Auf der Rutsche - Franz Mairinger/pixelio.de
Auf der Rutsche - Franz Mairinger/pixelio.de
Kurze Rituale strukturieren die Turnstunde und signalisieren den teilnehmenden Kindern, welcher Teil der Bewegungseinheit nun folgt.

Mit Kindern zu turnen ist eine spannende und recht einfach Sache. Dennoch ist es nicht unerheblich die Stunden gut zu planen, zu organisieren und einige Dinge zu beachten. Rituale oder auch wiederkehrende Situationen, wie zum Beispiel das Treffen der Gruppe im Mittelkreis, gehören in jede Turneinheit, weil es den Ablauf strukturiert und den Kindern signalisiert, nun folgt der nächste Teil der Stunde.

Struktur der Turnstunde

Um einmal kurz auf die Struktur der Stunde einzugehen: Jede Bewegungseinheit sollte einen Aufwärmteil, einen Themenschwerpunkt und einen Abschluss beinhalten. Um diese drei Teile der Stunde abzugrenzen, sind Rituale ein gutes Instrument. Hat man bestimmte Abläufe, wie zum Beispiel ein Lied zu Beginn der Stunde erst einmal eingeführt, ist es für den Übungsleiter und auch für die Kinder ein Leichtes zu erfassen "jetzt beginnen wir die Stunde, jetzt gehen wir zum Themenschwerpunkt über und nach dem Abschluss gehen wir nach Hause."

Diese Einteilung ist wichtig, da man zum Einen die Stunde strukturiert und zum Anderen den Kindern Orientierung bietet. Als Einstieg bietet sich bei Kindern bis zu einem Alter von fünf bis sechs Jahren ein Anfangslied an. Dies kann man gerne mit Bewegungen verbinden und den Kindern wird das Signal gegeben: Nun geht’s los.

Nach dem Lied sollte man den Ablauf der Stunde kurz erläutern und rasch zur Aufwärmeinheit übergehen. Langes Sitzen und Warten ist für Kinder dieses Alters ungünstig, da der Drang nach Bewegung einfach zu groß ist. Diese natürliche Motivation der Kinder sollte nicht unterdrückt werden. Um zwischen dem Aufwärmteil und dem Themenschwerpunkt einen kleinen Schnitt zu machen ist es am einfachsten, sich an einem bestimmten Punkt in der Halle zu treffen, beispielsweise im Mittelkreis. Man kann diesem Kreis auch einen Namen geben. So braucht man nur noch zu rufen: "Alle in den Zauberkreis!", es kommen alle kurz zusammen, der nächste Teil der Stunde wird kurz erklärt und anschließend darf losgetobt werden.

Das Abschlussritual

Um den Abschluss der Stunde zu gestalten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die auch vom Themenschwerpunkt abhängen. Hat man beispielsweise das Thema Frühling gewählt, könnte man eine kleine Geschichte vorlesen, vielleicht sogar selbst ausgedacht oder aber aus einschlägiger Literatur ausgewählt, in der es etwa Abend wird und die Blümchen schlafen gehen und dies eventuell noch mit ruhigen Bewegungen koppeln.

Anschließend könnte wieder ein Ritual folgen, ein Abschlusslied, eine Bewegungsfolge die durch Sprechen begleitet wird oder Ähnliches. Die Überlegung, welches Lied, welches Bewegungsritual passend ist, sollte von dem Alter und Interessen der Kinder und nicht zuletzt vom Übungsleiter abhängig gemacht werden. In der Regel ist man aber frei in der Auswahl und findet sicher ein schönes Ende der Stunde.

Bedeutung kurzer Pausen und Rituale

Um die Bedeutung solch kurzer Pausen in der Turnstunde noch einmal kurz zusammenzufassen: es strukturiert die Stunde im allgemeinen sehr gut und für die Teilnehmer ist es einfach sich zurechtzufinden und die drei Bereiche - Aufwärmen, Themenschwerpunkt, Abschluss - einer gut organisierten Turneinheit zu erkennen. Zudem bekommen sowohl die Teilnehmer als auch der Übungsleiter die Möglichkeit kurz durchzuatmen und sich für den nächsten Abschnitt der Stunde bereit zu machen. Sicher ist jedenfalls, dass solch kurze Momente des Zusammenkommens der Gruppe diese auch in ihrem sozialen Verhalten stärken.

Quelle

Basismodul, ÜL-C-Ausbildung, LandesSportBund Nordrhein-Wesfalen e.V., 47055 Duisburg, 3. Auflage Januar 2009

Melanie Domke, Melanie Domke

Melanie Domke - Ich bin 1973 geboren, habe Rechtsanwalts- und Notargehilfin gelernt und mein Fachabitur nebenher in der Abendschule abgeschlossen und ...

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