
- Sonnenuntergang in Mallaig - Bettina Wenthe
Wer mit dem PKW von Fort William nach Mallaig reist, sollte sich vor allem Zeit nehmen, denn diese etwa 70 Kilometer bieten alles, was Schottlands Natur ausmacht: Die Mystik der Berge, wenn Licht durch eine fast schwarze Wolkendecke scheint und die Täler zu leuchten beginnen, azurblaues Meer mit dunklen Felsen und hellen Sandstränden, Lochs, Moore und grellgrüne Wiesen, die Meer und Berge verbinden. Die Route beginnt am Fuße des Ben Nevis, des höchsten Bergs Großbritanniens, und endet in dem quirligen Hafenstädtchen Mallaig. Von hier aus geht es nur mit dem Boot weiter, zum Beispiel nach Skye oder Rum.
Ben Nevis im Rücken
Außerhalb Fort Williams und gegenüber der Ben Nevis Destillerie verläuft die A830 Richtung Mallaig. Dies ist der Anfang der Road to the Isles. Selbstverständlich lohnt auch ein Besuch der Destillerie, in der man nicht nur Whisky kaufen, sondern sich auch mit Tee und Scones für die Fahrt stärken kann. Danach sollte man unbedingt nicht nur voraus, sondern auch zurück schauen, denn der Ben Nevis bietet einige spektakuläre Ansichten.
Während der Fahrt wird man immer mal wieder vom Jacobite Steam Train, einer alten Dampflock, begleitet, denn die Road to the Isles lässt sich auch per Zug erkunden und Schiene und Straße liegen teils dicht beieinander. 2001 und 2003/2004 fuhr hier der Hogwarts Express mit seinem wohl bekanntesten Passagier: Harry Potter.
Glenfinnan, Bonnie Prince Charlie und noch mehr Harry Potter
Ein erster Stopp lohnt in Glenfinnan. Hier steht das Glenfinnan Monument, das an Bonnie Prince Charlie und seine Verbündeten erinnert. Von April bis Oktober kann man sich im Visitor Centre über den zweiten Jakobitenaufstand und Bonnie Prince Charlie informieren.
Ebenfalls lohnenswert ist das Glenfinnan Viadukt. Ein Trampelpfad führt in der Nähe des Tourist Centres hinauf auf eine Plattform, von der aus man einen atemberaubenden Blick über die Landschaft und das Viadukt hat. Auch hier entlang sauste der Hogwarts Express, um Harry Potter und seine Freunde zur Schule zu bringen.
Und wer sich noch ein bisschen die Beine vertreten will, kann einen kleinen Spaziergang am Loch Shiel machen und dabei den Blick auf die Highlands genießen.
Von Arisaig nach Mallaig - vorbei an den schönsten Stränden Schottlands
In Arisaig schließlich erreicht man den Atlantik. Von hier aus hat man eine gute Aussicht auf Eigg und Rum, zwei kleine Inseln der Inneren Hebriden. Wer sie sich genauer anschauen möchte, kann dies mit Arisaig Marine tun und mit etwas Glück unterwegs auch Wale und Delfine beobachten. Weiter auf dem Festland passiert man nun bereits die ersten Traumstrände. Zunächst jedoch ist ein Zwischenstopp schwierig, da die Strände zu einem Campingplatz gehören und nicht frei zugänglich sind. Der bekannteste aller Strände ist jedoch auch noch einige Kilometer entfernt. Der Camusdarach Beach, auch Silver Sands of Camusdarach genannt, liegt südlich von Morar und dient des Öfteren als Filmkulisse. Seinen größten Auftritt hatte er im Film "Highlander " und dem 80er Jahre Klassiker "Local Hero".
Konkurrenz zum Loch Ness wird im Osten von Morar geboten. Hier in den Tiefen des Loch Morar lebt das Monster Morag. Ob es sich um Verwandtschaft von Nessie handelt, ist leider nicht überliefert.
Im Hafenstädtchen Mallaig
Am Ziel angekommen, bietet es sich auf jeden Fall an, ein Restaurant oder Hotel aufzusuchen und hier ganz frischen Fisch zu genießen. Übernachtungsmöglichkeiten sind zahlreich vorhanden. Bed and Breakfast, Hotels und Ferienhäuser oder Apartments stehen zur Auswahl. Auch Supermärkte und Banken findet man hier vor. Wie in Arisaig sind außerdem Bootstouren möglich. Mit etwas Glück können Robben, Wale und Delfine beobachtet werden. Veranstalter dieser Trips ist in den Sommermonaten Bruce Watt. Regelmäßig verkehren von Mallaig aus auch Fähren nach Skye und den kleineren Inseln der Inneren Hebriden Eigg, Muck, Rum und Canna. Doch auch ein Abend in Mallaig kann sehr reizvoll sein, wenn man über einem mitteltemperierten Bier den Sonnenuntergang beobachtet. This is the life.
Quelle: Website der road to the isles und eigene Recherche vor Ort
