
- Waiting For Louise - Roadsongs For The Business Class (E=MC²)
Michael Mann und Detlef Goch sind die Konstanten in der Bandgeschichte von Waiting For Louise, die im Jahre 1992 begann, als sie eine akustische Alternative für ihre Rockformation Rusty Nails suchten. 2003 veröffentlichten sie in Eigenregie die CD „Live In Wesel“ mit Coverversionen. Auch auf der CD „10 Songs“ (2004) wurden Fremdkompositionen neu interpretiert. 2008 lieferten sie auf dem Album „New Tricks For Old Dogs“ neben drei Coverversionen sieben eigene Stücke ab.
Die Bandmitglieder von Waiting For Louise
Die deutsche Band Waiting For Louise hat schon viele Inkarnationen durchlaufen, die aktuelle Besetzung liest sich so: Detlef Goch am Schlagzeug und Perkussionsinstrumenten, Johannes Lehmann bearbeitet den Bass, Ute Rettler greift in die Saiten (A-Gitarre, E-Gitarre, Mandoline) und Michael Mann ist Sänger sowie Harp-, Banjo- und A-Gitarrenspieler. Letzterer ist auch Mitglied der schon erwähnten Rusty Nails und der Formation Songs To The Siren.
Das Album „Roadsongs For The Business Class"
Man muss nicht unbedingt mit der Business Class reisen, um den Eigenkompositionen auf „Roadsongs For The Business Class” zu lauschen, denn mit Vogelgezwitscher entführen Waiting For Louise in ihre zauberhafte Welt, die nach jenem Intro namens „04:30” zu dem eindringlichen „Ghost Of Your Past“ überleitet. Ein Titel, der an The Go-Betweens in ihrer Phase zwischen „Spring Hill Fair“ und „Liberty Belle And The Black Diamond Express“ denken lässt. Manns emotional-eindringliche Flüsterstimme wird von Gastsängerin Silke Reinders wundervoll harmonisiert. Ihre Stimme ist auf dem über neun Minuten intensiv instrumentierten „Four Seasons Travellers“ ebenso präsent wie auf dem zwischen Pentangle und Fairport Convention schwingenden Song „Sad Marie“. Über acht Minuten meditieren Waiting For Louise über das Thema „While I’m Sleeping“ mit wispernd-raunender Stimme, zirpenden Saitenklängen, dunklen Trommeln, sehnsüchtiger Harp und wogendem Bass.
Waiting For Louise oder Songs To The Siren?
Dem Tanzbodenschleicher „Little Black Car“ folgt die zärtlich vorgetragene, knapp 7-minütige Ballade „Furious“, die in sanftem Schimmer zu glänzen weiß und auch im Kosmos von Songs To The Siren eine Heimat gefunden hätte, was auch für die nachdenklichen „Thoughts To An Old Friend“ gilt. Es folgt der rhythmisch-beschwingte bassbrummende „Perfect Day“ und das zwielichtige „Blinking Sign“. Der fein gesponnene „Awesome View“ reflektiert auch das gelungene Coverartwork. Zum Finale der 10-minütige „Birdsong“, der den Vogel zwitschernden Kreis zum Beginn des Songreigens schließt und auch Zwiesprache mit dem anderen diesjährigen Michael-Mann-Album „Songs To The Siren 2“ hält. „It’s all one song“ hat Neil Young mal gesagt und es ist dieser eine Kopf, der in drei sehr guten Bands steckt: Michael Mann.
Die Songs, das Singen und das Songwriting
Ohne die Qualität des Vorgängers „New Tricks For Old Dogs“ schmälern zu wollen: Waiting For Louise haben mit „Roadsongs For The Busimess Class“ ihr eigenständigstes, vielleicht sogar bestes Album eingespielt. Immer wieder ist es Michael Manns Gesang – der in Silke Reinders’ Stimme einen herrlichen Harmoniepart bekommen hat – und seine Art des Songwritings, das die Vorbilder Go-Betweens, Tim Buckley, Pentangle, Fairport Convention etc. erahnen lässt und doch ganz eigene Wege geht. Sehr gut in Szene gesetzt von Tommy Werlich im Studio B der Musikfabrik Dinslaken. Das Warten auf Louise hat sich wieder mal mehr als gelohnt!
Waiting For Louise – Roadsongs For The Business Class (E=MC², 2010)
