Robocup-WM: Deutschland top

Fußball ist wichtiges Forschungsfeld der Künstlichen Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) und Fußball haben nur scheinbar nichts gemeinsam. 2007 holten deutsche KI-Forscher zwei WM-Titel nach Deutschland.

Deutschland ist Fußball-Weltmeister, und das nicht nur bei den Damen. Auch die Titelkämpfe der Fußball-Roboter, die Robocup-WM in Atlanta, war für die deutschen Vertreter ein voller Erfolg. Allein in zwei Kategorien - in der so genannten Middle-Size-Liga und in der Simulationsliga 2D - errangen die Teams der Universität Osnabrück den WM-Titel, kamen als Doppel-Weltmeister zurück. Dabei war die Konkurrenz aus Japan und China stark. Die Osnabrücker Wissenschaftler zählen in der Kognitions- und Neurowissenschaft zur Weltspitze. Das bewiesen ihre Roboter nun auf dem Platz.

Konkrete Anwendungsfelder für bewährte Robotertechnik

Orientierte sich die Roboterforschung über viele Jahre an der Entwicklung von Industrierobotern, geht es zukünftig immer stärker darum, dass die Roboter mit anderen Individuen interagieren, sich in unbekannten Umgebungen zurechtfinden und ihr Verhalten in wechselnden Umgebungen anpassen. Hier kommt der Fußball ins Spiel: Ist der Anpfiff erfolgt, handeln die Roboter auf dem Spielfeld ohne Hilfe. Sie bestimmen durchgehend ihre eigene Position, orten Mitspieler, verfolgen den Ball, können Fouls begehen und verwarnt werden. Die programmierte Software sieht sogar spektakuläre Fallrückzieher vor, wenn es die Situation erfordert. Bewährt sich eine Technik im Forschungsfeld Fußball, hat sie beste Aussichten, auch in anderen konkreten Anwendungsbereichen wie Büro, Fabrik, Haushalt, Krankenhaus zum Einsatz zu kommen. Konkurrenz für Klose und Co. auf dem Weg zum Titel 2010? Noch nicht, aber spätestens 2050, so die Initiatoren des Robocups, sollen menschenähnliche Roboter auf zwei Beinen nach den Regeln des Weltfußball-Verbandes FIFA gegen den dann amtierenden Fußball-Weltmeister antreten - und zwar erfolgreich.

Künstliche Intelligenz soll Anwendbarkeit in den Fokus stellen

Das ist Science Fiction für die einen, Zukunftsmusik für andere. Doch auch 1956, als die Pioniere der Künstlichen-Intelligenz-Forschung (KI) im amerikanischen New Hamshire ihre Disziplin begründeten, war vieles Wunschdenken, mehr Hoffnung als begründete Vision. Skeptiker sehen dies noch immer so: „Jede Auswertung gegenwärtiger Trends lässt keinen anderen Schluss zu, als dass es noch sehr lange dauern wird, bis wir der menschlichen Intelligenz vergleichbare, intelligente Systeme bauen können“, kritisiert US-Wissenschaftler David L. Waltz vom NEC Research Institute in Princeton in einem Beitrag für den Sammelband „Probleme der künstlichen Intelligenz“. Für den Dokumentarfilmer Peter Krieg ist die Technikgläubigkeit vieler KI-Fans bedenklich. „Der Traum vom intelligenten Computer und Roboter ist die aktuelle Version des archaischen Menschheitstraumes von der ‚Belebung’ der Maschine und im Grunde so alt wie die Zivilisation selbst“, sagt Krieg.

Humanoide Roboter stehen in den Startlöchern

Umso wichtiger ist es, dass der Nutzen für den Menschen im Zentrum der künftigen KI-Forschung steht. Usability, Brauchbarkeit, Anwendbarkeit nennt das Professor Wolfgang Wahlster vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken. KI-Systeme sollen demnach dem Verhalten des Menschen entgegenkommen und deren Alltag vereinfachen. Die Roboter der Zukunft sollen gemeinsam mit Menschen agieren. Es gehe nicht darum, Maschinen zu bauen, die eine Aufgabe besser lösen können als ein Mensch. Vielmehr solle die Maschine in die Lage versetzt werden, typisch menschliches Verhalten an den Tag zu legen, wenn sie vor einem Problem steht. Als modernster humanoider, menschenähnlicher Roboter gilt Asimo aus dem Hause Honda. Er soll einmal Pflegeaufgaben übernehmen und sich mit Menschen unterhalten können. Derzeit führt er Besucher der Honda-Zentrale in Aoyama (Japan) durch das Gebäude und serviert Getränke. Neigt sich die Stromversorgung per Akku dem Ende, findet er selbständig auch den Weg zur Ladestation.

Andreas Schultheis - Andreas Schultheis, Jahrgang 1974, war nach dem Studium der Politik- und Medienwissenschaft wissenschaftlicher Mitarbeiter einer ...

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