Rockmusik vom Feinsten im Live-Konzert mit Nick Woodland und Band

Grandioser Gitarrist Nick Woodland - Andrea Weber
Grandioser Gitarrist Nick Woodland - Andrea Weber
Der grandiose Studiomusiker Nick Woodland und Band bewiesen hohe Live-Qualitäten. Sie waren ein Highlight des Jahres 2010 in der Kulturbühne Hinterhalt

Nick Woodland ist kein Mann von großen Worten. Die brauchte es auch nicht am vierten Adventswochenende im Hinterhalt, denn seine Musik drückte schon alles aus, was es zu sagen gab. Und so war jede Minute des zweistündigen Konzerts inklusive Pause von einem feinen Sound durchsetzt, der – ohne zu übertreiben – in die Spitzenliga der Rockmusik gehört. Also überraschte es nicht, dass das Publikum am Ende des Konzerts im fast vollbesetzten Hinterhalt im Dezember 2010 solange keine Ruhe mehr gab, bis nach zwei Zugaben der trockene Kommentar des Gitarristen kam: „Liebe Leut‘, ihr wisst schon, dass das hier in Arbeit ausartet.“ Natürlich war das nur Musiker-Geflunker, denn welche Band genießt solch ein Pfeifkonzert nicht.

Nick Woodland: Grandioser Studiomusiker und Gitarrist von Georg Ringsgwandl und Marius Müller-Westernhagen

Der hagere Musiker, schwarz gekleidet mit schwarzem Zylinderhut, kam raus auf die Bühne und murmelte nur ein leises „Hallo“ ins Mikrofon, ehe es unvermittelt abging mit einem Rhythmus und einem Sound, der beim Publikum sofort ein „Wow“ herauslockte.

Woodland, der als grandioser Studiomusiker in der Musikszene gilt, Gitarrist von Marius Müller-Westernhagen war und viele Jahre an der Seite von Georg Ringsgwandl spielte, kam mit seiner eigenen Band nach Gelting. Seit drei Jahren besteht diese Besetzung, am Bass mit Tom Peschel, am Schlagzeug Manfred Mildenberger und im Wechsel zwischen Keyboard und Pedalsteel-Gitar Klaus Reichardt.

Wenn nun der Boss der Band schon die musikalische Messlatte hoch setzt, dann müssen seine Bandkollegen ihm mindestens das Wasser reichen und das taten sie auch, indem ihr Zusammenspiel perfekt abgestimmt war und trotz rockiger Lautstärke jedes Instrument klar zur Geltung kam, egal ob es eine berührende Ballade war, wie „Lucy Malone“, oder ein melancholischer Blues, wie „Something I Heard“. Bei dem wellenartig tosenden Rock-Rhythmus einer Abwandlung von Dick Dale’s Surfmusik aus den Sechzigern entkam dem begeisterten Publikum dann noch einmal ein gesteigertes „Wowowow“.

Rockrhythmus mit hoher Dynamik

Die vier Musiker brachten eine explosive Dynamik in ihr Spiel, indem sie permanent Spannung auf und wieder abbauten. Beispiel: Im Song „Little Puppet“ begann Nick Woodland mit seiner markanten Stimme leise zu singen, erzählte eine Geschichte, deren Dramaturgie er mit dem Spiel auf seiner Gitarre zu einer Spannung trieb wie im Krimi, indem er laut und fordernd wurde und dann im nächsten Moment nur noch kleinlaut zu wispern begann. Mit der gleichen Dynamik begeisterten auch Bassist Peschel im Solo, bei dessen dumpfen Ton dem Publikum warm ums Herz wurde, während Schlagzeuger Mildenberg kurz danach mit einem gewaltigen Rhythmus-Solo noch einmal ordentlich einheizte und schließlich der sanft-ziehende Klang der Steel-Gitar von Klaus Reichardt die Zuhörer wieder auf eine angenehme Klangtemperatur brachte. Hand aufs Herz, mehr gibt es über den Abend nicht zu sagen, nur eines noch: Nick Woodland und seiner Band war eines der Highlights des Jahres 2010 in der Kulturbühne Hinterhalt.

Andrea Weber, Andrea Weber

Andrea Weber - Ich arbeite als freie Journalistin für die Tageszeitung Münchner Merkur, Lokalredaktion in Wolfratshausen und für die ...

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