Nach dem 6. Sieg in Wimbledon und somit dem 15. Grand Slam-Sieg seiner Karriere ist Roger Federer an seinen Erfolgen gemessen nun der erfolgreichste Tennisspieler aller Zeiten. In einem erneut denkwürdigen Finale bezwang der "Fed-Express" den US-Amerikaner Andy Roddick im entscheidenden fünften Satz mit dem Rekordergebnis von 16:14 und schaffte gleichzeitig die Rückkehr an die Spitze der Weltrangliste
Roger Federer: Einzigartige Spielerkarriere
Dabei begann die Karriere des Schweizers wenig spektakulär. Federer zeichnete sich bereits in seiner Jugendzeit durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung aus, und so war es 1998 logisch, dass er als Nummer 1 der Juniorenweltrangliste den Sprung in den Profizirkus wagte. In den folgenden Jahren steckte Federer sich stetig neue Ziele hinsichtlich seiner Weltranglistenplatzierung, die er jedes Mal erfüllen konnte.
Der große Durchbruch gelang Federer beim Wimbledon-Turnier 2001. Im Achtelfinale bezwang er den großen Pete Sampras in einem hochklassigen Fünf-Satz-Match. Im Nachhinein wird dieser Sieg gerne als Beendigung der Ära Sampras und als Beginn der Ära Federer gesehen. Zuerst galt Federer jedoch als mental schwach, da er bei den wichtigen Turnieren jeweils früh ausschied. Diese Zweifel beseitigte er jedoch schnell mit seinem Wimbledon-Sieg 2003. Ab dann folgten Siege in Serie, sodass er die Jahre 2003 bis 2007 jeweils als Weltranglistenerster beenden konnte. Einzig der Spanier Rafael Nadal bot Federer, vor allem auf Sand, Paroli, sodass Federer ab 2008 wieder als besiegbar galt und auch die Spitze der Weltrangliste an den Spanier abtreten musste. Als viele dies schon als Machtablösung werteten, bewies es Federer seinen Kritikern endgültig. 2009 gelang es ihm, nach mehreren erfolglosen Versuchen, endlich auch das letzte ihm noch fehlende Grand-Slam Turnier in Paris auf Sand zu gewinnen. Spätestens seit diesem Tag gilt er als der kompletteste und beste Tennisspieler aller Zeiten.
Federer hat Einfluss über den Tennissport hinaus
Bei all den Erfolgen Federers könnte man denken, man habe es mit einem abgehobenen Weltstar zu tun. Dies ist aber keineswegs der Fall. Der Weltsportler der Jahre 2005 bis 2008 lebt sehr bodenständig. Mit seiner Frau Mirka ist er seit 2000 liiert und erwartet nun sein erstes Kind. Karitativ engagiert sich Federer sehr mithilfe seiner Stiftung für benachteiligte Kinder und wurde 2006 UNICEF-Botschafter. Ebenfalls Verantwortung übernimmt Federer für seinen Sport, indem er Probleme häufig direkt anspricht. Laut dem US-Magazin "Forbes" gehört Federer sogar zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Auf der jährlich erscheinenden Liste rangiert er 2009 auf Rang 27 und ist somit einflussreicher als Barack Obama. Emotionale Ausbrüche wie die Tränen nach der Niederlage gegen Nadal im Finale der Australian Open 2009 zeigen zudem die ausgeprägte Menschlichkeit Federers. Dies ist wohl auch ein Grund für die große Beliebtheit des introvertierten Sportlers nicht nur bei der riesigen Fangemeinde, sondern auch bei seinen Gegnern.
