Rohkostsalate aus der lausitzer Küche

Blatt- und Rotkohlsalat, knackig, kalorienarm und energiereich

Sie eignen sich als Mahlzeiten für "Zwischendurch" und sind gerade in der warmen Jahreszeit ein willkommener Energiespender: Salate.

Schon zu Zeiten unserer Groß- und Urgroßeltern wuchs der allseits bekannte und beliebte Blatt- beziehungsweise Kopfsalat in den Gärten der Lausitzer. Er war leicht zu pflegen und gedieh auf den einfachen Böden derart gut, dass in einigen Gegenden der Region, nur die inneren, goldgelben Blätter, die sogenannten Salatherzen, den Weg in die Salatschüsseln fanden. So verschwenderisch man sich in diesem Punkt gab, so einfach waren die Marinaden, mit denen der Salat angemacht wurde. Die meisten Zutaten wuchsen ebenfalls im Garten hinterm Haus oder konnten als Wildkräuter gesammelt werden. Durch verschiedene Mischungsvariationen sorgte man zusätzlich für Abwechslung. In vielen Haushalten hält man noch heute an diesen einfachen und trotzdem überaus delikaten Marinaden fest.

Blattsalat: Stark an Aromen, reich an Vitaminen

Man kennt ihn unter den verschiedensten Namen. Blatt- oder Kopfsalat, Lattich oder auch Butter- beziehungsweise Häuptelsalat. In manchen Gegenden wird er auch schlicht und treffend, als grüner Salat bezeichnet. Wird er im Freiland unter Sonnenlicht gezogen, ist er reicher an Vitaminen und aromatischer im Geschmack als Gewächse aus dem Treibhaus. Letztere verfügen überdies noch über einen höheren Anteil Nitrate.

Die Zutaten für den Stauden- oder Blattsalat

2-3 Salatköpfe

Marinade 1

  • 2 El Öl
  • 2 El Zucker
  • Zitronensaft oder Essig,
  • Salz

Marinade 2

  • 2 El Zucker
  • 2 El Öl
  • 1/8 L saure Sahne oder Buttermilch
  • fein gehackte Gartenkräuter (Dill, Schnittlauch, Petersilie, Kresse)
  • Zitronensaft oder Essig, Salz

Die Zubereitung: Salat schnell und einfach

Die gründlich gewaschenen Salatblätter grob zerpflücken und in eine nicht zu kleine Schüssel geben. Bei der ersten Marinade die Zutaten - außer dem Öl - zum Salat geben und gründlich unterheben. Erst jetzt das Öl beimischen.

Die Ingredienzen der Variante 2 werden miteinander vermischt und dann über den Salat gegeben. Alles locker unterheben. Blattsalat sollte nie länger als 20 Minuten ziehen.

Rot- und Weißkohl

Als Roh- oder auch Frischkost, sind die zwei Kohlsorten in vielen Gegenden Deutschlands bekannt, leider - und sicher zu unrecht - in der modernen Küche, kaum noch anzutreffen. In der Lausitz und in Schlesien, wo Rot- und Weißkohl großflächig im Freiland gedeihen, sind die folgenden Gerichte noch nicht in Vergessenheit geraten.

Schlesischer Rotkohlsalat

  • 1 kleiner Kopf Rotkohl
  • 1 fein geschnittene Zwiebel
  • etwas saure Sahne
  • Salz, Pfeffer

Das Kraut halbieren und den Strunk entfernen. Den Kohl äußerst fein hobeln und anschließend in einer Schüssel mit etwas Salz vermengen und mit den Händen alles kräftig durchmischen. Diese etwas schweißtreibende Tätigkeit kann vereinfacht werden, wenn das Kraut mit einem Holzstößel (Schnitzelklopfer oder etwas Ähnlichem) gestoßen wird. Nun alles ein paar Stunden abgedeckt stehen lassen. Das Salz hat nun Zeit, das Kraut zu „entsaften“. Im Anschluss daran kleine Portionen entnehmen und kräftig ausdrücken. In einer separaten Schüssel wird nun alles locker mit den übrigen Zutaten vermengt.

In der Lausitz gibt es noch eine zweite Variante. Sie wird genauso zubereitet wie das vorherige Gericht, nur verwendet man dazu Weißkohl und würzt zusätzlich mit etwas Kümmel.

In der modernen Küche wird das kraftaufwendige Einmassieren des Salzes in den Kohl oftmals durch Blanchieren ersetzt. Dadurch entstehen allerdings zwei völlig unterschiedliche Produkte, welche zweifellos eine geschmacklich interessante und überaus delikate Alternative zu den alten, bodenständigen Gerichten bildet.

Gunter Träger, Gunter Träger

Gunter Träger - Gunter Träger wird 1956 in Sachsen geboren. Schon als Kind investiert er sein Taschengeld in Bücher. Das Lesen wird zu einer ...

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