Schon als antike Stadt beherbergte Rom zu Zeiten Trajans mehr als 1 Million Einwohner, somit war Rom auch nach heutigen Maßstäben eine Großstadt. Nach dem Niedergang des Weströmischen Reiches sank die Einwohnerzahl auf nur 15.000 ab und erreichte erst 1870 wieder 200.000 Einwohner.
Rom war schon immer eine Metropole
Heute leben auf einer Fläche, die etwa zweimal so groß ist wie Hamburg, drei Millionen Menschen, im Umland der Großstadt leben weitere 1,5 Millionen Menschen. Sinkt die Zahl der Bewohner im Stadtkern auch rapide, in Rom sind in den letzten 10 Jahren die Mieten explodiert, so kommt das Leben und Treiben auf den Straßen der Ewigen Stadt kaum zur Ruhe. 15 Millionen Touristen im Jahr tragen dazu rege bei.
Kaum Ampeln, wenig Regeln, viele Autos, eine unendliche Zahl an Motorrädern und ein niemals enden wollender Verkehr würden bei uns nicht nur zu Staus, sondern auch zu Unfällen, Toten und Verletzten führen. Anders in Rom. Hier herrscht das absolute Chaos. Das allerdings funktioniert perfekt. Die einzige Regel, die beachtet wird, heißt Rücksicht. Jeder Verkehrsteilnehmer achtet auf den anderen. Und so entstehen nur wenige Unfälle.
Öffentlicher Nahverkehr
Zwar gibt es ein U-Bahn-Netz, doch handelt es sich dabei lediglich um vier Grundrichtungen. Für alle Stadtteile dazwischen sind keine Verbindungen vorhanden, und der Transport mit dem Bus kann zur Tortur werden, weil eigentlich nicht ganz klar wird, wann welche Linie wohin fährt. Hat man sich vor den Geschäftszeiten kein Ticket gekauft, in Rom geschieht das in Kiosken oder Cafés, bleibt einem nachts nur das Schwarzfahren. Doch auch das stört niemanden, nachts wird ohnehin nicht kontrolliert.
Große Antike, kleine Gegenwart
Rom, eine Stadt mit wenig Gegenwartskunst, erschlägt die Historie zuletzt doch jede Inspiration. Bildende Kunst in Touristenshops ist eher Andenken mit Bildcharakter, kitschiges Kunsthandwerk. Theater ist mehr Unterhalten, Musik hat viel Mittelmaß. Dennoch ist da etwas, das jeden Besucher gefangen nimmt. Ist Rom auch nicht so mondän wie Paris, sind ihre Einwohner viel weniger elegant als in Mailand‚ fehlt der Stadt auch jegliche Modernität und Innovation, so hat sie doch allen anderen großen Metropolen in Europa voraus, dass das fast orientalische Leben perfekt mit europäischer Kultur einhergeht. Alles findet auf der Straße oder den unzähligen Plätzen statt, kaum etwas erregt die Römer, ihre Gelassenheit ist sprichwörtlich: »Rom war immer, ist und wird immer sein.«
Antike Bauten und neuzeitliche
Überall in der Stadt wird saniert, ungezählte Baustellen wollen auch für die Zukunft erhalten, was schon seit Jahrhunderten, manchmal auch schon seit Jahrtausenden wärt und in seiner Großartigkeit eigentlich kaum vorstellbar und zu erfassen ist.
Allein das Kolosseum hat die Größe eines heutigen Stadions. In dem über 150 Meter langen und über 130 Meter breiten Veranstaltungsort hatten zwischen 50.000 und 85.000 Menschen Platz. Um die Zuschauer während der blutigen Arena-Kämpfe vor Regen und zu viel Sonne zu schützen, wurde der gesamte Bau mit segelähnlichen Stoffen abgedeckt. Bei zu viel Hitze »fächerten« Marinesoldaten den Zuschauern Luft zu. Schon im 2. Jh. n. Chr. war es allerdings für die »bessere« Gesellschaft nicht mehr »in«, an den Wettkämpfen teilzunehmen.
Entgegen der weitläufigen Meinung, dass es im Kolosseum zu Hinrichtungen der Christen gekommen ist, weiß man heute, dass diese im Circo Massimo (Heute kaum noch sichtbar, aber einst für 250.000 Zuschauer konzipiert und gebaut.) stattgefunden haben. Später wurde der Bau als Steinbruch genutzt.
Sehr viel jünger, aber ebenso imposant ist das neoklassizistische Nationaldenkmal »Altare della Patria«, das in der Zeit von 1885 bis 1911 zu Ehren des Königs Vittorio Emanuele II. errichtet wurde. Das auf der Piazza Venezia stehende Denkmal soll den Stolz der Vereinigung Italiens symbolisieren. Zu besichtigen ist es nicht, da es eigentlich kein Innenleben besitzt.
Die Petersdom (Peterskirche)
Unfassbar ist die Größe und Macht des Petersdom, kaum ein Gebäude dieser Welt ist so reich verziert wie dieser. Und jedem der Millionen Besucher wird klar, welche Macht der Vatikan seit vielen Jahrhunderten innehat, welchen Einfluss und welche Möglichkeiten. Hier sind tatsächlich alle Lebenden nur noch klein, fast nicht vorhanden, alles scheint der Ewigkeit zu dienen, nichts dem Vergänglichen, nichts jenen, für die die Religion entstanden ist, den Gläubigen. Man hält die Luft an, man flüstert nur noch miteinander, all das Sichtbare scheint unerreichbar großartig.
Rom erfindet sich immer neu
Rom, die Ewige Stadt, deren Baudenkmäler zerfallen, deren Stadtvätern es aber dennoch immer wieder gelingt, das eine oder andere zu retten, so z.B. die Villa Neros, deren Dimensionen heute zu besichtigen sind und die zeitweise für Kunstveranstaltungen genutzt werden. Tatsächlich hat das offizielle antike Rom außerordentlich großzügig und prunkvoll gelebt. Es fehlte an keinem Luxus, die Reichen und Herrschenden ließen es an Aufwand nicht fehlen und beeindrucken noch heute mit einer Baukunst, die auf unsere heutige Technik nicht zurückgreifen konnte, dennoch aber viele heutige Bauten in den Schatten stellt.
Dinge, die sich niemals ändern
Wie heute auch erlebten die Armen den Glanz nur aus der Ferne. Sie und die Sklaven wohnten in armseligen Hütten in bestimmten Bezirken und zudem am Rande der ewigen Stadt.
