Rom feiert seine Befreiung von den Nationalsozialisten

Fosse Ardeatine - Casa della resistenza
Fosse Ardeatine - Casa della resistenza
Eine Blick in die Geschichte Italiens oder wie aus den guten Freunden Hitler und Mussolini Feinde wurden.

Deutsche und Italiener, eine Hassliebe? Was als Freundschaft zwischen dem Führer Adolf Hitler und dem Duce Benito Mussolini begonnen hatte, endete schnell in einem Chaos. Aus dem ehemaligen Freund wurde schnell ein Feind, die Befreiung Roms durch die Alliierten wurde am 04. Juni 1944 mit Begeisterung gefeiert. Was war passiert? Als die Nationalsozialisten in das Leben der Italiener eintraten, waren sie zunächst Alliierte, Freunde. Ähnlich wie Hitler verstand auch der Faschisten-Führer Mussolini, das Volk an sich zu binden. Im November 1936 kam es zur Achse Berlin-Rom, am 10. Juni 1940 trat Italien an der Seite Deutschlands in den Krieg ein.

1943 wendete sich das Blatt

Erst als 1943 der italienische König Mussolini verhaften ließ, wendete sich das Blatt: Die neue italienische Regierung erklärte im September die Kapitulation, die Nationalsozialisten fühlten sich hintergangen und Rom wurde umgehend von den deutschen Truppen besetzt. Was dann folgte, ist Legende: Rom wurde zur „città aperta“, zu offenen Stadt erklärt, das heißt, sollte im Angriffsfall durch die Amerikaner und Engländer nicht von den Deutschen verteidigt werden. Die Italiener sollten zudem ihre Waffen abliefern, politisch Unzuverlässige wurden als Arbeitskräfte nach Deutschland verschickt.

Zehntausende von Römern tauchten unter, um den Verhören der Gestapo in der Via Tasso und der Via Romagna zu entgehen. Eindrucksvoll schildert der Film „Roma Città Aperta“ von Roberto Rosselini mit einer leidgeplagten Anna Magnani die damaligen Verhältnisse. Immer wieder griffen die Partisanen die deutsche Besatzungsmacht an. Das bedeutendste Attentat war der Bombenanschlag, bei dem 32 Angehörige eines deutschen Polizeiregiments in der Via Rasella ums Leben kamen. Die Deutschen erschossen daraufhin 335 Italiener an der Via Appia Antica. Ein Schild an den Fosse Ardeatine erinnert an den tragischen Vorfall. Als Anfang Juni die ersten Alliierten in den Außenviertel Roms ankamen, war die Bevölkerung erleichtert. Die Besatzer verließen die Stadt, die Römer konnten am 04. Juni die Befreiung durch die Amerikaner feiern.

Was denken die Römer heute über die Deutschen?

Invasionen haben die Römer in ihrer Jahrtausende alten Geschichte bereits zu genüge kennen gelernt. Gallier, Germanen, Goten, Normannen und schließlich Napoleon, der sich 1808 zum König von Italien machte und in Rom einzog. Der Italiener hat in den vielen Jahren gelernt, mit der Obrigkeit zurecht zu kommen. So wundert es einen nicht, dass nach dem Wüten der Nationalsozialisten in Italien die Bevölkerung nur wenig negative Gefühle den Deutschen gegenüber pflegt.

Und doch gibt es ein Sprichwort: Der Italiener achtet den Deutschen, aber liebt ihn nicht und der Deutsche liebt den Italiener, aber achtet ihn nicht. „Ich glaube das ist eher in Hinsicht auf die Arbeit gemeint“, erklärt Davide Giaganelli. Laut dem 41-jährigen Angestellten seien die Deutschen für ihre Verlässlichkeit und Gründlichkeit bekannt, in Deutschland funktioniere eben alles, so Davide. Gerade aber eben diese Strenge mache den Italienern aber vielleicht Angst. Der Zweite Weltkrieg spiele dabei nicht die entscheidende Rolle, das wäre immer schon so gewesen.

Was denken die Italiener heute über die Deutschen?

Vergeben und vergessen die Greultaten der italienischen Partisanen und der nationalsozialistischen Besetzungsmacht? Rund 67 Jahre danach ist das Datum ein Tag wie jeder andere. Doch was denken die Italiener heute von den Deutschen? „Für mich sind die Deutschen in erster Linie Europäer, wie die Franzosen, die Engländer“, erklärt Davide Giaganelli. „Heute beunruhigen mich vielmehr die Amerikaner und ihre Politik. Die Deutschen sind meiner Meinung nach ein sehr friedfertiges Volk!“

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Alexandra Barone, Alexandra Barone

Alexandra Barone - Alexandra Barone arbeitet seit 1996 als Journalistin. Nach einem Volontariat im Pressebüro der Aktion Mensch, war sie vier Jahre lang ...

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