
- Rosemary Sutcliff - www.dtv.de
Marcus entstammt einer alteingesessenen Soldatenfamilie. Freiwillig und voller Begeisterung lässt er sich an die äußerste Grenze des römischen Reiches nach Britannien versetzen. Für viele Legionäre ist dieser Posten am Ende der Welt kaum begehrenswert.
Doch Marcus will nicht nur dem römischen Reich dienen. Er hat eine verdeckte Mission. Sein Vater, Oberbefehlshaber der Neunten Legion, verschwand mit seinem ganzen Heer im Nebel. Die Männer wurden niemals wieder aufgefunden. Um die Ehre seines Vaters zu retten, will Marcus dem Mysterium auf die Spur kommen. Er braucht Gewissheit, ob sein Vater Fahnenflucht begangen hat. Wie konnte eine ganze Legion vom Erdboden verschluckt werden?
Kurz nach seiner Ankunft wird Marcus bei einem Angriff der Nordvölker schwer verletzt. Er scheidet aus dem Dienst aus. Seine Pläne und Zukunftsträume sind zunichte gemacht worden. Gehbehindert lebt er im Haus seines Onkels. Eine Frage quält ihn: Wie wird seine einst so glänzende Zukunft nun aussehen? Und wie soll er sein Vorhaben angreifen?
„Der Adler der neunten Legion“ - das Buch zum Kino-Film
Marcus forscht weiter über den Verbleib der Neunten Legion. Gerüchte berichten, dass der Adler der Legion bei den Nordstämmen verehrt wird, und so begibt sich Marcus mit seinem Sklaven jenseits der Grenze. Getarnt als Augenheiler ist er überall ein beliebter Gast, doch lange gibt die Reise keine Spur preis. Jede Spur der Neunten Legion ist vom Erdboden verwischt. Doch dann nehmen Marcus und sein Begleiter im äußersten Norden an einer Zeremonie teil und entdecken Reste des Adlers der Neunten Legion. Marcus stiehlt das „Totem“ und unter Lebensgefahr fliehen die Beiden in den Süden, um die Neunte Legion zu rehabilitieren. Eine spannende Verfolgungsjagd hält den Leser im Bann.
Rosemary Sutcliff entführt in die Welt des Römischen Reiches
Das Buch „Der Adler der Neunten Legion“ ist die Neuauflage eines historischen Klassikers, der für das Kino 2011 verfilmt wurde. Rosemary Sutcliff, geboren 1920, wechselte mit 25 Jahren ihre Arbeit. Die Miniaturmalerin wurde Autorin und seitdem malte sie mit ihren Worten historische Kulissen auf die weißen Seiten, verarbeitete dabei vor allem den überlieferten Sagenstoff um König Artus und die griechische Mythologie. „Der Adler der Neunten Legion“ ist ein Jugendroman über die römische Besatzung Britanniens um 200 nach Christus. Für ihr Engagement innerhalb der Kinder- und Jugendliteratur erhielt Sutcliff 1975 den Orden des Britischen Empire. 1992 verstarb sie.
„Der Adler der Neunten Legion“ handelt von einer klassischen Suche und Verfolgungsjagd. So spitzen sich die Konflikte gegen Ende immer mehr zu; die Spannung wird gradweise aufgebaut, so dass der Leser bis zum Schluss immer wieder in den Bann gezogen wird. Die Autorin schafft Auseinandersetzungen, starke Figuren und eine bewegende Geschichte, so dass ihre Sprache, die einer anderen Generation angehört, den Lesefluss nicht behindert. Der Leser fragt sich bis zum Schluss: Wie sollen die beiden Komplizen den Adler nach Hause bringen? Marcus ist gehbehindert und ein halbes Reich verfolgt sie. Voller Kreativität zeigt Sutcliff Szenen, die sich für den Widescreen eignen.
Rosemary Sutcliff: Der Adler der Neunten Legion. Broschiert 400 Seiten. 7,95 €. Dtv 2011. Ab 12.
