Rosinen, Korinthen, Sultaninen und andere süße Trockenfrüchte

Trockenobst - Rolf Handke / pixelio.de
Trockenobst - Rolf Handke / pixelio.de
Trockenobst enthält viele Nährstoffe und ist lange haltbar. In dieser kleinen Warenkunde werden die verschiedenen Trockenfruchtsorten genauer vorgestellt.

Durch Trocknen lässt sich Obst auf schonende Weise haltbar machen. Schon im Altertum wurden Datteln und Feigen in der Sonne gedörrt. Heute wird Dörrobst industriell hergestellt. Es enthält die Nährstoffe in konzentrierter Form und schmeckt intensiv aromatisch. Kalium, Kalzium, Eisen und viele Vitamine fördern das Wohlbefinden. Ballaststoffe sind gut für die Verdauung. Allerdings haben Trockenfrüchte auch einige Kalorien. Vorsicht ist beim Genuss geschwefelter Trockenfrüchte (zum Beispiel Aprikosen oder Rosinen) geboten. Er kann Kopfschmerzen verursachen.

Rosinen, Korinthen und Sultaninen

  • Rosinen: Rosinen sind vollreife, von der Sonne gut getrocknete Weintrauben. Im alten Rom hat man die Sklaven mit Rosinen aufgewogen. Vor seiner kräftezehrenden Alpenüberquerung soll Hannibal getrocknete Weinbeeren an seine Soldaten verteilt haben. Rosinen liefern nämlich reichlich Energie (über 50 Prozent Traubenzucker). Aus Spanien werden die fleischigen Muskatrosinen importiert, die von Muskatellertrauben stammen. Die süßen Rozakirosinen sind aus Griechenland und der Türkei.
  • Korinthen: Die schwarzen, kleinen Weinbeeren, benannt nach der griechischen Stadt Korinth, sind kernlos und nicht mit Schwefel konserviert. Sie werden in Holzkästen in der Sonne getrocknet. Korinthen haben eine zarte Haut und schmecken süß-aromatisch. Lagern Sie diese Früchte stets luftig und trocken. Bei zu langer Lagerung verlieren sie nicht nur an Geschmack, sondern verzuckern auch von innen und werden dann unansehnlich.
  • Sultaninen: Goldgelb oder rötlichbraun sehen Sultaninen, auch Sultanas genannt, aus. Die großen, süßen Beeren sind dünnschalig, kernlos und aromatisch. Besonders wertvoll sind die aus Australien importierten gelblichen Sultaninen. Sie werden nicht geschwefelt. Wie Traubenrosinen und Korinthen enthalten auch die Sultaninen viele Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine. Sie eignen sich zum Kochen oder Backen und bereichern das Frühstücksmüsli aromatisch.

Apfel, Birne, Pflaume, Pfirsich und Aprikose

  • Apfel: Die beliebtesten Sorten für getrocknete Äpfel sind Golden Delicious und Jonathan. Da Äpfel Feuchtigkeit anziehen, können sie nicht so lange gelagert werden wie anderes Trockenobst. In den Klöstern des Mittelalters wurden sie auf strohbedeckten Steinböden zum Trocknen ausgelegt. Heute werden sie in Ringen aus Italien, Chile und den USA importiert. Die leckeren Fruchtringe werden sowohl pur gegessen als auch zum Backen verwendet.
  • Birne: Zum Trocknen eignen sich vor allem feste, aromatische Sorten. Früchte schälen, in kleine Stücke oder dünne Ringe schneiden und dann auf den mit Pergamentpapier belegten Drahtrost des Backofens legen. Die Dörrtemperatur sollte 50 Grad nicht überschreiten. Wer Birnen nur frisch kennt, wird garantiert vom ausgezeichneten Geschmack des getrockneten Obstes überrascht sein.
  • Pflaume: Wenn man an Backobst denkt, fallen einem neben Äpfeln und Aprikosen besonders getrocknete Pflaumen ein. Es gibt sie mit und ohne Stein zu kaufen. Genießen Sie Backpflaumen doch einfach mal so. Die süßen Früchte eignen sich aber auch besonders gut für Kuchen, Puddings, Soßen, als Füllung für Klöße und Fettgebackenes oder als leckere Beilage zu Wildgerichten. Gedörrte Pflaumen enthalten viele Ballaststoffe und Enzyme, die für eine geregelte Verdauung sorgen.
  • Pfirsich: Getrocknete Pfirsiche sind nur selten im Angebot. Sie können die schmackhaften Früchte jedoch leicht selbst haltbar machen. Dazu den schon reifen, aber noch relativ festen Pfirsich zunächst waschen und dann in dünne Scheiben schneiden. Anschließend wird er im Backofen längere Zeit bei niedriger Temperatur getrocknet. Der Pfirsich ist lagerfähig, wenn sich die Scheiben wie Gummi biegen lassen.
  • Aprikose: Aromatische Trockenaprikosen kommen heute in unterschiedlicher Qualität aus Australien und Kalifornien, aber auch aus Spanien, auf den Markt. Oft sind Aprikosen geschwefelt, damit sie prall und saftig bleiben und vor schädlichen Mikroorganismen geschützt sind. Der Genuss so behandelter Früchte verursacht manchen Menschen Kopfschmerzen. Ob Dörrobst geschwefelt ist, muss immer auf der Verpackung angegeben sein.

Ananas, Banane, Dattel und Feige

  • Ananas: Heimat dieser süßsäuerlich schmeckenden Frucht sind die Westindischen Inseln. Hier wurde sie von Kolumbus entdeckt. Als Trockenfrucht spielt Ananas aber nur eine untergeordnete Rolle und ist deshalb ganz selten in Obstgeschäften oder auf Märkten zu sehen. Eher findet man sie in kandierter Form als Zutat für Backwaren oder mit köstlicher Schokolade überzogen.
  • Banane: Die aus tropischen Anbauländern stammende Banane spielt in der Säuglings- und Kleinkindernährung eine bedeutende Rolle, weil sie viele wichtige Nährstoffe enthält. Leichtverdauliche süße Bananenchips sind eine köstliche Knabberei. Ein Großteil wird aus den Philippinen eingeführt. Gedörrte Bananen sind ein beliebter Bestandteil vieler Früchtemüslis.
  • Dattel: Datteln sind die klassischen Trockenfrüchte. Bis zu einem Jahr kann man sie lagern. Schon im alten Orient verwendete man Datteln anstelle von Honig zum Süßen. Die Früchte der Dattelpalme enthalten den leichtverdaulichen Invertzucker. Drei bis vier Datteln decken ein Drittel des Tagesbedarfs an Eisen. Ein heller Belag rührt oft von auskristallisiertem Zucker her. In seltenen Fällen ist er aber auch auf Schimmelbefall zurückzuführen.
  • Feige: Qualitativ hochwertige Feigen kommen aus der Türkei (Smyrna). Sie sind gelb und schmecken honigsüß. Wenn Feigen nach dem Trocknen nicht weiterbehandelt werden, sind sie bald von auskristallisiertem Zucker überzogen. Ansprechender sehen diejenigen Feigen aus, die nach der Trocknung nochmals durch Dampf aufgeweicht wurden. Sie haben eine glänzende Haut. Feigen harmonieren hervorragend mit Parmaschinken. Auch zum Backen sind sie ganz prima geeignet.

Literaturhinweis:

Marlies Weber: Trockenfrüchte und Nüsse, Powerfood zum gesunden Schlemmen. Südwest, 1999. München.

Thomas Schmidt, Marianne Meyerhoff

Thomas Schmidt - Hallo! Seit Ende meines abgeschlossenen Studiums (Höheres Lehramt für Biologie und Chemie) und Kursen an der Akademie ...

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