
- Roswitha Iasevoli - Christa Kaddar
Roswitha Iasevoli hat Geschichten für alle Jahreszeiten geschrieben und versteht es, ganz besonders zur Weihnachtszeit, mit ihren Lesungen alle Sinne anzusprechen. Sie schafft es sehr gut, ihr Lese- und Hörpublikum in den Duft und den Geschmack der Weihnachtszeit zu führen – heute und früher in der Kindheit. Die Autorin ist gebürtige Schlesierin, begeisterte Wahl-Dortmunderin, durch Heirat auch halbe „Wahl-Italienerin“ und begeisterte Hobbygärtnerin. Sie liest aus unveröffentlichten Manuskripten und aus ihren Büchern, insbesondere aus „Zartes, Zoff und Zipperlein“ und „Nacktschnecken im Paradies“, in denen sich auch Erzählungen und Episoden zum Thema Weihnachten finden.
Roswitha Iasevoli sagt: "Weihnachtssterne sind keine Wegwerfpflanzen"
In ihren heiter-besinnlichen Lesungen kann man auch einiges über Pflanzen lernen. In einem Kurzkrimi, der allerdings mehr eine Liebesgeschichte ist, spielen beispielsweise heimlich abgeschnittene Stechpalmenzweige – auch Ilex genannt – eine zentrale Rolle. Ein leises Bedauern schwingt mit, wenn Roswitha Iasevoli von den rot leuchtenden Weihnachtssternen erzählt, die hierzulande als Wegwerfpflanze nach Weihnachten entsorgt werden, obwohl man sie über Jahre hinweg pflegen und halten könnte. „Am liebsten mag ich den Christstern auf den Kanaren, wo er wild wächst und meine Größe erreicht.“ Auch die Christrosen erwähnt sie, die nach Jahren der Pflege immer schöner werden und früher den Menschen als heilig galten, weil sie die Kraft haben, an Weihnachten zu blühen.
Eine Begegnung mit einem Penner in Dortmund hat sie zu einer Erzählung über „Carlo“ veranlasst, die sie mit der Bemerkung kommentiert: „Ich finde, dass wir in dieser kalten Jahreszeit barmherzig sein sollten.“ In der „Pyjama-Story“ schildert sie das Bemühen, den Männern ihrer Familie als sinnvolles Geschenk zu Weihnachten warme Pyjamas zu schenken. In jedem Jahr hatten ihr Vater, ihr Mann und ihr Sohn etwas zu meckern und sie schwor sich: „Ich schenke nie mehr einen Pyjama, sollen sie doch frieren.“ Sie schwor es sich mehrere Jahre lang, bis sie es schließlich wahr machte.
Der Duft von Pfefferkuchen und schlesischen Bratwürsten bleibt ihr in Erinnerung
Zu Roswitha Iasevolis Kindheitserinnerungen gehört es, dass sie einst mit ihrem Vater unter dem sternenklaren Winterhimmel stand und sich sicher war, das Christkind gesehen zu haben. Seitdem war für sie klar: Das Christkind ist ein Mädchen. Später ging sie – um die Wartezeit an Heiligabend zu überbrücken – mit ihren Kindern und dann auch mit ihren Enkelkindern hinaus, das Christkind suchen.
„Erinnern Sie sich noch, was sie als Kind an Weihnachten gegessen haben?“, pflegt sie ihre Zuhörerinnen und Zuhörer zu fragen. „Als Kind war das nicht wichtig für mich an Weihnachten“, erklärte sie, „aber die Düfte von Pfefferkuchen und schlesischen Bratwürsten sind noch in meiner Erinnerung.“ Neben vielen Geschichten und Anekdoten um das Weihnachtsessen in späteren Jahren verrät Roswitha Iasevoli den Gästen meist auch ihr Rezept für „Schneeflöckchen“. „Die gelingen immer und schmecken köstlich“, versichert sie.
Schneeflöckchen-Rezept
250 g Butter
100 g Puderzucker
Vanilleschote oder Vanillezucker
250 g Mondamin
100 g Mehl
Alles zusammen verkneten und aus dem Teig kirschgroße Kugeln formen. Diese auf ein bemehltes Backblech setzten und mit einer bemehlten Gabel breitdrücken. 10 bis 15 Minuten backen (Elektroherd 175 bis 200 Grad, Gasherd Stufe 2 bis 3).
Weitere Informationen zu Büchern und Lesungen finden sich auf der Homepage von Roswitha Iasevoli.
